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Investor fühlt sich vom Altenburger Rathaus gegängelt – OB pocht auf Recht und Gesetz

Hotelerweiterung Thüringer Hof Investor fühlt sich vom Altenburger Rathaus gegängelt – OB pocht auf Recht und Gesetz

Bei seinen Plänen, das Hotel Thüringer Hof in der Johannisstraße auszubauen und in der Brüdergasse Wohnungen, Läden und eine Schnell-Restaurant zu errichten, fühlt sich der Unternehmer Michael Hose vom Rathaus behindert und bezeichnet es als Blockierer von Investitionen. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) weist dies zurück und betont, sich an Recht und Gesetz halten zu müssen.

Johannisstraße, Ecke Brüdergasse. In Hotelerweiterung, Wohnungen, Läden und ein Schnellrestaurant sollen sechs Millionen Euro investiert werden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die letzten Jahre fristete das Hotel Engel ein Schattendasein. Seitdem es der Altenburger Unternehmer Michael Hose vor einigen Wochen gekauft hat, zog wieder Leben in das Gebäude in der Johannistraße ein. Es wurde renoviert, mit dem Thüringer Hof gibt es einen neuen Namen, seit neuestem wieder einen kontinuierlichen Gastronomiebetrieb auf zwei Etagen und mit Marko Schramm, dem Wirt des Friesenheimes, auch einen Pächter.

Aber es gibt ein Problem. Mit nur zwölf Zimmern ist der Thüringer Hof zu klein und damit zu ineffizient. Um beispielsweise eine ganze Busreisegruppe unterzubringen, wären mindestens 30 Räume nötig. Die soll es nun bald geben. Zu diesem Zweck hat Hose das angrenzende, jedoch völlig heruntergekommene Gebäude in der Johannisstraße gekauft, das er für die Hotelerweiterung um 18 weitere Zimmer um- und ausbauen will. Auch die ebenso angrenzenden Häuser Brüdergasse 4, 4a und 5 gehören dem Investor mittlerweile. Dort sollen nach und nach Wohnungen, Läden und ein Fast-Food-Restaurant entstehen. Sein Ziel ist, schon 2018 wieder Leben in die triste Brüdergasse zu bringen und gleichzeitig marode Gebäude zu sanieren, von denen eines sogar unter Denkmalschutz steht. Alles in allem will der Unternehmer dafür sechs Millionen Euro investieren.

Dazu hat Hose kurz vor Weihnachten 2016 verschiedene Bauanträge in der Stadtverwaltung gestellt. Nur bekam er die Unterlagen mehrmals vom Bauordnungsamt wieder zurück, weil sie nicht vollständig seien – jedesmal verbunden mit Zustellungskosten für ihn. Um die Unterlagen zu ergänzen, seien ihm viel zu kurze Fristen gesetzt – auch noch über die Weihnachtsfeiertage. Seiner Bitte um eine feste Bearbeiterin sei ebenso nicht entsprochen worden. Hose frage sich, warum die Probleme nicht gemeinsam an einem Tisch mit ihm im Rathaus besprochen und gelöst werden und diese Großinvestition in der Innenstadt nicht zur Chefsache gemacht wird, um sie zu einem Erfolg zu führen. Er fühle sich als Investor behindert und gegängelt, anstatt unterstützt zu werden, so wie dies in anderen Städten auch der Fall sei. Der Baubehörde, mit Bürgermeisterin Kristin Moos an der Spitze, unterstellt Hose in einem auch der OVZ vorliegenden Schreiben, ein Blockierer und nicht Dienstleister für Investoren zu sein, was der Stadt im erheblichem Maß schadet.

Kristin Moos weist die Vorwürfe zurück, niemand würde behindert, jede Investition unterstützt, sagt sie der OVZ. Wenn Bauanträge aber unvollständig seien, wie im Fall von Hose sogar sehr unvollständig, könnten sie gar nicht geprüft werden, müssten also zurückgesendet werden, auch um dem Bauherren sofort zu signalisieren, dass sie nicht bearbeitet werden. Dies geschah in jenem Fall teilweise kostenlos. Bei dem Hotel-Anbau handele es sich beispielsweise um ungeklärte Fragen der Gebäudeklassen und -schnittpläne, die Einfluss auf Statik und Brandschutz haben. Wegen der zukünftigen Sicherheit der Bewohner müssten diese präzise und lückenlos geklärt werden – und zwar vom Bauherren selbst. Moos zeigte sich bereit, offene Fragen auch in einer größeren Runde bei ihr im Bauamt zu erläutern, um die Investition in der Brüdergasse zum Erfolg zu führen.

Wie sie betonte auch Oberbürgerbürger Michael Wolf (SPD), dass er sich über jede Investition in der Stadt freue und diese im Rahmen der Möglichkeiten unterstütze. Voraussetzung seien jedoch rechtlich und technisch saubere Anträge. Dass diese auch vollständig sind, könne man von einem Bauherren erwarten, sagte Wolf der OVZ. Diese Arbeit könne nicht die Stadtverwaltung übernehmen, da sich diese ansonsten strafbar mache.

Von Jens Rosenkranz

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