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Altenburg In Altenburg auf den Spuren von Bach und Trost
Region Altenburg In Altenburg auf den Spuren von Bach und Trost
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16:05 04.09.2017
Der Altenburger Schlossdirektor Christian Horn und der Schlossorganist Felix Friedrich (1.u.3.v.l.) mit den Teilnehmern der Akademie vor der historischen Trost-Orgel in der Schlosskirche. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Wieder einmal gaben sich Organisten aus der ganzen Welt ein Stelldichein in Altenburg, um an der Thüringischen Orgelakademie teilzunehmen. Eine Woche lang studierten sie die wertvollen und einmaligen historischen Orgeln nicht nur im Altenburger Land, sondern im gesamten Freistaat. Es war der 27. Jahrgang dieser äußerst erfolgreichen Akademie, die seit 1991 in ununterbrochener Reihenfolge stattfindet.

Das ist schon mehr als bemerkenswert, denn in ganz Europa gibt es derzeit ein Überangebot an derartigen Orgelakademien und -seminaren. So stellt es keine leichte Aufgabe dar, sich auf diesem speziellen Markt zu behaupten und über diese lange Zeit mit Erfolg zu agieren.

Das Erfolgsrezept der Thüringischen Orgelakademie basiert natürlich nicht nur auf dem attraktiven und jährlich wechselnden Angebot an historischen Orgeln und den exquisiten Namen der Orgelbauer wie Gottfried Silbermann oder Tobias Heinrich Gottfried Trost. Dazu kommen international renommierte Gastprofessoren, wie in diesem Jahr Jean Ferrard aus Brüssel und Ludger Lohmann aus Stuttgart. Diese Namen bürgen für hohe Qualität in den einzelnen Seminaren und sind von nicht geringer Bedeutung, wenn deren Unterschrift auf den Zertifikaten steht, die die Teilnehmer am Ende der Akademie überreicht bekommen. Nicht zuletzt kommt die bis ins kleinste Detail durchgeplante Organisation hinzu, die einen absolut reibungslosen Ablauf garantiert. Insofern spricht sich vor allem durch Mundpropaganda unter den Organisten und Studenten herum, dass man unbedingt nach Altenburg fahren sollte, um eine perfekte Orgelakademie zu erleben.

Zu den Höhepunkten gehörte in diesem Jahr der Besuch des Bachhauses in Eisenach und das Spiel auf den Orgelpositiven in diesem Museum, das Kennenlernen der größten Barockorgel in Thüringen, der Trost-Orgel in der Stadtkirche zu Waltershausen, in der auch das Gastprofessorenkonzert stattfand, und natürlich das Spiel auf der Altenburger Trost-Orgel.

Es ist ein besonderes Erlebnis, diese klangprächtige Orgel zu spielen und vor allem auf der originalen Orgelbank, auf der einst Johann Sebastian Bach oder Franz Liszt saßen, zu musizieren. Davon war in diesem Jahr besonders die aus China stammende 22-jährige Wanying Lin angetan. Eine originale Orgelbank von 1737 gibt es übrigens auch an der Ponitzer Silbermann-Orgel. Dort sitzt man zwar durch eine Rückenlehne recht bequem, aber das fehlerfreie Spiel mit den Füssen machte einigen Teilnehmern schon ziemlich zu schaffen. Aber diese Erfahrung gehört zum Studium der alten Instrumente einfach mit dazu.

Erneut hatte es nach Altenburg mehrere Studenten aus Österreich und Portugal gelockt. Aber auch einige der passiven Teilnehmer, die größtenteils nebenberufliche Organisten in Belgien, den Niederlanden und in Deutschland sind, waren wieder in die Skatstadt gekommen, jedoch nicht, um hier eine kostengünstige Urlaubswoche zu verbringen. Ganz im Gegenteil: Sie zeigten großes Interesse an den Kursen und lauschten konzentriert den Vorträgen der Gastdozenten.

Einer der ganz treuen Teilnehmer ist der belgische Orgelbauer Wilfried Praet, der zum 17. Male die Orgelakademie besuchte. Für ihn ist es immer ein besonderes Erlebnis, kurz vor dem Abschlusskonzert die Zungenpfeifen der Trost-Orgel zu stimmen. Natürlich sind auch die Fachgespräche am Rande der Akademie nicht zu unterschätzen. Dabei geht es um viele interpretatorische Fragen, oft wird aber auch aus dem Nähkästchen geplaudert und recht deutlich erwähnt: Die Thüringische Orgelakademie besitzt im internationalen Maßstab einen besonderen Stellenwert. Darauf kann man in Thüringen und in Altenburg besonders stolz sein.

Von Felix Friedrich

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