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Altenburg Investitionsstau: Jugendherberge Windischleuba hofft auf Hilfe
Region Altenburg Investitionsstau: Jugendherberge Windischleuba hofft auf Hilfe
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07:52 13.02.2019
In der Jugendherberge in Windischleuba müssen zahlreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Quelle: Mario Jahn
Windischleuba

Wie geht es weiter mit der Windischleubaer Jugendherberge? Dass in der Einrichtung im Wasserschloss mittelfristig gleich mehrere größere Sanierungsarbeiten anstehen, ist seit geraumer Zeit kein Geheimnis mehr. Die Umsetzung hingegen ist jedoch nach wie vor fraglich – auch nach einem Arbeitstreffen mit Vertretern des Landkreises, des Herbergsverbandes und Landtagsabgeordneten, zu dem kürzlich in das historische Gemäuer geladen wurde.

Gelder vom Kreis sind keine Option

„Dass es kein Wunder geben wird, war natürlich klar“, sagt Gerd Reinboth (CDU) ganz nüchtern auf Nachfrage der OVZ zum Ergebnis der Beratung. Zumindest die Herausforderung sei jedoch nun allen Beteiligten bewusst. Fest stehe, dass im aktuellen Kreishaushalt keine Mittel für Arbeiten bereit stünden, so der Windischleubaer Bürgermeister. Zumal der Kreis zwar Eigentümer des Gebäudes, bei der Finanzierung rein rechtlich jedoch nicht in der Pflicht ist. Denn die Herberge wird im Rahmen eines Erbpachtvertrages bewirtschaftet – etwaige Kosten müssen aus den generierten Einnahmen und Mitteln des Herbergsverbandes gedeckt werden.

Siebenstellige Summe steht im Raum

Die jedoch, betont Herbergsvater Matthias Buhl, reichen für die nötigen Arbeiten keinesfalls aus. Getan werden muss mittelfristig viel: Das Dach etwa wurde von Sturmtief „Friederike“ im vergangenen Jahr in Mitleidenschaft gezogen, die Heizungsanlage, die noch mit Nachtspeicheröfen arbeitet, muss modernisiert, Teile der Fenster und Sanitärbereiche müssen erneuert oder überholt werden. Und allzu viel Zeit darf bei manchem Posten auch nicht mehr verstreichen. „Beim Dach besteht teils die Gefahr, dass es bei einem ähnlichen Sturm wieder abgedeckt werden könnte“, weiß Buhl. Und die veraltete Heizung sei ein nicht zu unterschätzender Kostentreiber.

Alles in allem ein Aufwand, dem sich der Herbergsverband allein nicht gewachsen sieht. „Schon eine komplette Dachsanierung könnten wir nicht stemmen“, so Buhl. Welche Summen im Raum stehen, verdeutlicht Uwe Zetzsche, Bauamtsleiter der VG Pleißenaue. „Wir sprechen hier sicher von einem siebenstelligen Betrag für alle nötigen Arbeiten. Ob am Ende eine 1 oder eine 2 davor steht, müssen jetzt aber Fachleute herausfinden“, erklärt er. Hinzugerechnet werden müssten zudem etwaige Folgekosten, etwa für Fußboden- und Malerarbeiten sowie Elektrik. Das wirkt sich auch auf die Arbeitsdauer aus. „Innerhalb eines Jahres ist das keinesfalls zu stemmen, gerade da bei laufendem Betrieb gearbeitet werden müsste.“

Appell an die moralische Pflicht

Und der, bekräftigt Matthias Buhl, soll in jedem Fall so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Angesichts von durchschnittlich 18 000 Übernachtungen im Jahr ein verständlicher Wunsch. Buhl hofft jetzt, genau wie Gerd Reinboth, auf zügige Fortschritte. Die seien am ehesten über Fördermittel zu erreichen. Der Landkreis habe hierbei Unterstützung signalisiert, man wolle gemeinsam mögliche Förderprogramme ausloten, Anträge erstellen. Zu diesem Zweck sei bereits ein Informationstermin beim Landesverwaltungsamt geplant, so Reinboth.

Matthias Buhl jedenfalls gibt sich mit Blick auf die Gespräche vorsichtig optimistisch. „Wir wollten verdeutlichen, wo die Probleme liegen und zeigen, dass wir hier kein neues Neuschwanstein errichten, sondern nötige Arbeiten umsetzen müssen.“ Das sei gelungen. Und auch wenn Kreis- und Landespolitik rechtlich nicht zu Hilfe verpflichtet seien, hoffe man darauf, dass der Appell an die moralische Pflicht Früchte trage.

Von Bastian Fischer

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