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Innen hui, außen pfui – das soll sich beim Karolinum bald ändern

3,8-Millionen-Projekt für Altenburg Innen hui, außen pfui – das soll sich beim Karolinum bald ändern

Nachdem schon aus der Aula ein Schmuckstück geworden ist, das Dach gedeckt und Schulhof aufgehübscht wurde, soll die Altenburger Grundschule Karolinum nun komplett saniert werden. Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts sind allerdings Fördermittel aus dem Schulinvestitionsprogramm des Freistaats. Die Stadtväter haben sie jetzt beantragt.

An der Fassade des Karolinums bröckelt der Putz. Das soll sich bald ändern.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wundervoll aufgearbeitete Holzverkleidungen und Dielen, große Fenster und riesige Kronleuchter – wer die Aula der Altenburger Grundschule Karolinum betritt, bekommt große Augen. 2010 war der vollkommen heruntergekommene Saal für eine halbe Million Euro saniert worden. Wenn es nach Altenburgs Stadtvätern geht, soll die Schule bald auch außen ein Schmückstück sein und auch sonst allen Anforderungen an eine moderne Bildungseinrichtung entsprechen. Was bei der Aula das Konjunkturpaket II – vom Bund in der Wirtschaftskrise aufgelegt – möglich machte, soll nun das Schulinvestitionsprogramm des Freistaats Thüringen richten.

„Wir haben in der Vorwoche alle notwendigen Unterlagen in Erfurt eingereicht und damit den entscheidenden Schritt gemacht“, so der Referatsleiter Hoch- und Tiefbau der Stadtverwaltung, Rüdiger Zick, vor der Presse. Wenn das Projekt vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft in das Bewilligungsjahr 2016 aufgenommen wird, können die Bauarbeiten an der traditionsreichen Altenburger Grundschule im zweiten Quartal 2017 beginnen. Die Planung, sagt Zick, ist bereits im Gange.

Handlungsdruck besteht vor allem bei der Fassade. An der West- und an der Südseite des Gebäudes hat sich bereits alter Putz gelöst. Die Sporthalle soll einen elastischen Sportboden und die Wände einen Prallschutz erhalten. Die Bedingungen für den Sportunterricht sind derzeit so schlecht, dass die Schüler der 3. und
4. Klassen in den Goldenen Pflug gehen müssen. Auch die Nebenräume der Turnhalle sind in die Jahre gekommen, sie müssen mit erheblichem Aufwand instand gesetzt, modernisiert beziehungsweise umgebaut werden.

Vorgesehen sind weiterhin Investitionen in Wärmedämmung, in Brandschutz und die Erneuerung der technischen Anlagen wie Heizung und Elektrik. Außerdem soll das Karolinum die erste behindertengerechte Schule in Trägerschaft der Stadt Altenburg werden. Barrierefreie Übergänge in die Klassenräume und ein Personenaufzug an der Außenfassade sollen dies möglich machen.

All das soll in den Jahren 2017 und 2018 umgesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings , dass die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Schulbauförderung erfolgt, denn die Kosten summieren sich laut Schätzung auf 3,8 Millionen Euro, wovon circa zwei Drittel förderfähig sind. Das dritte Drittel muss die Stadt selbst aufbringen. „Das wird eine enorme Herausforderung für uns, aber als familienfreundliche Stadt werden wir das stemmen“, ist Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) überzeugt.

Für die Aufnahme ins Förderprogramm spreche der gute Ruf der 1909 eingeweihten Schule, der stabile Schülerzahlen prognostiziert werden. Zurzeit gehen rund 180 Mädchen und Jungen ins Karolinum. Der Zuzug von Flüchtlingen und die positive Entwicklung bei den Geburten werden die Zahlen wachsen lassen, ist der OB überzeugt. Zielstellung sei, 200 Schüler in acht Klassen zu unterrichten. „Um in den Genuss der Fördergelder zu kommen, muss bei dieser Schulgröße außerdem ein Amokwarnsystem installiert werden“, so Rüdiger Zick. Auch damit wäre das Karolinum Vorreiter in der Skatstadt, vermutlich sogar im gesamten Landkreis.

„Wenn es uns gelingt, dieses ehrgeizige Millionenprojekt umzusetzen, wird das Karolinum die erste Schule ohne Investitionsbedarf sein“, sagt Michael Wolf, der hier einmal selbst die Schulbank drückte.

Von Ellen Paul

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