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In eine romantische Klangwelt entführt Richard Clayderman in der Brüderkirche

In eine romantische Klangwelt entführt Richard Clayderman in der Brüderkirche

Nach 2008 hat am vergangenen Dienstag Richard Clayderman erneut Station in der Altenburger Brüderkirche gemacht. Das ist umso bemerkenswerter, da er auf seiner Herbsttour nur in größeren Städten gastiert.

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In die Melodien versunken: Richard Clayderman spielt in der Brüderkirche von sanft bis hart.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Manfred Hainich

Man sieht, der Name Clayderman zieht noch immer. Natürlich, da ist sein Welt-Hit "Ballade pour Adeline", den er gegen alle Gewohnheit am Anfang des Programms am Flügel zelebrierte. Aber das war das einzig Eigene. Was danach kam, stand unter dem Thema "Traummelodien". Und der Pianist zeigte schöne bekannte Melodien.

Clayderman hat sich auf die sanfte musikalische Welle festgelegt, bedient sie nun schon dreißig Jahre erfolgreich mit eingängigen klassischen und modernen Liedern und steht damit in guter Nachbarschaft zu André Rieu. Er ist ein Stimmungsmacher, keiner für's Schenkelklopfen, aber bestens geeignet für den Kirchenraum.

Da gibt es Musik aus Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung", aus Mozart- und Beethoven-Sinfonien und eine "Titanic-Sinfonie", ein Medley der schönsten Melodien aus diesem Film. Aber er spielt auch rockig und hart im Klavieranschlag mit Stevie Wonder, Boogie-Woogie-Rhythmen und mit Ausschnitten aus Gershwins "Rapsody in Blue". Das ist stets technisch einwandfrei. Und dies brachte eine angenehme Abwechslung in die ansonsten weiche und romantische Klangwelt.

Begleiten ließ sich Clayderman von einem eingespielten Orchesterplayback im gleichen musikalischen Stil. Diese Einspielungen, bei denen der Pianist den Klavierpart in Form der Melodie oder in Variationen der Melodie hinzufügt, sind üblich. Problematisch wird die Methode allerdings, wenn der Orchestersound und das Spiel des Solisten nicht klanggenau abgestimmt sind. Dies war bei Claydermans Konzert einige Male der Fall, was zu einem Einheitsbrei der ohnehin schon weichgespülten Musik und damit zum Verlust der musikalischen Originalität führte.

Wunderbar hingegen wurde es, wenn das Streichertrio aus Geige, Bratsche und Violoncello, das mit in der Brüderkirche war, ihn ohne Orchester begleitete. Mit Orchester wurden die drei Musiker zu bloßen Statisten. Neben den Streichern hatte sich Clayderman weitere Gäste mitgebracht, so den Sänger Andrej Lugowski aus Weißrussland, der zur eigentlichen Überraschung des Abends wurde. Er ist ein grundsolide ausgebildeter Bariton mit einer kraftvollen Stimme, die tenorale Höhen erreicht - ein Phänomen. Er begeisterte das Publikum unter anderem mit Schuberts "Ave Maria", mit dem weltbekannten russischen Lied "Kalinka", dem italienischen "Oh nicoli, oh nicola" und am Ende mit Andrea Bocellis "Time to Say Goodbye", dem er gesanglich ähnelt, aber deutlich kraftvoller singt.

Der andere Gast, Edward Simoni, war dem Publikum bekannter. Er ist neben Gheorghe Zamfir der beste Panflöten-Solist. Und das bewies er mit technisch gereiftem Spiel bei all den gefühlvoll schönen Melodien wie "Einsamer Hirte" von James Last, "Pan-Träume" und dem "El Condor pasa". Er wurde ebenso wie der Sänger vom Orchesterplayback begleitet. Nicht nachzuvollziehen war, dass die Wiedergabe von "Freude schöner Götterfunken" aus Beethovens IX. Sinfonie mit der Aufforderung an das Publikum, dabei zu klatschen, gekoppelt wurde.

Nur in dem wunderbaren Dreiklang der Solisten ist ein solches zweieinhalbstündiges Konzert zu gestalten. Als sich am Ende alle Beteiligten im Altarraum einfanden, verabschiedete das Publikum Clayderman, Simoni und Lugowski stehend mit lang anhaltendem Beifall.

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