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Altenburg In Haselbach pfeifen die Loks und rauchen die Colts
Region Altenburg In Haselbach pfeifen die Loks und rauchen die Colts
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10:26 21.08.2017
Johannes Rohmann (r.) muss nach den Schießereien in der „Westernstadt“ Haselbach regelmäßig die Toten von der Straße räumen, damit die Gäste weiter darauf flanieren können. Quelle: Mario Jahn
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Haselbach

„Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön – und bei den 19. Westerntagen in Haselbach konnte man dabei sogar den Wilden Westen seh’n. So begann für viele Besucher am vergangenen Wochenende eine kleine Abenteuerreise in historische Zeiten. Indianer mit buntem Federkleid, Petticoats und Spitzenblusen, aber vor allem Cowboyhüte und -stiefel ließen die Prärie von Meuselwitz bis Haselbach in altem Charme aufleben. Ideengeber und Veranstalter für dieses Event ist seit Jahr und Tag der Verein Kohlebahn, der 1996 gegründet wurde.

Zum 19. Mal hat der Kohlebahnverein am Wochenende zu seinen Westerntagen nach Haselbach sowie auf die Kohlebahn eingeladen. OVZ-Fotograf Mario Jahn hat das beliebte Ereignis dokumentiert. Hier eine Auswahl seiner Schnappschüsse.

Drei Züge mit fünf Waggons beförderten dabei die Besucher insgesamt 20 Kilometer von der Westernstadt bis zum Meuselwitzer Bahnhof und zurück. Erstmals in Betrieb war die vom Verein eigenhändig restaurierte Schöma 209. Der Lokführer des im grasgrün erstrahlenden Schmuckstücks war Lothar Pauer, der vor der ersten Fahrt noch einmal alles gewissenhaft kontrollierte. Früher sei er 34 Jahre als Lokfahrer im Bergbau tätig gewesen. „Wir fahren jetzt maximal 25 Kilometer pro Stunde. Mehr dürfen wir nicht“, berichtete er.

Entlang der Kohlebahnstrecke gab es dann einiges zu erleben. Schon nach den ersten Metern pfiff die Lok und die Colts knallten. Die Country- und Line-Dance-Gruppe Free Wolves ließ sich davon nicht beeindrucken. Aber die Fahrgäste mussten die Bahn und ihr Geld beim Angriff auf den Westernexpress auf offener Strecke verteidigen. Auch beim Westernschauspiel „Blutrot ist der Rio Grande – Lamas sterben früher“, mit einem echtem Lama, wurde scharf geschossen, allerdings nur mit Platzpatronen.

In der Westernstadt traf man auf verschiedenste Schausteller und Künstler; Tradition und Handwerk; Vieh, lebendig und gebraten. Zum Beispiel konnte man auf dem Indianerhügel den Stammesgeschichten lauschen. Einen Katzensprung weiter, über die Schienen, fanden sich die Saloons der Troublemaker, die regelmäßig das Gelände aufmischten, sodass ab und an der Totengräber etwas zu tun hatte. Johannes Rohmann räumte dann mit seinem schubkarrenähnlichen Holzkasten die Toten von der Main Street, damit die Gäste und feinen Herrschaften weiter darauf flanieren konnten. Sein Hobby lebt er voll und ganz aus und verriet: „Wenn es nichts zu tun gibt, leg ich mich auch mal selber in den Holzsarg und mache ein Nickerchen.“

Ein weiterer Western-Aktivist ist Patrick Irmscher. Er verbringt die Westerntage im aufgestellten Gefängnisanhänger. Viele Leute liefen da an ihm vorbei. Den einen oder anderen Spruch musste er sich dabei gefallen lassen und auf die Frage, warum er denn eigentlich einsitze, gab er jedem eine andere Antwort.

Extra aus Radebeul bei Dresden angereist waren Ditmar Bleschke. Er wohnte vergangenes Wochenende in einer der Westernzeltstädte. Bereits zwölf Jahre kommt seine Schaustellertruppe, die sonst die Karl-May-Festspiele mitgestalten, nach Haselbach.

Ebenfalls aus Sachsen kam Elke Büttner mit ihrem Mann. Sie selbst tanzt Line Dance in Taucha und hatte dabei von den Westernspektakel erfahren. „Es ist schade, dass nicht etwas weiter über die sächsische Grenze, zum Beispiel bis nach Leipzig, Werbung für die Veranstaltung gemacht wird“, bedauert sie. Ihrer Meinung nach gäbe es da sicherlich noch viel mehr Interessierte.

Von Eva Anna-Lena Zorn

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