Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Invasion der Stubentiger - Altenburger Tierheim stoppt Aufnahme
Region Altenburg Invasion der Stubentiger - Altenburger Tierheim stoppt Aufnahme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 05.12.2011
Vor allem junge Katzen sorgen derzeit im Altenburger Tierheim für einen kleinen Belagerungszustand. Quelle: Mario Jahn

Von Jörg Wolf

"Normalerweise haben wir im Tierheim Kapazitäten für 50 bis 60 Katzen", umreißt die Chefin des hiesigen Tierschutzvereines, Sibylle Börngen, das Dilemma. "Wir haben jetzt schon umgeschichtet und die Tiere müssen halt mit weniger Platz auskommen."

Ein "Katzen-Boom" im Spätherbst sei aber keine Überraschung. "Eigentlich kehrt das jedes Jahr wieder, wenn sich der Nachwuchs einstellt", sagt die Tierärztin. Aber dieses Jahr seien die Stubentiger in freier Wildbahn besonders gebärfreudig gewesen. "Das war ziemlich extrem", kommentiert Börngen das massive Aufkommen.

Deshalb habe man im Tierheim einen sofortigen Aufnahmestopp für solche Katzen aus freier Wildbahn verfügt. "Nur noch nachweislich entlaufene Hauskatzen sowie solche Tiere, deren Halter zur Pflege nicht mehr imstande ist und für die sich kein Ersatz findet, werden bei uns aufgenommen. Das ist ja unsere Verpflichtung", sagt die Vereinschefin.

Für diese regelrechte Invasion der Samtpfoten ist aber vordergründig der Mensch selber verantwortlich: Viele Katzenhalter lassen ihr Tier gerne frei laufen, was auch der Natur der Katzen entspricht. Einer ungewollten Empfängnis würde eine Kastration oder Sterilisation des freiheitsliebenden Stubentigers vorbeugen. Aber das wird oft nicht vorgenommen. Als Tierschutzverein versuche man schon aus eigener Kraft, durch solche Eingriffe bei kurz eingefangenen, in der Wildbahn lebenden Tieren die ungebremste Vermehrung einzudämmen. "Pro Jahr werden auf Vereinskosten um die 100 Tiere kastriert. Aber das schafft das Problem noch lange nicht aus der Welt", sagt Börngen. Aber mehr gehe aus Kapazitäts- und Kostengründen nicht.

Hinzu komme, dass wild lebende Katzen trotzdem die Nähe des Menschen suchen. "Beispielsweise in Gartenanlagen oder Parks, wo sie nicht selten vom Menschen gefüttert werden", berichtet Sibylle Börngen. Das lockt weitere Katzen an, bald folgt dem ersten Wurf an Jungtieren ein weiterer und so fort. "Die Menschen, die aus falscher Tierliebe gefüttert haben, fühlen sich angesichts der rasanten Vermehrung überfordert, sodass sie Hilfe im Tierheim suchen", zeichnet Börngen einen weiteren verhängnisvollen Kreislauf nach.

Solche Geschichten kennt Andrea Rücker sehr gut. Die Tierschützerin steht dem Verein Hoffnung für Wildenten, Schwäne & Co. vor, der sich nicht nur um das Wassergeflügel kümmert, sondern auch der Katzen annimmt. Für sie wäre ein wirkungsvolles Mittel im Kampf gegen den Katzen-Boom, dass per Gesetz Halter von freilaufenden Tieren dazu verdonnert werden, ihren Stubentiger kastrieren zu lassen. "Das wird vom Deutschen Tierschutzbund empfohlen, in etlichen Städten bereits praktiziert und hat Erfolg."

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schneidermeisterin Ramona Heinicke hat mit ihrem Team derzeit alle Hände voll zu tun. Denn vom Altenburger Folkloreensemble kam ein wichtiger Auftrag, und zwar in Vorbereitung auf das Deutsche Trachtenfest, das am ersten Juniwochenende 2012 in Altenburg stattfindet: "Wir lassen hier originale Trachten aufarbeiten, ergänzen und neue Stücke anfertigen", sagt Vereinschef Volker Kibisch.

05.12.2011

Völlig überrascht und sichtlich enttäuscht reagierte die Geschäftsführung des Klinikums Altenburger Land auf die Absage ihres neuen Chirurgie-Chefarztes.

05.12.2011

HV Ilmenau 28:16 (12:5). Ohne spielerischen Glanz zu verbreiten oder gar ans Limit gehen zu müssen, haben die Altenburger einen jederzeit sicheren Sieg errungen.

05.12.2011
Anzeige