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Impressionen eines Architekten

Impressionen eines Architekten

Auf einer Zeichnung erhebt sich der Erfurter Dom in voller Pracht über den Betrachter hinweg, auf einer anderen werden die Eigenheiten des Mühlhäuser Gerberviertels mit wenigen Strichen deutlich.

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Alfred Görstner stellt im Lichthof des Landratsamt in Altenburg vor allem Stadtansichten wie diesen Blick auf Altenburg aus.

Quelle: Mario Jahn

Das entscheidende Moment in beiden Werken des Hobbykünstlers Alfred Görstner ist die Architektur. Sie bestimmt die Ausstellung "Stadt-Land-Schaft", die jetzt im Landratsamt in Altenburg zu sehen ist. "Notate eines Architekten" hätte sie deshalb auch heißen können, wie Kunstwissenschaftler Jörg-Heiko Bruns in seiner Laudatio vor rund 50 Gästen bemerkte.

 

Vor allem Ansichten von Gebäuden, architektonische Details, Stadtsilhouetten und Straßenzüge zeigt der selbstständige Görstner aus Zeulenroda-Triebes. Wenngleich der Besucher aufgrund des Titels auch Landschaftsbilder erwarten könnte, bleiben diese in der Unterzahl. Dafür sieht der Betrachter auf den Bleistiftzeichnungen und Gemälden das Gewusel einer New Yorker Gasse, blickt auf die Altenburger Altstadt oder kann sich in die Details des Landratsamtes Altenburger Land, dessen Innenraum in zarten Bleistiftlinien festgehalten ist, vertiefen.

 

"Da es lange geplant war, konnte ich auch mehrfach ins Altenburger Land kommen und Zeichnungen machen", erzählte der 1949 in Fischersdorf Geborene. Der Kontakt zum hiesigen Landkreis entstand eher zufällig, als Landrätin Michaele Sojka (Linke) einen von Görstners Kalendern geschenkt bekam. Daraufhin sei man ins Gespräch gekommen und schließlich auch die Idee für die Schau im Landratsamt entstanden. Ihm sei es bei den Ausstellungen wichtig, dass Orte der Region vertreten sind, betonte Görstner. Und so finden sich zahlreiche Ansichten aus Altenburg und dem Umland: Die Roten Spitzen inszeniert der Architekt als weiße Türmchen umringt von rotem Häusergewimmel, die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz ist als Skizze zu sehen. "Es gibt eine schöne, gewachsene Altstadt, die ich mit Draufsichten festgehalten haben", beschrieb Görstner, was ihn besonders fasziniert hat. "Und auch das Gesamtensemble des Marktplatzes ist beeindruckend". Nicht nur dieser ist wiederholt zu sehen, es scheint Teil des Ausstellungskonzepts zu sein, dass Motive mehrfach vorkommen - als Zeichnung, Aquarell und Acrylgemälde.

 

"Die großen Städtebilder deuten an, dass er die mittelalterlichen Städte in seinem Herzen trägt", hielt Bruns über den Künstler fest. Natürlich sei es nicht ungewöhnlich, dass Architekten zum Stift greifen, um Inspirationen festzuhalten. Auch Görstner, der bis 1973 an der Bauhaus-Universität in Weimar Architektur studiert hat, zeichnete zunächst berufsbegleitend auf Reisen. Erst seit 2000 bezieht er auch verstärkt Farbe in sein künstlerisches Schaffen ein, seit 2004 fertigt der Hobbykünstler Acrylgemälde an. "Licht ist für den Architekten in seinem Hauptberuf genauso wichtig wie in seiner Freizeitkunst", sagte Bruns bezogen auf die kräftigen Farben, die die Gemälde bestimmen. Görstner setzt meist auf satte, kraftvolle Töne, taucht das Firmament über einer Skyline schon mal in abendlich-oranges Licht oder lässt die Farbnuancen der Gebäude im Himmel erneut anklingen. Auch Altenburg erscheint dabei zugleich vertraut und doch neu inszeniert.

 

Die Schau kann bis 28. August zu den Öffnungszeiten des Landratamtes besichtigt werden.

Jenifer Hochhaus

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