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In Windischleuba ist man empört, geschockt und enttäuscht

In Windischleuba ist man empört, geschockt und enttäuscht

Auf Empörung stößt das Nein der Stadt Altenburg zur geplanten Ansiedlung eines Warenhauses im Gewerbegebiet Windischleuba. Nur wenige Tage nach Ablehnung des Modemarktes Röther an der Leipziger Straße in der Skatstadt und kurz vor Ablauf der Frist hatte Altenburg Widerspruch gegen einen Bauvorbescheid des Landratsamtes eingelegt.

Windischleuba. Von Marlies Neumann

Die Fusion von Nobitz und Saara, die Altenburg gern verhindert hätte, ist vollzogen. Nun macht die Skatstadt einen neuen Kriegsschauplatz auf. Diesmal wird gegen Windischleuba, konkret gegen die Pläne der Saller GmbH zum Neubau eines Warenhauses, geschossen. "Ich habe den Eindruck, dass man in Altenburg der Meinung ist, wenn der Modepark nicht gebaut werden darf, darf auch rund um Altenburg nichts mehr passieren", empört sich Gerd Reinboth.

Mit seinem Projekt plane der Investor im Gewerbegebiet Windischleuba nicht mehr als die 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die in dem seit 1993 gültigen Bebauungsplan festgeschrieben sind. "Die Saller GmbH hat bereits mehrere Millionen investiert", so Windischleubas Bürgermeister.

Die Gemeinden rund um Altenburg hätten wahrlich nicht nur ihre eigenen Interessen im Sinn, betont Uwe Melzer (52), Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pleißenaue. "Gemeinsam haben Windischleuba, Nobitz und Lödla das Landesverwaltungsamt förmlich darum gebettelt, die Pläne der beiden Investoren in Altenburg und Windischleuba zu genehmigen. Danach wollten sie darauf Einfluss nehmen, dass sich in ihren Gewerbegebieten keine weiteren Verkaufseinrichtungen ansiedeln." Doch man fand kein Gehör.

Stattdessen habe das Landesverwaltungsamt kurz vor Auslaufen der Widerspruchsfrist für das Saller-Projekt den Modepark abgelehnt. "Ich habe den Eindruck, wir sollen gegeneinander ausgespielt werden", ist Reinboth sauer. Auf die Palme bringt ihn, dass OB Wolf behauptet, er habe den Konflikt entschärfen wollen (OVZ berichtete). "Die Verhandlungen mit der Gemeinde und der VG fanden in der vergangenen Woche statt und dauerten nicht mal eine Stunde. Das passierte, bevor Altenburg seinen Widerspruch einreichte", so Windischleubas Bürgermeister. Die von Wolf gemachten Angebote - eine Art Vorvertrag für eine künftige Gebietsreform für die gemeinsame Entwicklung des Raumes bereits in den nächsten Jahren oder die Übertragung des Windischleubaer Gewerbegebietes gegen Zahlung von entgangenen Gewerbesteuern - hätten ihn geschockt und seien unannehmbar. "Ich opfere doch nicht meine Gemeinde für ein Gewerbegebiet. Und die Gewerbesteuern haben wir ja jetzt schon", sagt er.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass seine Gemeinde der Stadt Altenburg in der Vergangenheit mehrfach entgegengekommen sei. Als Beispiel führte er die 60 Hektar Land an, die Windischleuba Altenburg für die Entwicklung eines Industrieparks überlassen habe.

"Statt Widerspruch einzulegen, der nun wieder das Landesverwaltungsamt beschäftigt, hätte Wolf hier Größe zeigen können. Stattdessen hinterlässt er verbrannte Erde", sagt Reinboth.

Für den Investor, der bereits einen Bauvorbescheid vom Landratsamt habe, bedeute die Reaktion von Altenburg erheblichen Zeitverzug. Ohne den Widerspruch hätte er in diesem Jahr mit dem Bau beginnen können, ist sich Reinboth sicher. Und er ist überzeugt, dass das Warenhaus-Projekt trotz des Neins von Altenburg umgesetzt werden kann.

VG-Chef Melzer kündigte an, im kommenden Monat ein Gespräch mit den Vertretern der fünf Kommunen der Gemeinschaft und OB Wolf anzuberaumen, bei dem es auch um die Ablehnung des Saller-Projektes durch die Stadt Altenburg geben soll.

-Kommentar Seite 13

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