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Altenburg Im Niederhainer Ortsteil Lohma wird ein Gehweg gebraucht
Region Altenburg Im Niederhainer Ortsteil Lohma wird ein Gehweg gebraucht
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00:33 08.06.2018
Zur Bushalte Stelle (Höhe weißer PKW) müsste Anton, um den Schulbus zu nutzen. Das ist aber seiner Mutter Stephanie Vogel zu gefährlich. Quelle: Jörg Reuter
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Langenleuba-Niederhain/Lohma

Noch reichlich drei Wochen, dann hat der kleine Anton sein erstes Jahr in der Schule hinter sich. Für seine Mutter Stephanie Vogel wird es für sechs Wochen etwas ruhiger. Denn sie muss dann nicht zweimal am Tag nach Niederhain zur Wieratalschule fahren. Früh, um den Siebenjährigen hinzubringen und am Nachmittag, um Anton von der Schule abzuholen. „Ich würde aber sehr gern mit dem Bus fahren. Das macht bestimmt Spaß und alle meine Freunde fahren auch mit“, sagt der Junge tief so traurig, dass es einem fast das Herz bricht.

Seine Mutter bleibt aber hart. „Ich lasse da keine Luft ran“, sagt sie zur OVZ. Doch das ist alles andere als Herzlosigkeit, vielmehr tiefe Mutterliebe. Denn die junge Frau hat Angst, den Steppke allein zur Bushaltestelle und zurück laufen zu lassen. Ihr ist der Weg viel zu gefährlich. Warum, zeigt sie vor Ort. Zufällig begegnet auch gerade der Bus, der zwei Teenager aus dem Gymnasium in Altenburg an der Bushaltestelle im Niederhainer Ortsteil abgesetzt hat, einem LKW. Zwischen Hauswand, Bus, Laster und Kirchenmauer passt kaum noch ein Blatt Papier.

Gefährliche Engstelle ist schlecht einzusehen

„Diese Engstelle müssen die Kinder zwangsläufig passieren“, erklärt die Mutter. Gerade sei es ja ruhig, weil in Niederhain die Brücke gebaut wird. „Aber normalerweise, wenn die Sandlaster hier lang fahren, ist richtig viel Verkehr. Und von denen hält sich keiner an die 30“, beklagt Vogel.

Damit nicht genug: Das alte Gehöft gegenüber der Kirche ist sanierungsbedürftig. Schon etliche Male seien Dachziegel heruntergefallen. „Und am Ende des Gutes ist ja die Kurve. Die Stelle hier ist so schlecht einzusehen, dass auch ich eigentlich nur nach Gehör über die Straße gehe“, schildert sie und fordert nicht nur einen Gehweg, sondern auch einen sicheren Übergang über die Straße.

Weil es sich um eine Landesstraße, konkret um die L1357 handelt, fällt die Zuständigkeit in die des Freistaates, der dies dem Straßenbauamt Ostthüringen in die Verantwortung gegeben hat. In der Geraer Behörde ist die L1357 ein Begriff. Nicht zuletzt, weil diese hinter Niederhain Richtung sächsisches Oberhain in einem bedauernswerten Zustand ist und noch dazu als Autobahnzubringer zur A 72, genutzt wird (die OVZ berichtete).

Geplant beziehungsweise gewünscht sei, den Ausbau der Straße ab 2020 finanziell in den Landesstraßenplan einzuordnen, wiederholt Amtsleiter Ulrich Wenzlaff, was er schon zum Abschnitt in Beiern sagen musste. Erst anschließend könnte geplant und gebaut werden.

Das ist freilich noch keine Zusage, dass auch Fußweg und Übergang eingerichtet werden. Diesbezüglich empfiehlt Wenzlaff den Bürgern, ihr Verlangen dem Landratsamt vorzutragen und einen verkehrsbehördlichen Ortstermin anzustreben, an dem auch Polizei und seine Behörde teilnehmen sollten. „Für solche Wünsche gibt es ein vorgeschriebenes Prozedere, bei dem ermittelt wird, welche Gefährdung tatsächlich existiert. Unter anderem gehört eine Verkehrszählung dazu“, so Wenzlaff.

Vor-Ort-Termin könnte zielführend sein

Ein solcher Termin könne zielführend sein, findet auch Niederhains Bürgermeister Carsten Helbig (SPD). Auch, weil es bereits einen Termin mit dem Straßenbauamt in Lohma gab. „2017 hat die Gemeinde beim Straßenbauamt angefragt, ob es die Möglichkeit gibt, dort einen Gehweg und einen Fußgängerüberweg zu bauen. Woraufhin wir in Lohma waren. Antwort haben wir jedoch noch nicht“, so Helbig. Das liegt wohl auch daran, dass die Situation schwierig ist, ein Fußweg kann nur auf Kosten der Fahrbahnbreite eingerichtet werden. Das Gut auf der einen Seite wird privat genutzt und die Kirchenmauer gegenüber steht unter Denkmalschutz.

Übrigens: 2020 kommt Stephanie Vogels kleine Tochter in die Schule. „Sehr gute Freunde von uns haben schon vor Jahren versucht, etwas an der Situation zu ändern. Deren Kinder sind inzwischen groß“, vervollständigt die junge Mutter das Bild.

Von Jörg Reuter

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