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Altenburg Innere Medizin in Schmölln bleibt ein Vierteljahr dicht
Region Altenburg Innere Medizin in Schmölln bleibt ein Vierteljahr dicht
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00:17 31.12.2016
Die Schmöllner Klinik für Innere Medizin ist derzeit Baustelle – vor allem personell. Michael Nowaki nutzt die Auszeit für Arbeiten an der Tür. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Schmölln

Dem Klinikum Altenburger Land fehlt es akut an Medizinern. Betroffen ist das Zentrum für Innere Medizin, dessen Belegschaft durch unbesetzte Stellen, Krankheit, Schwangerschaften und Weiterbildungen aktuell geschrumpft ist. Nun zog die Geschäftsführung die Notbremse: Ein ganzer Klinikteil bleibt für gut ein Vierteljahr geschlossen.

Die Nachricht machte gestern die Runde. Und trifft konkret die Klinik für Allgemeine Innere Medizin Schmölln. In dem Gebäudekomplex werden diverse internistische Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vorgehalten. Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Magen-Darm-Erkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen anderer innerer Organe werden dort behandelt. Eine Reihe bildgebender Verfahren, von Röntgen bis Ultraschall, gehören zum Spektrum des Klinikablegers in der Knopfstadt. Das Angebot soll Patienten und Angehörigen insbesondere aus dem Süden des Altenburger Landes den Weg bis Altenburg ersparen. Doch zwei wesentliche Teile der Klinik – die Notfallaufnahme und die internistische Station 5 – sollen bis 3. April außer Betrieb bleiben.

Geschlossen ist der Schmöllner Klinikbereich bereits seit Weihnachten. Wobei das allein nichts Neues ist: Seit Jahren konzentriert das Klinikum die medizinische Versorgung über die Feiertage und den Jahreswechsel auf den Standort Altenburg, löscht in Schmölln das Licht. Das soll, so die Begründung, Ressourcen schonen und Mitarbeitern freie Tage ermöglichen, da die allgemeine Belegung am Jahresende erfahrungsgemäß gering sei. Neu ist hingegen, dass nach Neujahr nur partiell wieder geöffnet wird. Lediglich in der Palliativstation in Schmölln brennt ab 2. Januar wieder Licht – der Rest bleibt dicht.

„Es ist nach meiner Kenntnis das erste Mal, dass wir solch eine Situation haben“, sagte Klinikumsprecherin Christine Helbig. Unfreiwillig, wie sie betont. „Natürlich haben wir im Hause eine Personalplanung und merken, wenn es aufgrund absehbarer Ereignisse dünn wird. Aber wenn zu viele unerwartete Dinge hinzukommen, kann das Gerüst ins Wanken geraten.“ Zum Beispiel habe kurzfristig ein Facharzt abgesagt, der dieser Tage seine neue Stelle antreten sollte. „Es liegt in unserer Verantwortung, die ärztliche Betreuung und die Bereitschaftsdienste abzusichern. Deshalb wurde entschieden, für ein Quartal die Kräfte in Altenburg zu bündeln“, erklärte Helbig. Das sei unterm Strich die beste Lösung. Die Arztpraxen des Medizinischen Versorgungszentrums auf dem Schmöllner Klinikgelände sind davon nicht betroffen.

Dass es sich bei dem Ärztemangel konkret um ein Schmöllner Problem handele, verneint die Sprecherin. Der Engpass betreffe ganz allgemein den Personalpool des Zentrums für Innere Medizin, dem neben der Einrichtung im Süden des Landkreises auch vier Kliniken in Altenburg angehören – unter anderem für Onkologie, Kardiologie und Gastroenterologie. Um Personal zu binden, unterhält das Klinikum eine eigene „Stabsstelle Mitarbeitermanagement Ärzte“. Für die Innere Medizin laufen aktuell Stellenausschreibungen für die Posten eines Chefarztes, eines Leitenden Oberarztes und eines Arztes in Weiterbildung. Am Geld soll es nicht scheitern: Das Klinikum bezahle Mediziner sowie nichtärztliches Personal nach Tarif, teilte Helbig mit.

Die Geschäftsführung sei zuversichtlich, dass sich die Stellensituation im ersten Quartal wieder spürbar entspannen wird. Nicht zuletzt, weil Ausfälle durch Elternzeit oder Weiterbildung zeitlich zu bemessen sind. Eine Schließung in Schmölln über den 3. April hinaus stehe nicht zur Debatte.

Von Kay Würker

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