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Immer mehr Menschen im Altenburger Land arbeiten länger als 65

Statistik Immer mehr Menschen im Altenburger Land arbeiten länger als 65

Der Anteil der erwerbstätigen 65- bis 70-Jährigen ist im Altenburger Land in die Höhe geschnellt. Wie eine Auswertung von Zahlen der Agentur für Arbeit durch die versicherungsnahe Initiative „7 Jahre länger“ zeigt, arbeiteten 2015 fast dreimal so viele Menschen dieser Altersgruppe wie noch anno 2000.

Immer öfter gibt es auch im Altenburger Land ältere Beschäftigte, die über das eigentliche Rentenalter hinaus weiterarbeiten.

Quelle: dpa

Altenburg. Der Anteil der erwerbstätigen 65- bis 70-Jährigen ist im Altenburger Land in die Höhe geschnellt. Wie eine Auswertung von Zahlen der Agentur für Arbeit durch die versicherungsnahe Initiative „7 Jahre länger“ zeigt, arbeiteten 2015 fast dreimal so viele Menschen dieser Altersgruppe wie noch anno 2000. Machten die Über-65-, aber Unter-70-jährigen Arbeitnehmer vor 15 Jahren noch einen Anteil von 3,4 Prozent aller Erwerbstätigen aus, so waren es Ende des Vorjahres bereits 9,2 Prozent.

Trotz des Anstiegs liegt der hiesige Kreis landes- und bundesweit weit unter dem Schnitt. Denn in Thüringen arbeiten 13,4 und in der Bundesrepublik gar 16,6 Prozent der Menschen über ihren 65. Geburtstag hinaus. „Der Zuwachs liegt nur zum geringen Teil an der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters“, erklärt der Sprecher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Christian Ponzel. Denn rund 563 000 der bundesweit arbeitenden Senioren seien im Ruhestand, 102 000 hätten die reguläre Altersgrenze noch nicht erreicht, die aktuell bei 65 Jahren und fünf Monaten liege. „Für die meisten ist das Geld weniger wichtig. Spaß und menschliche Kontakte stehen im Vordergrund, wie Studien zeigen.“ Daher hätten die meisten der arbeitenden Rentner auch nur eine geringfügige Beschäftigung.

Im Altenburger Land gingen im Vorjahr – total gesehen – 410 Menschen zwischen 65 und 70 Jahren einem Mini-Job nach. Das entspricht einem Anteil von 7,6 Prozent der Bevölkerung in diesem Alter. Mehr oder gar Vollzeit arbeiteten dagegen nur 85 Menschen (1,6 Prozent). Auch diese Zahlen stiegen deutlich. Zehn Jahre zuvor verfügten nur 21 (0,3 Prozent) der Über-65-Jährigen über einen sozialversicherungspflichtigen Job und lediglich 312 der Unter-70-jährigen Rentner über eine geringfügige Beschäftigung.

Der Trend zum Altersjob verlaufe regional jedoch äußerst unterschiedlich, sagt Ponzel. „Von allen 402 Landkreisen hat Vechta in Niedersachsen mit 32 Prozent die höchste Beschäftigungsquote.“ Dort arbeiten anteilig fast viermal mehr Senioren als im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (8,3 Prozent), der bundesweit Schlusslicht ist. Das Altenburger Land liegt drei Plätze davor auf Rang 399.

„Ein wichtiger Faktor ist die Wirtschaftskraft“, erklärt Ponzel die Gründe des Trends. „In starken Regionen gibt es insgesamt mehr Arbeit – so auch für Ältere.“ Ein Job im Alter setze oft auch ein Erwerbsleben bis zur Rente voraus, was in Boomregionen eher der Fall sei. „Dort haben Rentner wegen der höheren Lebenshaltungskosten zudem ein größeres Interesse an Arbeit. Auch Pendler beeinflussen die Statistik: Sie treiben die Beschäftigungsquote in boomenden Städten nach oben, während sie in den angrenzenden Kreisen absinkt.“

Dass im Altenburger Land nicht einmal jeder zehnte Ältere arbeitet, liegt demzufolge an geringerer Wirtschaftskraft und eher fehlenden Jobs sowie häufig durch Arbeitslosigkeit unterbrochenen Erwerbsbiografien. Wie der gesamte Osten wächst der Trend im Kreis rasant, holt also auf. Denn der relative Anstieg bei den älteren Arbeitnehmern um 173,3 Prozent bedeutet bundesweit Platz 37.

Die Initiative „7 Jahre länger“ wurde vom GDV gegründet und soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden und länger fit bleiben. Denn die meisten unterschätzen laut wissenschaftlicher Studien ihre Lebenserwartung deutlich und haben oft ein negatives Bild vom Alter. Die Initiative will einen gesellschaftlichen Dialog anstoßen, wie das Beste aus den gewonnenen Jahren zu machen ist.

Von Thomas Haegeler

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