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Investor wartet vorerst ab

Investor wartet vorerst ab

Der Investor könnte aber unabhängig davon mit dem Bau beginnen. Doch auch das will die Stadt Altenburg mit rechtlichen Schritten verhindern, kündigte Oberbürgermeister Michael Wolf an.

Die Investitionspläne von Saller sorgten bereits vor Monaten für Zwistigkeiten. Hatte doch die Stadt Altenburg bereits im Januar, wenige Tage nach der Absage für den eigenen Modemarkt Röther, Widerspruch gegen einen positiven Bauvorbescheid eingelegt (OVZ berichtete). Das hatte den Investor allerdings nicht davon abgehalten, an seinen Plänen für den 4000 Quadratmeter großen Markt auf dem Obi-Parkplatz festzuhalten und einen entsprechender Bauantrag zu stellen, den das Landratsamt nun positiv beschied.

 

Dass die Stadt Altenburg auch dagegen in Widerspruch gegangen ist, kam aufgrund der Vorgeschichte nicht unerwartet. "Es gibt einen Stadtratsbeschluss, der mich verpflichtet, so zu handeln", erklärte OB Michael Wolf (SPD) gegenüber der OVZ. Laut dieses Beschlusses soll bei der obersten Thüringer Landesplanungsbehörde eine sogenannten Zielanpassung für die Bebauungspläne der Gewerbegebiete in Lödla, Windischleuba und Nobitz verlangt werden. Damit soll erreicht werden, dass sich in benachbarten Gemeinden künftig kein großflächiger Einzelhandel mehr ansiedeln kann. "Außerdem widerspricht die geplante Neuansiedlung in Windischleuba den raumordnerischen Bestimmungen und schwächt das Mittelzentrum Altenburg", nannte Wolf einen weiteren Grund für den Widerspruch.

 

Laut des seit 20 Jahren gültigen Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet Windischleuba ist es derzeit jedoch rechtlich möglich, vor den Toren der Stadt einen neuen Einkaufsmarkt zu bauen. Und daran hat sich das Landratsamt gehalten. "Die erteilte Baugenehmigung wird durch den Widerspruch der Stadt nicht berührt. Der Investor könnte sofort mit dem Bau beginnen", betonte Roland Mehlig. Doch um das zu verhindern, kündigte OB Wolf an: "Wir werden kurzfristig entsprechende gerichtliche Schritte einleiten."

 

"Wir könnten rechtlich sofort mit dem Bau beginnen. Doch beim Vorgehen von Altenburg ist das Risiko extrem hoch. Deshalb sind wir vorsichtig und warten erst einmal ab, wie das Gericht entscheidet", so Josef Saller, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens. Die derzeitige Situation schätzt der studierte Jurist allerdings als ungut und einmalig ein. "Auf der einen Seite haben wir einen Rechtsanspruch auf die Baugenehmigung. Auf der anderen Seite habe ich auch Verständnis dafür, dass die Stadt zickt und Neuansiedlungen lieber in der Innenstadt hätte", erklärte er. Das hätte sein Unternehmen auch vorgehabt, doch beim Areal am Markt war man zu spät und andere große Flächen gibt es nicht.

 

Kein Verständnis für das Vorgehen des Nachbarn hat hingegen Windischleubas Bürgermeister Gerd Reinboth (CDU). "Das, was in Windischleuba geplant ist, hat nichts mit innerstädtischen Angeboten zu tun. In Altenburg besteht aber Neid und Missgunst uns gegenüber", sagte er.

 

Sowohl Wolf als auch Saller signalisierten, zu Gesprächen bereit zu sein und nach einem guten Ende für alle zu suchen. © Kommentar Seite 11

Neumann, Marlies

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