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Altenburg Imagefilm und Obst-App: Blühende Ideen für die Kleingärten
Region Altenburg Imagefilm und Obst-App: Blühende Ideen für die Kleingärten
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05:37 12.11.2018
Der neu gewählte, erweiterte Vorstand des Regionalverbandes Altenburger Land der Kleingärtner um den Vorsitzenden Wolfgang Preuß (rechts) und Marketingchef Michael Wolf (Mitte). Quelle: privat
Altenburg

Der Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner hat für die kommenden vier Jahre einen neuen Vorstand, der fast identisch mit dem alten ist. Auf der Delegiertenkonferenz am Sonnabend im Festsaal der Altenburger Brauerei bestätigten die Teilnehmer die bisherige Führungscrew und erweiterten sie sogar um zwei Sitze auf Zeit. Hintergrund unter anderem: Der erneut im Amt bestätigte Vorsitzende Wolfgang Preuß will 2020 das Zepter in jüngere Hände abgeben. Am 1. März 2020 feiert er sein 40-jähriges Dienstjubiläum als Kreischef. Damit ist Preuß – derzeit 73 Jahre alt – der dienstälteste Kleingärtner-Häuptling in ganz Deutschland.

Altenburgs Kleingärtner sind in vielerlei Hinsicht in der gesamten Bundesrepublik der Krösus mit dem grünsten Daumen. Dazu bei trägt auch das seit 2005 laufende gemeinsame Förderprogramm mit der Stadt, um das Kleingartenwesen nachhaltig zu stabilisieren und Überangebote an leeren Gärten zu mindern. Und nicht zuletzt die mehrfach erfolgsgekrönte Teilnahme am Bundeswettbewerb.

Kleingartenwesen soll moderner werden

Eine Position, die immer wieder neu erkämpft werden muss, um den Prozess der Umgestaltung des Kleingartenwesens vom etwas antiquierten Laubenpiepertum hin zu einer modern-zeitgemäßen und damit weithin begehrten sozialen Institution am Laufen zu halten.

Auf der samstäglichen Delegiertenkonferenz gab es dazu eine ganze Reihe von spannenden Ideen und Anregungen. Dass der Altenburger Weg, Sparten mit Zukunft durch gezielte Förderung attraktiver zu machen und konsequent gegen Leerstand vorzugehen, Erfolg zeigt, bewies Preuß mit Zahlen: „Auf dem Territorium der Stadt Altenburg, wo das Entwicklungskonzept greift, beträgt der Leerstand aktuell 6,5 Prozent. Im Landkreis sind es durchschnittlich 13 Prozent.“ In diesem Zusammenhang boten Preuß und der für Marketing im Verbandsvorstand verantwortliche Altenburger Ex-Oberbürgermeister Michael Wolf an, dieses Programm von Altenburg weiter in den Landkreis zu tragen. Da passte es gut, dass neben Altenburgs OB André Neumann und Landrat Uwe Melzer auch die Bürgermeister Udo Pick aus Meuselwitz, Hendrik Läbe aus Nobitz sowie Carsten Helbig aus Langenleuba-Niederhain anwesend waren. „Wir helfen da gern“, so Wolf.

Imagefilm bewirbt Kleingarten-Idylle

Die Kleingärtner des Altenburger Landes setzen mediale Maßstäbe, um die Kleingarten-Idylle noch populärer zu machen. Auf Initiative auf Michael Wolf, Marketingschef im Regionalverband der Kleingärtner, entstand ein vierminütiger Streifen – produziert von „frech ab“, einer Agentur der Verlagsgruppe Kamprad. „Die große Welt der kleinen Gärten“ lautet der Titel. Die Produktionskosten in Höhe von etwa 17 000 Euro wurden vom Thüringer Landwirtschaftsministerium gefördert. Im Film, der beeindruckende Überflüge als auch Nahaufnahmen zeigt, werden die unterschiedlichen Bedeutungen der Gärten betont: für gesunde Ernährung, für Erholung, für das Miteinander mit sozial Benachteiligten, Behinderten oder Geflüchteten.

Verband vereint 70 Sparten im Landkreis

Um den Weg der schrittweisen Modernisierung des Kleingartenwesens weiter zu verfolgen, braucht es aber auch neue Ansätze. Einer davon ist ein modernes Führungsmanagement des Verbandes, der die Interessen von immerhin 70 Kleingartensparten im Altenburger Land vertritt. „Das ist eines der Leitthemen unserer Zeit, die eine des Umbruchs ist“, sagte Preuß. So habe man beispielsweise erkannt, dass es auch in Sachen Außendarstellung ein zeitgemäßes Auftreten brauche. Nicht umsonst wurde Ex-OB Wolf im Vorstand mit der in Thüringen in Kleingärtnerkreisen noch einzigartigen Position des Marketingverantwortlichen betraut. Ein erstes Produkt war am Sonnabend schon zu sehen: ein Imagefilm, der prägnant die Bedeutung und Vorzüge des Kleingartenwesens veranschaulicht. „Mittlerweile lief der Film schon in Braunschweig sowie beim Landesverband Niedersachsen und beim Bundesverband. Und alle wollen ihn für ihre Zwecke haben“, umriss Preuß den Erfolg.

Michael Wolf: „Fördergelder gibt es viele“

Marketingexperte Wolf hatte für die anwesenden leitenden Kleingärtner auch noch eine andere Botschaft in Gepäck: Verstärkt sollten sie sich neben dem städtischen Förderprogramm auch um andere Fördermittel für eigene Projekte bemühen und die dafür nötigen Eigenmittel bereithalten. „Fördergelder gibt es eigentlich viele. Man muss sie nur finden und für sich erschließen und die nötigen Hürden nehmen“, skizzierte Michael Wolf. Er bot für die Suche seine Hilfe an.

Hendrik Läbe: „Warum nicht eine App?“

Und weil man gerade bei den Visionen war, brachte auch das Nobitzer Gemeindeoberhaupt Hendrik Läbe eine solche hervor. „In vielen Anlagen liegen leere Parzellen inmitten von genutzten und können so nicht einfach beräumt und der Boden einer anderen Nutzung übergeben werden. Warum kann man nicht diese Brachen mit Obstbäumen bepflanzen, deren Erträge von Jedermann gepflückt und genutzt werden können?“, stellte Läbe in den Raum. „Das könnte bislang fremde Besucher in die Anlagen locken, die sich dann vielleicht für einen eigenen Garten begeistern. Zudem können in diesen Parzellen alte und mittlerweile seltene Obstsorten angebaut und erhalten werden, sind die Ernten gesund und macht das Ernten Spaß. Das Bepflanzen wäre über Ausgleichsmaßnahmen möglich, wenn für Bauarbeiten andernorts Grün verschwindet“, erklärte Läbe. Und wie man diese kleinen öffentlichen Obstparzellen künftig veröffentlichen kann, hat Läbe auch schon vor Augen: „Warum nicht über eine App fürs Smartphone?“

Von Jörg Wolf

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