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Altenburg Im Altenburger Land fehlen Pflegefamilien
Region Altenburg Im Altenburger Land fehlen Pflegefamilien
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17:53 24.02.2012
Altenburg

Von Alexander Laboda

Ein Mangel herrsche insbesondere bei Familien, die spontan und für eine kürzere Zeit akut gefährdete Kinder aufnehmen. "Es gibt einige Kinder, die wir gerne aus Betreuungseinrichtungen rausnehmen und lieber in Familien geben würden", so Hennig. Ein weiteres Problem ist laut Landratsamt, dass ältere Kinder ab sechs Jahren, Geschwister sowie Kinder mit gesundheitlichen Problemen, Verhaltensauffälligkeiten oder körperlichen Behinderungen schwer zu vermitteln seien.

Neu ist diese Situation nicht. Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres klaffte eine derart große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, dass die Verantwortlichen im Amtsblatt um Familien warben - und dies in mehreren Fällen auch erfolgreich.

Allerdings wächst die Zahl der schutzbedürftigen Kinder schneller als die Kartei der Pflegefamilien. "Die Ursachen liegen darin, dass meist sehr junge Mütter und Väter mit ihrer eigenen Lebenssituation und mit der Erziehung der Kinder überfordert sind", zitierte das Amtsblatt seinerzeit Martina Fischer, die für das Landratsamt Pflegefamilien sucht und betreut. Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie daraus resultierende psychische Probleme spielten ebenfalls eine Rolle.

Aktuell sind im Altenburger Land reichlich 90 Kinder in rund 60 Pflegefamilien untergebracht. Im Jahresdurchschnitt waren es 2011 inklusive Kurzzeitbetreuung 105 Kinder. Mit dieser Vielzahl bildet das Altenburger Land in Thüringen gleichwohl keine Ausnahme. "Wir liegen nicht im außergewöhnlichen Bereich. Einige andere Kreise haben größere Probleme", erklärte Amtsleiterin Hennig. Laut Statistischem Landesamt ergriffen die Sozialdienste im Freistaat 2010 in 959 Fällen vorläufige Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche. 2002 lag diese Zahl noch bei lediglich 752.

Wer Interesse hat, Pflegekinder bei sich aufzunehmen, muss generell nur wenige Bedingungen erfüllen. Die Kandidaten sollten nicht älter als 50 Jahre sein, gemeinsam eine Lebensgemeinschaft bilden, über ein festes Einkommen verfügen und vor allem kinderlieb und verantwortungsbewusst sein.

Das Jugendamt prüft in Gesprächen die Eignung der Bewerber. Verläuft dies erfolgreich, werden zukünftige Pflegeeltern in Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet und auch danach vom Jugendamt unterstützt. Dieses trägt auch die Kosten für Erziehung und Unterhalt, was in der Summe zwischen 640 und 820 Euro pro Monat ausmacht. "Finanzielle Gründe sollten aber kein Motiv für die Aufgabe sein", mahnte Hennig.

Interessierte wenden sich an den Allgemeinen Sozialen Dienst unter % 03347 586733 oder per E-Mail an: soziale-dienste@altenburgerland.de

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