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Im zweiten Anlauf soll’s gelingen - Vereinbarung zur Theaterfinanzierung erneut unterzeichnet / Höhere Zuschüsse und Haustarife machen Kompromiss m...

Im zweiten Anlauf soll’s gelingen - Vereinbarung zur Theaterfinanzierung erneut unterzeichnet / Höhere Zuschüsse und Haustarife machen Kompromiss möglich

Das dürfte in der deutschen Kulturlandschaft seinesgleichen suchen: Innerhalb von nur zehn Monaten ist die Vereinbarung zur Finanzierung des Theaters Altenburg-Gera für die Jahre 2013 bis 2016 zum zweiten Mal unterzeichnet wurden.

Haben Anlass zur Freude: Generalintendant Kay Kuntze, Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn, Thüringens Kulturminister Christoph Matschie, Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf, Landrätin Michaele Sojka und die kaufmännische Geschäftsführerin des Theaters, Andrea Schappmann, bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.).

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Ellen Paul

Wie sich doch die Bilder gleichen, nur die Protagonisten haben teilweise gewechselt. Wie schon Anfang Februar auf der Bühne des Geraer Theaters so treffen sich gestern im Rangfoyer des Altenburger Hauses die Theater-Gesellschafter mit Kulturminister Christoph Matschie (51, SPD), um medienwirksam die Unterschrift unter das für das Theater überlebenswichtige Papier zu setzen. Neben dem Minister greift nur Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (50, SPD) zum zweiten Mal zum Stift. Für die Stadt Gera und den Landkreis Altenburger Land machen das nun Oberbürgermeisterin Viola Hahn (56, parteilos) und Michaele Sojka (49, Linke) statt ihrer Vorgänger Norbert Vornehm und Sieghardt Rydzewski.

Wie sich auch die Worte gleichen. Von einer gesicherten Zukunft für Thüringens einzigem Fünf-Sparten-Haus ist erneut die Rede, von einem soliden wirtschaftlichen Fundament, um weiterhin Theater auf hohem Niveau machen zu können.

Doch es stehen diesmal glücklicherweise andere Zahlen in diesem Vertragswerk. Denn im Februar war die Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet worden, obwohl alle das Zwei-Millionen-Loch kannten, das sich mit der beabsichtigten Rückkehr zum Flächentarifvertrag ab 2013 alljährlich auftun würde. Doch niemand sprach darüber.

Nach langen und zähen Verhandlungen ist in den zurückliegenden Monaten nun der notwendige Kompromiss gefunden, um Spartenschließungen und eine Entlassungswelle zu verhindern. Das Kulturministerium erhöht seine ursprünglich zugesagten Zuschüsse von 9,7 auf 10,4 Millionen Euro jährlich, auch die kommunalen Träger legen nach. Und die rund 300 Beschäftigten verzichten erneut auf Lohn, wofür Minister und Gesellschafter ihnen unisono ausdrücklich Dank sagten. In äußerst schwierigen Verhandlungen, so Michael Wolf, sind mit den zuständigen Gewerkschaften Haustarifverträge abgeschlossen worden. "Eine überwäl- tigende Mehrheit in den beiden Stadträten und im Kreistag hat für die neue Theaterfinanzierung gestimmt. Das ist eine klare Willensbekundung für dieses Theater", fasst Wolf die in den zurückliegenden Monaten geleistete Überzeugungsarbeit zusammen.

Und noch etwas ist anders gestern in Altenburg. Am Tisch zur Vertragsunterzeichnung haben auch der Intendant Kay Kuntze und die kaufmännische Geschäftsführerin Andrea Schappmann Platz genommen. Im Februar noch hatte sich der neue Theaterchef geweigert, dort zu sitzen und sich in die letzte Reihe der Presseleute "verdrückt". Denn für Kuntze war die damalige Finanzierungsvereinbarung "der Beginn vom Ende des Theaters", wie er nur wenige Stunden vor der Unterzeichnung in einem Interview sagte. Und: Es sei unanständig, die Schließung des Defizits allein den Mitarbeitern aufzubürden.

Jetzt sieht der 46-Jährige offensichtlich weit optimistischer in die Zukunft. Und das nicht nur der gesicherten Zuschüsse von Land und Kommunen wegen in Höhe von rund 17,5 Millionen Euro jährlich. Gestiegene Zuschauerzahlen und durchweg positive Bewertungen der neuesten Produktion geben, so Kuntze, gleichfalls Anlass dazu. "Ganz Ostthüringen braucht dieses Theater. Wir sind in der Region kultureller Alleinversorger."

 

-Kommentar Seite 11

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