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Altenburg Illegale Nachtarbeit am Kaufland bringt Anwohner um den Schlaf
Region Altenburg Illegale Nachtarbeit am Kaufland bringt Anwohner um den Schlaf
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12:16 03.05.2018
Kaufland in Altenburg-Nord wird umgebaut Die Nachbarn ärgert der Lärm. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Seitdem das Kaufland in Altenburg-Nord umgebaut wird, können einige Anwohner in der Umgebung nicht schlafen. Das geht aus Beschwerden hervor, die die LVZ erreichten. Seit etlichen Wochen wird der Supermarkt umgestaltet. Dabei laufen einige Arbeiten auch nachts. Das bestätigten Vertreter einiger beteiligter Baufirmen.

Neben Gewerken im Inneren wird in den Nachtstunden auch an der Außenhülle gearbeitet. Es werden Wände aufstemmt, es wird gebohrt, gefräst und gehämmert. Die letzten Beschwerden datieren von Mitte April. Dabei sei es gegen ein Uhr wieder zu Lärmbelästigungen durch Stämm- und Bohrhammer-Arbeiten gekommen. Etliche Mieter könnten nachts nicht mehr mit offenem Fenster schlafen, hieß es.

Baufirmen arbeiten nachts ohne Genehmigung

Offensichtlich werden die Bürger illegal um ihre Nachtruhe gebracht. Denn die Baufirmen haben für die Arbeiten während dieser Zeit keine Genehmigung. Das betonte Birgit Seiler, zuständige Fachdienstleiterin für Umweltschutz gegenüber der LVZ auf eine Anfrage. Ebenso sei kein Antrag auf solche Tätigkeiten zwischen 22 und 6 Uhr gestellt worden, über den einzig ihre Behörde entscheiden dürfe.

Eine Genehmigung sei in jedem Fall nötig, denn die Nachtruhe müsse in Deutschland dringend eingehalten und dürfe nur in besonderen Ausnahmefällen gestört werden. Allerdings sei in ihrem Amt noch keine Beschwerde über nächtliche Ruhestörungen eingegangen, weshalb sie erst jetzt von den Nachtarbeiten Kenntnis erhielt, sagte die Behördenleiterin. Nun werde geprüft, wer den Bauantrag am Kaufland geprüft und genehmigt habe, erklärte Seiler. Im Moment sei dies noch unklar.

Im Gegensatz dazu gehen die beteiligten Firmen davon aus, dass sie für die Nachtarbeit keine Genehmigung brauchen. Das erklärte beispielsweise Steffen Scheitz von der Firme HCA Umwelt Entkernung und Abbruch in Schwerin, dessen Betrieb jedoch nur als Subunternehmen für einen Hauptauftragnehmer arbeite. Nachtarbeit bedürfe in Deutschland in der Regel keiner Erlaubnis, lediglich das Amt für Arbeitsschutz müsse dem zustimmen. Und das sei der Fall.

Sollte es zu Ruhestörungen kommen und die zulässigen Dezibel tatsächlich überschritten werden, sei dies nicht in Ordnung und müsse abgestellt werden, sagte Scheitz. Seine Firma habe in den vergangenen Wochen in der Tat an einigen Tagen in der Woche nachts gearbeitet, sei damit aber nun am Ende.

Bestimmte Arbeiten nur nachts möglich

Aussagen anderer Vertreter der Baufirmen zufolge sind bestimmte Arbeiten, wie beispielsweise die Verlegung von Leitungen oder Aufbau von großen Hebebühnen im Markt, nur nachts möglich. Auch laute Arbeiten würden außerhalb der Öffnungszeiten erledigt, da die Kunden beim Einkauf nicht gestört werden sollen, erfuhr die LVZ.

Die nun laufenden Umbauarbeiten hatte der Supermarkt schon für 2015/16 geplant, aus bislang nicht bekannten Gründen auf 2018 verschoben. Die Filiale soll sich danach in modernen Farben kombiniert mit hellem Holz präsentieren, erfuhr LVZ von einer Unternehmenssprecherin. Zudem gebe es ein neues Beleuchtungskonzept, das die Atmosphäre angenehmer machen soll. Der Zutritt wird barrierefrei sein, ohne die bisherige automatische Eingangsanlage. Auch würden in den Mittelgängen künftig keine Waren mehr platziert, was für mehr Bewegungsfreiheit und Übersicht sorge. Außerdem würden eine Fleischbedienungstheke und neue Kühlanlagen eingebaut sowie der Bereich vor den Kassen neu gestaltet.

Zu den nun laufenden Arbeiten und zur Lärmbelästigung wollte die Marktleitung gegenüber der LVZ keine Stellungnahme abgeben.

Von Jens Rosenkranz

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