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Im Altenburger Land sitzen erfolgreiche Frauen im Chefsessel

Als Boss Respekt bei Männern und Frauen Im Altenburger Land sitzen erfolgreiche Frauen im Chefsessel

In Sachen Gleichberechtigung hat sich seit dem ersten Frauentag vor 105 Jahren viel getan. Im Altenburger Land sind weibliche Chefs keine Seltenheit. Im Pflegedienst Mahn, im Armaturenwerk oder im Jobcenter genießen die Geschäftsführerinnen den Respekt aller Mitarbeiter. Dennoch ist Gleichberechtigung für sie nach wie vor ein Thema.

Lutz Lorenz (r.) kennt die Geschäftsführerin des Pflegedienst Mahn aus der Tagespflege, denn Claudia Lech (l.) arbeitet nicht nur vom Büro aus.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Seit 105 Jahren wird der Frauentag begangen. Damals, 1911, war Gleichberechtigung nicht mehr als ein Wunschtraum der Initiatorinnen um die im knapp 40 Kilometer entfernten Wiederau geborene Clara Zetkin. Inzwischen bekleiden auch im Altenburger Land viele Frauen Leitungspositionen und stehen täglich ihren Mann.

Chefin von 230 Angestellten im Altenburger Armaturenwerk

Chefin von 230 Angestellten im Altenburger Armaturenwerk: Diana Schubert.

Quelle: Mario Jahn

Doch gerade im Berufsleben gebe es noch immer Unterschiede. Männer und Frauen seien da noch nicht komplett gleichberechtigt „Das ist nicht von der Hand zu weisen“, findet Diana Schubert. Sie ist seit knapp drei Jahren als kaufmännische Geschäftsführerin Chefin von rund 230 Angestellten im Altenburger Armaturenwerk. Die meisten davon sind Männer. Ein Problem sei dies aber nicht, sagt die 35-Jährige. Sie werde von allen akzeptiert, von den Mitarbeitern in der Produktion und genauso unter den Kollegen in der Chefetage. Doch sie weiß, gerade auf der Leitungsebene begegnen sich Männer und Frauen noch nicht in allen Firmen auf Augenhöhe. „Ich denke aber die Situation wird sich durch die gesetzliche Frauenquote verbessern“, so die Mutter einer kleinen Tochter. In ihrem Verantwortungsbereich im Altenburger Armaturenwerk achtet sie selbst sehr darauf, dass keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemacht werden. „Wir bewerten bei uns die Leistung und schauen auf den Menschen an sich und nicht auf dessen Geschlecht.“

Hat im Altenburger Jobcenter das Sagen

Hat im Altenburger Jobcenter das Sagen: Heike Praetz.

Quelle: Mario Jahn

Wie gut Gleichberechtigung funktioniert, sei berufs- und branchenabhängig, weiß Heike Praetz. Als Geschäftsführerin des Jobcenters kennt sie das Problemfeld aus eigener Erfahrung und von ihren Kunden. „Statistisch ist bei uns die Zahl arbeitsloser Frauen und Männer in etwa halbe-halbe.“ Dementsprechend könne nicht gesagt werden, dass es Frauen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt schwerer hätten. Das liege vor allem an den Rahmenbedingungen. Neben einer Tradition der Gleichberechtigung sei ein zentrales Element die Kinderbetreuung. Anders als in den alten Ländern schließen die Kitas hier nicht vor 16.30 Uhr. Zwar sei es dann immer noch wichtig, einen Arbeitgeber zu finden, der Verständnis aufbringt, doch das betrifft nicht nur Frauen. Im Gegenteil, bisweilen würden Männer, die ihre Kinder nachmittags abholen wollen, auf weniger Verständnis treffen als Frauen.

Trotzdem ist es eine Herausforderung, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, bestätigt Praetz. „Als meine Kinder noch kleiner waren, hatte ich sehr harte Zeiten.“ Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, findet die 41-Jährige. Mit Hilfe von Omas und Opas sowie einem Elternnetzwerk, das sich bei der Kinderbetreuung gegenseitig unterstützt, ließen sich Lösungen organisieren. Nicht unwichtig, denn obwohl sie nie geplant hatte, Chefin zu werden – seit 2013 leitet sie das Jobcenter mit rund 150 Mitarbeitern – geht sie in dem Job auf. „Ich mache das sehr gern und es liegt mir.“

Der Boss zu sein, ist auch für Claudia Lesch, Geschäftsführerin des Pflegedienstes Mahn, „im Großen und Ganzen ein Traumjob“. 2014 übernahm sie den Pflegedienst von ihrer Mutter. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt das Unternehmen. „Ich bin sehr stolz auf mein gesamtes Team. Alle stehen hinter mir. Ich möchte nicht tauschen.“ Gerade unsere Mitarbeiterinnen stehen täglich ihren Mann und beweisen, dass auch zierliche Personen eine enorme Kraft aufbringen können. Dennoch würde sich die 34-Jährige ein paar mehr Männer in der Pflegearbeit wünschen. Zum einen eben wegen der körperlich schweren Arbeit. Zum anderen aber auch, weil eine Mischung gut fürs Betriebsklima sei, erklärt die Mutter zweier siebenjähriger Mädchen, die daheim gern zu ihrem Mann sagt: „Bitte entscheide du das.“

Von Jörg Reuter

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