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Altenburg Investor plant neues Altenheim in der Geraer Straße in Altenburg
Region Altenburg Investor plant neues Altenheim in der Geraer Straße in Altenburg
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07:00 21.09.2016
Auf diesem Gelände an der Geraer Straße soll das neue Seniorenheim entstehen.
Altenburg

Bis 1999 spielte der TC Rot-Weiß Altenburg dort Tennis. Seitdem liegt das Gelände brach, es wuchsen Birken und Büsche. Das Gelände an der Geraer Straße könnte nun Schauplatz für eine Großbaustelle werden. Ein Investor plant den Bau einer Pflegeeinrichtung für Senioren, inklusive betreutes Wohnen. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) will das Projekt, hinter dem die Advita Pflege GmbH steht, am Donnerstag vor der Presse detailliert vorstellen. Zu erwarten sind die Anzahl der Betreuungsplätze, die Größe des Heims und der Umfang der Investition. Der Arbeitstitel dafür heißt Jahn-Park. Bauträger ist ein Unternehmen aus Bautzen. Der zuständige Firmensprecher betätigte der OVZ entsprechende Pläne, will sich jedoch erst am Donnerstag dazu äußern.

Am Montag befasste sich der Bauausschuss des Stadtrates damit, freilich hinter verschlossenen Türen. Allerding ist das Vorhaben bereits durchgesickert. Die Einrichtung wird den Pflegesektor in der Skatstadt nämlich gehörig beeinflussen. Oft ist es für Familienangehörige im Moment schwierig, einen Platz in einer Pflegeeinrichtungen zu ergattern. Viele Heime sind ausgelastet. Ein Gutachten belegt, dass der Bedarf in den nächsten Jahren steigen wird.

Dennoch sorgt die Investition, selbst wenn dadurch eine Brachfläche verschwindet, Jobs und neue Heimplätze entstehen, nicht nur für Begeisterung. Die Pflegebranche der Stadt beispielsweise macht sich wegen der Konkurrenz ernste Sorgen. Das betont Michael Hose, Betreiber eines stationären, ambulanten und häuslichen Pflegedienstes, unter anderem mit Häusern in der Zwickauer Straße und Am Steinweg. Hose räumt gegenüber der OVZ ein, dass die Einrichtungen in der Region im Moment nahezu zu 100 Prozent ausgelastet sind.

Doch das werde sich ab 2017 ändern, wenn das neue Pflegestärkungsgesetz zum 1. Januar in Kraft tritt und an die Stelle der drei Pflegestufen fünf Pflegegrade treten. Häusliche und ambulante Pflege würden stärker gefördert, erläutert Hose. Auf der anderen Seite gebe es in den beiden unteren Graden weniger Geld für die Heimbetreuung. Der Unternehmer befürchtet, dass sich bald weniger Menschen einen Heimplatz für ihre Angehörigen leisten können. „Der Pflegemarkt im stationären Bereich wird einbrechen“, prognostiziert er. Die Auslastung werde signifikant sinken, die Betriebe eventuell sogar in Schwierigkeiten geraten.

Das durch die Gesetzesänderung zu erwartende Überangebot an stationären Plätzen werde durch neue Einrichtungen weiter verschärft, warnt Hose. Denn auch das DRK plant oder baut bereits Heime in Nord und in Südost.

In einer solchen Konstellation eine weitere Einrichtung wie jene in der Geraer Straße zuzulassen, bezeichnet Hose deshalb als unverantwortlich. Kritisch sieht er ebenso die Tatsache, dass der Betreiber des Jahn-Parks von außerhalb kommt und dadurch einheimische Betreiber in Schwierigkeiten geraten.

Entschieden ist allerdings noch nichts. Dem Stadtrat liegt auf seiner Sitzung am 29. September die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gelände als Beschlussvorlage vor. Das wäre für den Jahn-Park der erste Schritt.

Von Jens Rosenkranz

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