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Altenburg In der Gemeinschaft die nötige Stärke gefunden
Region Altenburg In der Gemeinschaft die nötige Stärke gefunden
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18:10 10.06.2014
Quelle: Mario Jahn

Es sei ja nicht wie heute gewesen. Hervorragend ausgebildete Mitarbeiter für die Verwaltung gab es nicht. "Vielmehr hatten von 19 Mitarbeitern gerade einmal sechs eine einigermaßen einschlägige Ausbildung wie Ökonom oder Statiker. Die anderen waren komplette Quereinsteiger wie ich", erinnert sich der ehemalige Bergmann. Und die vorhandene Technik entsprach auch nicht dem Stand der Zeit. Jedoch die Umstellung auf Computer war für die Mitarbeiter auch eine enorme Herausforderung.

Wenn Bugar gemeinsam mit der heutigen Chefin der VG, Stefanie Hoppe, auf die 20 Jahre zurückschaut, dann finden beide: Es gibt genügend Gründe zum Feiern. Nicht zuletzt, weil ein Ziel der VG-Gründer bis heute erfüllt ist, die Eigenständigkeit und Souveränität der ländlichen Kommunen zu erhalten. "Anfang der 90er-Jahre hatten die Gemeinden gerade ihre Eigenständigkeit wiedergewonnen." Bugar weiß noch, wie frisch damals die Erinnerung an den Zentralismus der DDR war und keiner die gerade gewonnene Freiheit wieder aufgeben wollte. Andererseits habe sich schon damals gezeigt, dass die kleinen Kommunen auf Dauer nicht existieren können. Das Geld reichte schlicht nicht, damit jeder seine eigene Verwaltung finanzieren konnte. Dies im Hinterkopf und mit den Möglichkeiten der nagelneuen Thüringer Kommunalordnung haben sich die Bürgermeister entschlossen, die VG zu gründen. Und zwar freiwillig und nicht von oben diktiert, betont Bugar.

Jedoch erreichte die VG Altenburger Land noch nicht die angepeilte Mindest-Einwohnerzahl von 5000. Mit der Fusion der Altkreise Altenburg und Schmölln zum Altenburger Land - "Wir hatten zuerst den Namen", wirft Bugar ein - wendete sich das Blatt. Mit der Nachbar-VG Gerstenbachtal kamen zu den rund 3600 Bürgern der VG Altenburger Land 3100 Einwohner hinzu. So wurde auch auf VG-Ebene ein Zusammenschluss vollzogen. Es habe dagegen auch keine Widerstände gegeben. "Das Argument war, dass wir nur gemeinsam unsere Handlungsfreiheit auf Dauer sichern", so Bugar. Und so sei es immer noch, obgleich die VG seitdem rund 1000 Bürger verloren hat.

Mit der Fusion war auch die Entscheidung verbunden, den Verwaltungssitz nach Mehna zu verlegen. Die alte Schule wurde dafür umgebaut. 2000 zogen die Angestellten dort ein. Die Modernisierung der Verwaltung war damit aber noch lange nicht abgeschlossen. "Ich glaube auch nicht, dass die VG jemals an den Punkt kommt, wo man sagen kann, ab heute ist alles erledigt", sagt Bugar, der bis 2007 Chef war.

Das liege auch an den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen und den parallel stetig steigenden Anforderungen, ergänzt die jetzige Chefin Stefanie Hoppe. Sie denkt dabei nicht nur an immer neue Förderrichtlinien, sondern auch an Veränderungen innerhalb der VG, wie etwa die Übernahme des Lumpziger Kindergartens oder Ereignisse wie das Hochwasser 2013. "Es geht heute darum, die Effektivität und die Schnelligkeit der Verwaltung immer zu erhöhen."

Und sie ist sich mit ihrem Vorgänger einig, dass die Umformung der VG zu einer Gemeinde weitere Vorteile diesbezüglich bringen würde. Beispielsweise müsste dann nur noch ein Haushalt geschrieben werden und nicht mehr einer für jede Gemeinde. Aber die Zeit sei noch nicht reif dafür. Bugar meint, wenn die finanziellen Nöte der Gemeinden noch größer werden, dann ist dieser Schritt unausweichlich.

Jör5g Reuter

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