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Altenburg In Langenreichenbach erinnert jetzt eine Tafel an das alte Gasthaus
Region Altenburg In Langenreichenbach erinnert jetzt eine Tafel an das alte Gasthaus
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06:00 19.08.2017
An der Stelle der ehemaligen Gaststätte in Langenreichenbach erinnert nun eine an einem Findling montierte Tafel an das Lokal. Ortsvorsteher Detlef Bölke (3.v.r.) stößt mit Dorfbewohnern und Jurymitgliedern auf sein Dorf an. Quelle: Ilka Fischer
Langenreichenbach

Die achtköpfige Jury des Dorfwettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ahnte sicher schon, was ihr in Langenreichenbach bevorsteht. Denn der lang gestreckte Mockrehnaer Ortsteil ist der Methusalem unter den Teilnehmern und lässt sich nun mal am besten per Rad erkunden. Doch vor der Radtour lieferte Ortsvorsteher Detlef Bölke bei der Präsentation im Heidebachsaal ein halbstündiges Feuerwerk von Argumenten für sein lebenswertes Dorf. Dabei fand der prall gefüllte Veranstaltungskalender ebenso Erwähnung wie die mehr als 100 Mitglieder zählende Feuerwehr oder schlichtweg die Tatsache, dass alle Knirpse in der Kindertagesstätte Sausewind einen Platz finden. Die Bäckerei Wittig und die Landfleischerei Müller würden zudem kaum einen Einkaufsmarkt vermissen lassen. Und immerhin gebe es in dem Dorf mit 730 Einwohnern 127 Arbeitsplätze, wobei die Agrargesellschaft mit 27 die meisten Mitarbeiter zählt.

Drei Dinge in drei Jahren

Auch seit dem letzten Wettbewerb vor drei Jahren habe sich einiges getan. Als die drei wichtigsten Dinge nannte Detlef Bölke neben der Gründung einer Nachwuchskapelle bei den Schalmeienmusikanten, die „sensationell anmutende Rettung des Gutshauses“ und die Beseitigung des Schandflecks Gaststättenruine.

Gaststättenruine ist jetzt Grünfläche

Heute wachsen auf der Grünfläche vor der Kirche nicht nur Bäume, es laden auch Bänke zum Ausruhen ein. Die Gaststätte ist 150-jährige Geschichte, ihre Vergangenheit auch mit den legendären Disko-Abenden soll dennoch lebendig bleiben. Am Donnerstag wurde deshalb eine entsprechende Tafel am Findlingsstein enthüllt. Vor dem Abriss stand eine kleine Odyssee. Vor allem, weil ein Käufer aus Rheinland-Pfalz in den 1990er-Jahren zwar eine Grundschuld von 214 000 Mark dafür aufnahm, aber dann verschwand. „Letztendlich gab erst die nicht bezahlte Grundsteuer die Möglichkeit, das Gebäude zwangsversteigern zu lassen“, nannte Bölke einen von vielen Zwischenschritten, bei dem die Gemeinde Eigentümer wurde. Dank Mitteln aus dem Programm Revitalisierung von Brachflächen standen auch Abrissgelder bereit. Die dennoch benötigten 10 000 Euro Eigenmittel hätten aber, so der Kompromiss mit der Gemeinde, die Langenreichenbacher aufbringen müssen. Dass die den Schandfleck weg haben wollten, beweist eine ellenlange Spender-Namensliste. Auf seine Langenreichenbacher kann sich der Ortschef verlassen. Und selbst für das Schild, das nun am Findling auf das einstige Gasthaus verweist, fand sich ein Spender. Denn das Dorf hat eine Zukunft, aber eben auch eine Vergangenheit und Gegenwart.

Von Ilka Fischer

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