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Im Erzählcafé sprudeln die Kulturideen

Im Erzählcafé sprudeln die Kulturideen

Eine Kulturrallye, eine Fahrrad-Kultur-Tour, ein Bonussystem oder gar ein Festival mit zahlreichen Kulturveranstaltungen in kürzester Zeit - beim Erzählcafé in den Räumen des Kulturbundes sprudelten vorgestern die Ideen, wie man Kultureinrichtungen auf dem Land mit denen in der Stadt besser verbinden kann, nur so.

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Kultur und Genuss in Stadt und Land auf die Sprünge helfen: Unter diesem Motto berieten Kulturschaffende, Politiker und Interessierte im Kulturbund Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Allerdings rückten die Kulturschaffenden und Politiker bei der Veranstaltung, die von der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen in Kooperation mit dem Landratsamt und dem Kulturbund organisiert wurde, auch das in den Mittelpunkt, was bereits gut läuft.

 

"Ich bin hundert Prozent überzeugt, dass wir ein Pfund hier haben", sagte zum Beispiel Landrätin Michaele Sojka (Linke), und der Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) pflichtete ihr bei. "Wir haben ganz viel Breitenkultur, ohne die könnten wir eine ganze Menge nicht lösen", sagte er und nannte Bauernmärkte, Prinzenraub, Zeichen- und Rezitierwettbewerbe sowie viele andere Beispiele für Aktivitäten, bei denen sich Menschen aus Altenburg und dem Umland gemeinsam engagieren. Allerdings müsste man die Abstimmung untereinander verbessern, so dass sich Festivitäten nicht gegenseitig Konkurrenz machen.

 

Dass gerade auch auf dem Land viel Kultur passiert, erzählten der Göpfersdorfer Bürgermeister Klaus Börngen (Heimatverein) und Martin Burkhardt von der Bockwindmühle Lumpzig aus eigener Erfahrung. Wie sie verdeutlichte auch Uwe Dombrowsky vom gleichnamigen Marionettentheater: "Wir müssen nicht unbedingt in die Nähe einer Großstadt." Das Wandermarionettentheater zum Beispiel sei von jeher Kultur im ländlichen Raum gewesen. Allerdings sei es heutzutage schwieriger, geeignete Säle zu finden, da nicht jeder Ort wie früher einen Landgasthof habe.

 

Überhaupt: Die strukturellen Veränderungen auf dem Land waren den Diskutierenden wichtig, gerade wenn es darum ging, wie man mehr junge Leute für das Altenburger Land begeistern kann. So machte Ingo Prehl, Mitglied im Förderverein des Renaissanceschlosses Ponitz und für die Grünen im Kreistag, deutlich, dass ein schönes Schloss allein niemanden bewegen würde, nach Ponitz zu ziehen. "Das nützt nichts, wenn sonst alles den Bach runtergeht", sagte er in Bezug auf Schule, Kita und Einzelhandel. Und er habe die Erfahrung gemacht, dass zwar Gäste aus Chemnitz und Zwickau nach Ponitz kommen, aber kaum aus Altenburg.

 

Wie sich das ändern kann, dazu entstanden erste Ideen. So griff Angela Kiesewetter-Lorenz vom Landratsamt einen Scherz von Wolf bezüglich einer Kultursteuer für diejenigen, die keine Veranstaltungen auf dem Land besuchen, auf: Vielleicht könne man ein Bonussystem schaffen, bei dem die Besucher einer Einrichtung auch eine weitere kostenlos anschauen können. "Theater und Marionettentheater oder Schloss und Bockwindmühle", nannte sie als mögliche Beispiele. Michael Berninger vom Leipziger Gartenprogramm/Netzwerk für Stadtnatur verwies in diesem Zusammenhang aber auch darauf, dass ein Netzwerk nur dann funktionieren kann, wenn beide Seiten etwas davon haben. Er kann sich übrigens vorstellen, eine Landpartie ins Altenburger Land zu organisieren.

 

Die Veranstaltung im Kulturbund bildete erst den Anfang für die Reihe im Altenburger Land. Demnächst soll das Erzählcafé in anderen Orten des Landkreises Station machen, um Kulturschaffende und Interessierte miteinander ins Gespräch zu bringen.

Jenifer Hochhaus

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