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Altenburg „Ich war noch niemals in Treben“
Region Altenburg „Ich war noch niemals in Treben“
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19:54 19.08.2016
Ein Abend für die Annalen des Musikfestivals – Alex Parker beim Open Air am Rittergut in Treben. Quelle: Mario Jahn
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Treben

Die kleine Gemeinde Treben ist ihrem exzellenten Ruf als Veranstaltungsort des Altenburger Musikfestivals einmal mehr gerecht geworden. Denn zum Grundstein, den rührige ortsansässige Vereine und ein umtriebiger Bürgermeister mit einer perfekten Vorbereitung legten, gesellte sich am Donnerstagabend auch noch Glück: Petrus verhieß sommerliches, vor allem trockenes Wetter, und die Festival-Veranstalter lotsten mit Alex Parker ein echtes Zugpferd vors Rittergut. Denn er hatte nichts weniger als die unvergesslichen Hits von Udo Jürgens im Gepäck. Die logische Folge war ein Run auf die Open-Air-Veranstaltung, wie ihn das eh schon erfolgsverwöhnte Treben noch nicht erlebt hat. Gut 400 Besucher, nicht wenige davon aus Altenburg und dem Umland, versetzten den Ort in einen regelrechten Ausnahmezustand.

Dabei ist es bekanntlich gar nicht so leicht, ein Nachahmer einer berühmten Show-Größe zu sein. So manch einer, der sich Double nennt, ist nur ein müder Abklatsch. Alex Parker ist es nicht. Wer ab und an für Momente die Augen schloss, wähnte tatsächlich den unvergessenen Künstler zu hören. Parker braucht sich mit seiner „Danke, Udo!“-Show weder als Sänger noch als Pianist oder Moderator zu verstecken. Er lieferte eine perfekte Performance.

Und er hatte das Publikum vom ersten Augenblick an mit seiner sympathischen Art auf seiner Seite. „Ich war noch niemals in Treben“ begrüßte er die Zuschauer in Anspielungs auf Jürgens’ großen Hit. Doch er würde gerne wiederkommen, so beeindruckt zeigte sich der 42-jährige vom Ambiente und der Gästeschar. Folgerichtig ließen sich die Besucher nicht lange bitten, um die Lieder mitzusingen und eine wunderbare Stimmung entstehen zu lassen.

Parker steuerte so manche Anekdote aus dem Leben von Udo Jürgens bei, erzählte – wenngleich ein Stück zu detailverliebt und zu schwärmerisch – von den Begegnungen mit seinem Idol. Die erste vor gut 20 Jahren in einer Braunschweiger Hotelbar, wo Parker als Pianist angeheuert hatte. Diesem ersten Treffen folgten Briefe und weitere Gespräche und schließlich ein gemeinsamer TV-Auftritt bei RTL, wo sich Parker als Udo-Jürgens-Imitator einem Millionenpublikum präsentierte.

Klar, dass er nicht nur mit den Liedern an Jürgens erinnerte. Auf die Unterstützung eines Orchesters musste Parker in Treben zwar ebenso verzichten wie auf einen weißen Flügel – hier musste ein E-Piano genügen –, doch zwei Gläser nicht gerade schmackhaften, aber der Stimme wohltuenden Lindenblütentees durften ebenso wenig fehlen wie der weiße Bademantel am Schluss. Besonders bemerkenswert, dass Parker der Versuchung, nur die großen Hits zu singen, widerstehen konnte und auch weniger bekannte Lieder, oft mit besonders aussagekräftigen Texten, zu Gehör brachte. Denn auch das gilt als typisch für die Udo-Jürgens-Konzerte.

Jubel und Zugabe-Rufe waren die folgerichtige Reaktion des Publikums. Dies haben sich aber auch die vielen fleißigen Helfer in Treben verdient. Heimat- und Rittergutsverein, freiwillige Feuerwehr – um nur einige zu nennen – waren erneut der Garant, dass sich die Gäste wohl und rundum gut versorgt fühlten. „Das war wieder absolut klasse und verdient uneingeschränkte Hochachtung“, schwärmte der Cheforganisator des Altenburger Musikfestivals, Rolf Olischer.

Übrigens: Wer das Konzert in Treben verpasst haben sollte oder Alex Parker noch einmal erleben möchte: Am 3. November hat man dazu im Altenburger Logenhaus Gelegenheit. Dann, sagt Parker, steht dort auch ein Flügel.

Karten gibt es unter anderem in der OVZ-Geschäftsstelle in Altenburg, Baderei 1, Tel. 03447 574942.

Von Ellen Paul

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