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In einigen Kitas im Altenburger Land wird’s eng

Mehr Geburten, mehr Zuwanderung In einigen Kitas im Altenburger Land wird’s eng

Gute Nachricht fürs Altenburger Land: Die Zahl der Geburten steigt wieder. Hinzu kommen vermehrt Sprösslinge aus zugewanderten Familien. Der Zuwachs an Knirpsen im Kleinkind- und Vorschulalter stellt einige Kommunen im Altenburger Land allerdings vor neue Herausforderungen. Es knirscht zunehmend in der Kita-Landschaft.

Gut ausgelastet: die Kitas im Altenburger Land wie hier in Rositz.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Gute Nachricht fürs Altenburger Land: Die Zahl der Geburten im Landkreis steigt wieder. Nach einem Tiefpunkt im Jahr 2013 mit 591 Neugeborenen waren es im Vorjahr 628 und werden für dieses Jahr rund 660 prognostiziert. Das geht aus jüngsten Erhebungen des Landratsamtes hervor. Zuwächse bei den Jüngsten gab es demnach konkret in der Stadt Altenburg sowie in den Verwaltungsgemeinschaften Altenburger Land, Rositz und Wieratal.

Hinzu kommen vermehrt Sprösslinge aus zugewanderten Familien. So wurden zum Stichtag 31.3. allein in Altenburg 82 ausländische Kinder in den Kitas betreut, davon 61 Mädchen und Jungen aus Familien von Asylbewerbern, Asylberechtigten und Geduldeten. Im Gesamtlandkreis gab es 105 ausländische Kinder in den Kitas.

Der Zuwachs an Knirpsen im Kleinkind- und Vorschulalter stellt einige Kommunen im Altenburger Land allerdings vor neue Herausforderungen. Es knirscht zunehmend in der Kita-Landschaft. „In Altenburg, Meuselwitz und Lucka sind die Einrichtungen sehr voll“, konstatiert Marion Fischer, Fachdienstleiterin im Landratsamt. In anderen Kommunen hingegen seien die Betreuungsstätten teilweise nicht einmal zu 80 Prozent ausgelastet.

Wo es eng wird und wo noch Luft ist, darüber gibt der Kita-Bedarfsplan des Landkreises Auskunft. Alle zwei Jahre wird das Papier mit frischen Daten aus den Städten und Gemeinden fortgeschrieben – dazu zählen aktuelle und voraussichtliche Belegungszahlen in den Kitas, Einwohnerstatistiken und Einschätzungen zur weiteren Bedarfsentwicklung. Demnach hatte die Stadt Altenburg im Frühjahr 1173 Krippen- und Kindergartenplätze, wovon 1155 belegt waren. Dabei hatte die Kita „Ehrenberger Dorfspatzen“ mit sechs freien Plätzen noch die meiste Kapazität.

In Meuselwitz fanden sich unter 372 Plätzen noch 10 freie, in der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue kamen 200 Kinder auf 208 Plätze. Nobitz hatte für 226 Kinder 239 Möglichkeiten der Unterbringung. Die Kita Kleeblatt, die einzige in Lucka, hatte bei einer Kapazität von 159 Plätzen 152 Steppkes in Betreuung. Ganz anders das Bild etwa im Wieratal, wo die Auslastung der vier Kitas bei insgesamt 63 Prozent lag. In der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottetal standen immerhin 80 Prozent zu Buche.

Das Fazit im Landratsamt: Alle Kinder zwischen null und sechs Jahren, die im Landkreis einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, können versorgt werden – allerdings besteht in einigen Kommunen Handlungsbedarf, um ernste Probleme in naher Zukunft zu vermeiden. Zwar ist mit dem im August gestarteten neuen Kita-Jahr die Zahl der Kinder in den Kitas wieder etwas gesunken, aber Neuanmeldungen in den nächsten Monaten sind absehbar.

„Die Stadt Altenburg und die Gemeinde Nobitz sollten dringend die Erweiterung der Kapazitäten und mögliche Zweckvereinbarungen mit umliegenden Gemeinden prüfen“, rät Marion Fischer. Die Vereinbarung diene der Planungssicherheit und besseren Steuerung: Kommunen mit Engpässen und Orte mit freien Stühlen in der Kita könnten dadurch sinnvoll kooperieren. Zu überlegen sei beispielsweise auch, die Platzvergaben in den Altenburger Kitas nicht auf die freien Träger zu verteilen, sondern bei der Stadtverwaltung zu bündeln.

Nicht zuletzt ist der Fachkräftebedarf ein drängendes Thema. Zehn Prozent aller Fachkräfte in den Kitas im Landkreis seien über 60 Jahre alt und müssen in den nächsten fünf Jahren ersetzt werden, teilt das Landratsamt mit. Wohin die Personalnot führen kann, ist zum Beispiel in Altenburg zu sehen: Dort gebe es Einrichtungen, die zwar – rein räumlich betrachtet – freie Betreuungsplätze haben, diese aber nicht nutzen können, weil es an Fachkräften fehle.

Immerhin: Hinsichtlich der Betreuungsquote steht das Altenburger Land gut da. 94 Prozent aller Kinder mit Anrecht auf einen Betreuungsplatz nehmen diesen tatsächlich in Anspruch. Und rund 700 Familien können ab Januar sogar noch kräftig sparen: „Sie profitieren vom beitragsfreien Kita-Jahr, das vom Thüringer Kabinett beschlossen worden ist. Ich begrüße das sehr“, sagte Landrätin Michaele Sojka (Linke). Darüber hinaus können all jene Kinder gratis in die Kita, deren Familien von Hartz IV abhängig sind. Das betrifft im Landkreis etwa ein Viertel aller betreuten Kinder. Das Landratsamt springt für sie ein. Kosten für die Landkreis-Kasse: rund 1,4 Millionen Euro pro Jahr.

Von Kay Würker

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