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Altenburg Igel in Not: In Kriebitzsch gerettet und in Altenburg aufgepäppelt
Region Altenburg Igel in Not: In Kriebitzsch gerettet und in Altenburg aufgepäppelt
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14:00 06.12.2016
Die hilfebedürftigen Igel fressen am liebsten Katzenfutter. Quelle: Mathias Schönknecht
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Altenburg

Es raschelt und rappelt in den Kartons der Igel-Intensivstation von Stefanie Meißner in Altenburg. Die Igelfreundin bietet in diesem Winter über 100 Tieren ein Winterquartier. Darunter auch einem im September in Kriebitzsch geretteten.

Verantwortung bleibt bei Igel-Findern

„Igel, die jetzt noch nicht im Winterschlaf und zudem noch tagaktiv sind, brauchen Hilfe. Da stimmt irgendetwas nicht“, sagt Stefanie Meißner, Vorsitzende der einzigen Igelstation in Thüringen. Denn Igel ziehen sich in aller Regel bereits Anfang Oktober zum Winterschlaf zurück.

Vereinzelt werden aber auch jetzt noch Tiere in die Igel-Intensivstation an der Zschernitzscher Straße 24 gebracht. Dort bleiben jedoch nur stark unterernährte oder kranke Tiere. Gesund und mindestens 600 Gramm schwer kommen sie ins Igelhaus am Johannisgraben, um dort ihren Winterschlaf zu halten.

„Die Leute setzen sich das erste Mal mit dem Thema auseinander, wenn sie einen Igel gefunden haben. Die Rechtslage ist derzeit so, dass wer ein Wildtier anfasst, auch für dieses verantwortlich ist“, klärt Stefanie Meißner auf. Generell sei es aber verboten, besonders geschützte Tiere – wie den Igel – aus der Natur zu entnehmen. Die Vorschriften erlauben jedoch, hilfsbedürftige Tiere sachgemäß aufzuziehen und gesund zu pflegen.

Kriebitzscher Igel gerettet und im Winterschlaf

Die Igelstationen sind vorrangig dafür da, den Igelfindern dabei beratend zur Seite zu stehen. Nur wenn es keine Möglichkeit gibt, dass der Finder dem Igel bei sich ein geeignetes Quartier bieten kann, bleibt er in der Station. So erging es auch dem Kriebitzscher Igel, den Anke Burkhardt im September vorübergehend bei sich aufnahm. „Auf dem Nachhauseweg ist mir aufgefallen, wie der kleine Igel allein über die Hauptstraße wollte. Ich bin dann extra umgedreht und habe ihn bei mir aufgenommen. Ich wollte nicht, dass ihn das nächste Auto überfährt“, erzählt Anke Burkhardt. Die Kriebitzscherin habe sofort die Igelstation informiert, dort sei allerdings vorerst kein Platz frei gewesen. „Eine Woche war der Igelsäugling bei mir, dann war ein Platz in Altenburg frei.“ Mittlerweile hält er sicher im Igelhaus seinen Winterschlaf.

Die meisten Finder bleiben mit Stefanie Meißner in Verbindung. Sei es, dass sie sich um den Zustand des abgegeben Igels erkundigen oder die Station mit Futter- und anderen Spenden unterstützen. Denn darauf ist die Igelhilfe angewiesen: Die jährlichen Kosten belaufen sich auf etwa 6000 Euro; aus öffentlichen Mitteln bekommt die Altenburgerin aber nur etwa 500 Euro im Jahr. Die Differenz muss durch Spenden zusammenkommen.

Ende April, Anfang Mai werden die Igel dann wieder von ihren Findern abgeholt, um dort in die Freiheit entlassen zu werden, wo sie aufgesammelt wurden.

Von Mathias Schönknecht

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