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Altenburg In Meuselwitz ist ein Mann Kindergartenleiter
Region Altenburg In Meuselwitz ist ein Mann Kindergartenleiter
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05:00 21.10.2016
In der Kita „Märchenland“ schwingt mit Veiko Gruner ein Mann das Zepter. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Es hört sich an wie ein Märchen, ist aber keins: In der Meuselwitzer Kindertagesstätte „Märchenland“ ist der Leiter ein gestandener Mann mit Bart. In dieser Position ist er im Altenburger Land das einzige männlich Exemplar. Doch das stört weder die Eltern der Mädchen und Jungen, die die städtische Einrichtung besuchen, noch seine Mitarbeiterinnen.

„Wenn mir mit 20 einer sagt hätte, dass ich Kindergartenleiter werde, dem hätte ich einen Vogel gezeigt“, meint Veiko Gruner und lacht. Heute, mit 43 Jahren, hat er zu diesem Thema eine ganz andere Auffassung. Denn der große kräftige Bartträger ist bereits seit 2008 in der Meuselwitzer Kindertagesstätte „Märchenland“ tätig. Zunächst als Erzieher und seit mehr als einem Jahr als deren Leiter.

Mit seinem ersten erlernten Beruf hat die Arbeit mit Kindern so rein gar nichts zu tun. Denn der Zipsendorfer absolvierte nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur. Weil Gruner nach mehrmonatiger Arbeitslosigkeit vom Nichtstun die Nase voll hatte, ging er für acht Jahre zur Armee. Danach traf er die Entscheidung, den Beruf zu wechseln und Erzieher zu werden. Dabei hätten mehrere Faktoren ineinander gespielt, sagt er. „Vielleicht lag es auch daran, dass meine Frau und viele unserer Bekannten diesen Beruf ausüben“, meint er nach einigem Nachdenken.

Die ersten Erfahrungen als Erzieher sammelte der Vater von zwei Jungs bei der Lebenshilfe in Borna. Hier war er mehrere Jahre als Betreuer im Behindertenbereich tätig. „Die Arbeit war schwer, aber auch schön. Dennoch hatte ich den Wunsch, in einem Kindergarten zu arbeiten. Mein Anerkennungsjahr habe ich vor Jahren in der Kita Lilo Herrmann absolviert“, sagte er. Als in einem anderen Meuselwitzer Kindergarten, dem „Märchenland“ dann 2008 eine Stelle als Erzieher(in) ausgeschrieben gewesen sei, habe er sich beworben und Anfang September dort angefangen. „Ich wollte aber nicht unbedingt Karriere machen und zum Leiter der Einrichtung aufsteigen“, so der Familienvater. Als seine Vorgängerin dann 2015 in Rente ging, habe er die Leiterstelle als Herausforderung gesehen, sich darum beworben und sie bekommen.

Männer als Erzieher in Kitas gelten nach wie vor als Exoten. Doch in der Meuselwitzer Einrichtung scheint das ganz normal. „Die Kinder hatten von Anfang an keine Berührungsängste. Ich selbst hatte auch kein Problem damit, nur mit Frauen zu arbeiten“, betont er.

Das Wichtigste für ihn sei die Tatsache, dass er in einer Kita die Entwicklung der Kinder von Anfang an miterlebt. „Es ist schön zu wissen, ein kleines Stück dazu beigetragen zu haben“, so Gruner, dessen kleiner Sohn Ben jeden Tag mit dem Papa ins Märchenland kommt und in einer der fünf Gruppen betreut wird.

Der gestandene Mann mit Bart ist Chef von zwölf Erzieherinnen und drei technischen Kräften. Bis zu 75 Kinder im Alter von zehn Monaten bis zur Schuleinführung kann die Einrichtung aufnehmen.

Als Chef versuche er, nicht autoritär zu sein. Das Mitspracherecht der Kolleginnen sei ihm wichtig. Das sei auch bei dem neuen Konzept so, an dem er seit geraumer Zeit arbeite. Dabei stünde Wahrnehmung und Schulung der Sinne im Mittelpunkt. Bis Mitte 2017 soll das Konzept tragfähig und umsetzbar sein, so sein nächstes Ziel.

Von Marlies Neumann

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