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Altenburg Im Reich der stummen Zeugen
Region Altenburg Im Reich der stummen Zeugen
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19:10 05.03.2012
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Altenburg

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Von Monique Pucher

Das Staatsarchiv beherbergt nach aktuellem Stand 6169 Meter Akten vom 15. Jahrhundert bis heute. Es gibt 3325 Urkunden, wobei die älteste aus dem Jahr 1025 stammt. Hinzu kommen 38 137 Bücher und 138 Meter Zeitungen. Knapp 80 000 Karten und Pläne, an die 50 000 Fotos und Bilder und mehr als 11 000 Ansichtskarten komplettieren die Sammlung. Bei Führungen durch die Räume und auf großen Schautafeln wurde die Arbeit der Archivare verdeutlicht.

Daneben gab es am Sonntag auch zwei Lesungen eines Berliner Autors, der auf der Grundlage seiner Recherchen im Altenburger Archiv ein Buch geschrieben hat. Alexander Zinn ist der Verfasser der Biografie "Das Glück kam immer zu mir." Es handelt vom Leben des homosexuellen KZ-Häftlings Rudolph Brazda aus Brossen, der einer der wenigen war, die diese Gefangenschaft überlebt hatten.

"Im Jahr 2008 bekamen wir die Anfrage, ob Herr Zinn in unseren Unterlagen nachschauen könne", berichtet die amtierende Leiterin des Archivs, Doris Schilling. Nach dem Ende seiner Recherchen veröffentlichte Zinn vergangenes Jahr sein Buch. Es sei das größte Ergebnis, das im vergangenen Jahr mithilfe des Archivs erzielt werden konnte, betont Schilling.

"Wir bekommen im Schnitt 350 Anfragen im Jahr, oft auch aus den USA", verrät die Leiterin. "Viele Menschen sind auf der Suche nach ihren Vorfahren, recherchieren für Studienabschlussarbeiten oder wollen mehr über die Geschichte ihres Landes erfahren."

Eine ganz besondere Anfrage ist dabei allen Mitarbeiterinnen im Gedächtnisgeblieben. Im Sommer 2011 erreichte das Archiv eine E-Mail aus Australien, wo man auf der Suche nach einer Korrespondenz zwischen deutschen Auswanderern und der Naturforschenden Gesellschaft im 19. Jahrhundert war. Eine australische Delegation kam schließlich nach Altenburg, um persönlich Einsicht in die Dokumente zu nehmen.

Auch am Sonntag kamen zahlreiche Besucher, zum Schauen, Staunen und um zu sehen, welche Schätze sich hinter den Mauern des Archivs verbergen. "Ich bin fasziniert von der alten Geschichte, die es hier gibt", so Jochen Richter. "Ich sammle selbst Heimatliteratur, deshalb finde ich diesen Tag der offenen Tür ganz prima."

Öffnungszeiten des Staatsarchivs: dienstags bis donnerstags von 8 bis 15.45 Uhr. Anmeldungen für die Nutzung des Lesesaals unter % 03447 315488.

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