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Altenburg Immer weniger machen sich selbstständig
Region Altenburg Immer weniger machen sich selbstständig
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18:54 26.03.2012
Altenburg/Erfurt

Von Thomas Haegeler

Dass sich die Zahlen der An- und Abmeldungen von Gewerbebetrieben im Altenburger Land, unter denen der Wirtschaftszweig Auto-Handel und -Reparatur mit jeweils etwa einem Viertel dominiert, auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 2003 befinden, passt in den Thüringer Trend. Denn landesweit gab es seit 1991 noch nie weniger Gewerbeanzeigen als im abgelaufenen Jahr. Als Hauptursache dafür sieht der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Altenburger Land, Wilfried Krys, den demografischen Wandel: "Wo immer weniger Menschen leben, gibt es auch immer weniger, die ein Gewerbe an- oder abmelden können."

Allerdings spielten auch andere Gründe eine Rolle, sagt Krys. "Denn vor einigen Jahren gab es einen Boom bei den Gewerbeanmeldungen durch das Instrument Ich-AG, was regelmäßig zu vielen Neugründungen und wenig später zu zahlreichen Aufgaben geführt hat." Auch die Liberalisierung von Gewerken, die man ohne Meisterprüfung oder gar ohne einschlägige Ausbildung ausüben kann, habe sicher ihren Teil zu den Zahlen beigetragen. "Daneben ist auf der einen Seite zu beobachten, dass sich immer weniger Leute den Sprung in die Selbstständigkeit trauen. Auf der anderen Seite wird genauer überlegt und so weniger Risiko eingegangen, weshalb Selbstständige seltener scheitern."

In Letzterem sieht der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft auch einen Erfolg der eigenen Beratungsangebote. "Wenn Leute zu uns kommen, zeigen wir ihnen die Perspektiven und Chancen, aber auch die Risiken auf", erklärt er und bemüht dafür ein Beispiel: "Angesichts der Bevölkerungsentwicklung im Altenburger Land gehen nicht mehr so viele Leute zum Friseur, zumal es davon sowieso schon sehr viele gibt. Das heißt, wenn sich jemand trotzdem als Friseur selbstständig machen will, braucht er ein stimmiges Konzept, muss eine Nische finden, um neue Kunden zu gewinnen. Ansonsten wird es schwierig."

Unter den Gewerbe-Anmeldungen des vergangenen Jahres machten Neuerrichtungen den Löwenanteil aus. Diesen Grund nannten im vergangenen Jahr 432 von 522 Unternehmern im Altenburger Land. Kaum eine Rolle spielten hingegen Zuzüge (57) oder Übernahmen (33) von Firmen. Bei den Abmeldungen machten die Betriebsaufgaben mit 490 von 604 Gewerbetreibenden den bei weitem größten Anteil aus. Fortzüge (71) und Übergaben (43) waren im Vergleich dazu fast zu vernachlässigen.

Aber auch diese Zahlen sind auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 1996. Während Krys sich die geringe Anzahl von Neugründungen noch durch oben genannte Gründe erklären kann, sieht es bei den Betriebsaufgaben anders aus: "Bei den Handwerkern im Kreis ist der Altersdurchschnitt relativ hoch, aber viele finden keine Nachfolger. Deshalb hätte ich gedacht, dass diese Zahl anders aussieht."

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