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Altenburg Im Leinawald: Das große Aufräumen nach der stürmischen Friederike
Region Altenburg Im Leinawald: Das große Aufräumen nach der stürmischen Friederike
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00:24 28.02.2018
Aufräumarbeiten im Leinawald: Die Beseitigung der Sturmschäden wird noch bis in den April andauern. Quelle: Mario Jahn
Nobitz/Altmörbitz

Gut einen Monat ist es inzwischen her, dass Orkantief Friederike durch den Leinawald brauste. Doch ihre Spuren sind noch allgegenwärtig, halten die Forstarbeiter in Atem. Das Ausmaß des Schadens ist weit größer als bei den vergangenen Stürmen, wie beispielsweise Kyrill im Jahr 2007 und Herwart im vergangenen Oktober. Was Friederike anrichtete, überraschte selbst Hartgesottene.

Kyrill nur halb so schlimm

„Es war mit Abstand der heftigste Sturm“, sagt Jörg Zippel. Kyrill habe nur etwa halb so viel Schaden wie Friederike hinterlassen, so der zuständige Revierförster im Leinawald. „Das war schon sehr derbe“, resümiert er. Derzeit ist der Forstoberinspektor mit seinen Mitarbeitern von Thüringen Forst und drei Unternehmen dabei aufzuräumen. Dafür wurde auch Spezialtechnik aus dem Thüringer Wald herangeschafft, die per Kran und Säge Bäume fällen kann. Dennoch werden die Arbeiten noch bis in den April hinein dauern. Erst danach kann die Aufforstung des geschädigten Gebiets beginnen. Dieses zieht sich durch den gesamten Leinawald – vom Flugplatz Nobitz bis nach Altmörbitz. Wie hoch der Gesamtschaden ist, will Zippel erst nach Beendigung der Aufräumarbeiten beziffern.

Mit bis zu 143 Stundenkilometern war der Orkan am 18. Januar laut Daten des Wetterdienstes Meteo Group über das Altenburger Land gefegt. Während Kyrill im Januar 2007 im Kreis nur Windstärke 8/9 (stürmischer Wind/Sturm) mit bis zu 89 km/h erreichte, brachte es Friederike auf Windstärke 12 (Orkan). Die wurde laut Wetterdienst am Flugplatz Nobitz, also kurz bevor Friederike auf den Leinawald traf, gemessen. Damit war das Altenburger Land unter den flachen Regionen Deutschlands ganz vorn dabei. Sämtliche Feuerwehren des Kreises waren etliche Male ausgerückt, um zerstörte Dächer, Schäden an Fenstern und Fassaden sowie zersplitterte und entwurzelte Bäume, die Straßen, Gleise, Strom- und Telefonleitungen beschädigt hatten, zu beseitigen.

Lieber auf den Hauptwegen bleiben

In dem rund 1800 Hektar großen Leinawald hat Friederike circa 3000 Festmeter Schadholz hinterlassen. Welcher Anteil das vom Gesamtwald ist, konnte noch nicht exakt festgestellt werden, da die Schäden neben weitläufigen Flächen auch vielfach nur punktuell aufgetreten sind, erklärt Zippel. Besonders Fichten seien eingeknickt. „Fast 90 Prozent des Bestandes“, schätzt der Revierförster. Fichten seien hier nicht beheimatet und wurden nur angepflanzt. Sie wurzeln sehr flach und sind so besonders anfällig. Aufgrund der starken Sturmschäden verzichtet Thüringen Forst in diesem Jahr auf die Holzernte im Leinawald.

Als direkte Folge des Sturms blieb die Landstraße durch das Waldgebiet wochenlang voll gesperrt. Auch Spaziergängern und Wanderern wurde von einem Besuch abgeraten. Die Straße ist mittlerweile wieder befahrbar, Spaziergängern rät Jörg Zippel aber weiterhin ab, die Hauptwanderwege zu verlassen. „In den Hauptwegen haben wir schon viele Bäume gefällt.“ In den Nebenwegen, warnt Zippel, lehnen aber viele Bäume nur an anderen und drohen nach wie vor umzufallen. Die Gefahr ist noch lange nicht vorüber.

Von Mathias Schönknecht

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