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In Schmölln steht erstes energieautarkes Haus – aber nicht für kleines Geld

Sonnen-Energie In Schmölln steht erstes energieautarkes Haus – aber nicht für kleines Geld

Das erste Haus des Kreises, das sich dank Sonnenenergie selbst mit Strom und Wärme versorgen kann, ist am Mittwoch in Schmölln eingeweiht worden. Bauherr ist die VR-Bank Altenburger Land, die damit als erste Bank Deutschlands eine solche Investition auf die Beine gestellt hat. Die Gesamtkosten betragen allerdings weit über eine halbe Millionen Euro.

Weit über eine halbe Million Euro kostet das erste energieautarke Haus, das am Mittwoch in Schmölln eingeweiht wurde.

Quelle: Mario Jahn

Schmölln. Mit stechend heißen Strahlen brachte die Sonne am Mittwochnachmittag ihre Wichtigkeit nachhaltig in Erinnerung. Bei der Einweihung des ersten energieautarken Hauses des Landkreises – und vermutlich auch in ganz Thüringen – konnte sie nicht heller scheinen. Denn ihr Licht bildet die Grundlage, dass das System funktioniert, ohne Strom, Gas oder Heizöl auszukommen, und es dennoch im Winter hell und schön warm zu haben.

Auch die VR-Bank Altenburger Land schreibt damit Geschichte, ist sie eigenen Angaben zufolge die erste Bank Deutschlands, die solch ein Haus errichtet hat. Diese Alleinstellungsmerkmale interessierten auch Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der schon zum ersten Spatenstich letztes Jahr angereist war und am Mittwoch die Vorbildfunktion des Vorhabens lobte. Ab 2050 wolle man nur noch auf erneuerbare Energien setzen. „Wir brauchen Lösungen, die uns diesem Ziel näherbringen“, sprach Tiefensee direkt anwesende Gymnasiasten an, sich dieser Aufgabe zu stellen. Und nicht nur das. Auch die Wiederverwertung des Abwassers oder des Abfalls in Häusern müsse möglich sein, forderte der Minister.

Herzstück des Gebäudes, das in einem begehrten Schmöllner Wohngebiet die letzte Baulücke schließt, ist ein 9000-Liter-Tank, der die Sonnenenergie in Form von heißem Wasser speichert. Damit wird die Sommersonnenhitze in den Winter geleitet, womit die Raumwärme erzeugt und das Brauchwasser erhitzt werden. Je nach Einstrahlung und Intensität muss das Wasser von etwa Ende November bis Mitte Februar allerdings hin und wieder mittels eines Holzofens nacherwärmt werden, der sich im Wohnzimmer befindet. Dazu nötig sind zwischen vier bis fünf Raummeter Holz pro Jahr, erklärte der sächsische Solarthermie-Experte Prof. Timo Leukefeld gegenüber OVZ. 20 Prozent der Energie müssen somit extern zugeführt werden.

Mit Solarstrom-Kollektoren auf dem Dach werden zudem Batterien aufgeladen, die insgesamt 58 Kilowattstunden erzeugen und dank ihrer Speicherkapazität eine Woche lang das Haus mit Strom versorgen können. Überschüssige Elektrizität wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Für den kleinen Geldbeutel taugt das System aber noch nicht. Das unterkellerte Gebäude mit einer Wohnfläche von 147 Quadratmetern kostet mit normaler Ausstattung 287 000 Euro, die Solar- und Wärmetechnik weitere 191 000 Euro. Zusammen mit Grundstückskosten und Außenanlagen wird die halbe Millionen Euro weit überschritten. Dennoch soll sich Leukefelds Rechnung zufolge die Anschaffung in 20 bis 30 Jahren amortisiert haben. 3200 Euro würden im Vergleich zur Nutzung von Strom sowie Gas oder Öl pro Jahr eingespart, so dass eine solche Investition am Mittwoch mehrmals als selbstbestimmte Art der Altersvorsorge gepriesen wurde.

Das Gebäude dient der VR-Bank in nächster Zeit als Muster-Objekt, beispielsweise bei Bauherren-Tagen. Der erste findet am 23. September statt. Es soll Lust auf Investitionen in diesem Sektor machen, sagte Vorstands-Mitglied Raik Romisch. Denn die klassische Altersvorsorge in Form von Anlagen verliere aufgrund von Niedrigzinsen weiter an Bedeutung.

Von Jens Rosenkranz

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