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Im zweiten Anlauf geschafft

Im zweiten Anlauf geschafft

Schüler, Lehrer und Eltern haben lange darauf gewartet. Jetzt ist das große Ziel erreicht: Die Freie Grundschule Altenburg Dr. Rahn & Partner ist vom Thüringer Kultusministerium offiziell als Ersatzschule anerkannt worden.

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Eine historische Villa - das Zuhause der freien Grundschule.

Quelle: Mario Jahn

Darüber informierte die Leiterin des Bildungsmanagements der in Leipzig ansässigen Rahn-Dittrich-Group, Iris Engländer, im Anschluss an eine Kulturveranstaltung der Schule.

 

Eigentlich traf das so wichtige und lang ersehnte Papier aus Erfurt schon Mitte Mai beim Schulträger ein. Doch der hielt es geheim. Es sollte eine Überraschung zum Abschluss der alljährlichen Theater-Aufführung werden. Entsprechend groß war die Freude dieser Tage bei den rund 300 Gästen der Veranstaltung. "Wir empfinden das als Anerkennung der hervorragenden Arbeit unseres Lehrerkollegiums. Gerade dieses Theaterprojekt zeigt wieder, wie engagiert alle dabei sind", betonte Engländer. Und auch Schulleiterin Brigitte Roese fiel ein Stein vom Herzen. "Wir freuen uns alle sehr, dass wir es geschafft haben."

 

Dies ist verständlich, hat doch die in der Rudolf-Breitscheid-Straße ansässige Bildungseinrichtung verhältnismäßig lange auf die staatliche Anerkennung warten müssen. Normalerweise kann sie von einer privaten Schule drei Jahre nach der Gründung beantragt werden. Doch die 2007 eröffnete Grundschule in freier Trägerschaft hat aus nicht bekannten Gründen diesen Antrag erst im Herbst 2011 gestellt.

 

Und dann lief zudem nicht alles so glatt, wie sicherlich erhofft. Bei der ersten Überprüfung 2012 wurden einige Mängel festgestellt, deren Beseitigung Voraussetzung für eine positive Entscheidung war, begründete Stefan Schuhmacher, Pressesprecher des Thüringer Kultusministeriums, auf OVZ-Anfrage. So sei das Schulkonzept nicht in allen Punkten umgesetzt und einige Lehrkräfte ohne Genehmigung eingesetzt gewesen. "Im Ergebnis dieser ersten Überprüfung hat die Schule den Lehrkräfteeinsatz geändert, das Konzept überarbeitet", so Schuhmacher. Aber wegen Erkrankung des zuständigen Mitarbeiters und der Umstrukturierung der Schulämter habe die neue Vorort-Prüfung erst im zweiten Schul- halbjahr 2012/2013 stattgefunden.

 

Ohne die staatliche Anerkennung aber mussten 2011 bis 2013 die Schüler der 4. Klassen für den Wechsel an ein Gymnasium Probeunterricht absolvieren und extra Prüfungen ablegen, auch wenn sie die geforderten Zensuren nachweisen konnten. Dass in diesem Jahr 19 von 20 Kindern diesen Test bestanden, sieht Brigitte Roese als Beweis für die solide Arbeit. Jetzt ist diese auch staatlich anerkannt.

 

Die private Grundschule setzt vor allem auf ein musikalisch-künstlerisches Konzept und die Ganztagsbetreuung der Schüler von 6.30 bis 17.30 Uhr. "Wir ermöglichen die Verbindung von ganztägigem Lehren, Lernen, Spielen und außerschulischen Aktivitäten", so die Direktorin. "Wer beispielsweise ein Instrument erlernen will, hat den Musikunterricht quasi vor Ort. Er wird in den Tagesablauf integriert." Großen Wert legt die Bildungseinrichtung zudem auf die enge Zusammenarbeit von Lehrern und Horterziehern. Letztere nehmen sogar einmal pro Woche am Unterricht teil, um die Kinder, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, noch besser kennenzulernen.

 

Ein großes Pfund, so Roese, sei auch die Unterstützung durch den rührigen Förderverein, der beispielsweise Gelder für die Errichtung eines Sportplatzes auf dem Schulgelände gesammelt hat.

 

Die Freie Grundschule besuchen derzeit 87 Schüler der 1. bis 4. Klasse. Es unterrichten sechs fest angestellte Lehrer sowie Honorarkräfte. Das Schulgeld, das die Hortbetreuung einschließt, beträgt monatlich 235 Euro.

Ellen Paul

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