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Investor will im Gewerbegebiet Windischleuba neue bauen

Investor will im Gewerbegebiet Windischleuba neue bauen

Seit dieser Woche prüft das Landratsamt offiziell die Errichtung eines rund 4000 Quadratmeter großen Warenhauses im Gewerbegebiet Windischleuba.

Altenburg/Windischleuba. Von Jens Rosenkranz

Die Warenhaus-Pläne der Saller Bau GmbH waren auf einem Forum der Industrie- und Handelskammer am 25. Juni erstmals öffentlich bekannt geworden. Seitdem beschäftigen sie Ämter und Politiker. Am 27. Juli beispielsweise traf sich eine neunköpfige Runde aus Vertretern von Landesverwaltungsamt Weimar, Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue, Landratsamt und dem Investor. Dort wurden überarbeitete Pläne vorgestellt, wonach in einem SB-Markt Lebensmittel auf 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche, Schuhe (620 Quadratmeter), Textilien (450) und Industriewaren (420) verkauft werden und eine Drogerie (800) einziehen soll. Der Clou dabei: Wollte Saller bis dahin das Gebäude des leerstehenden Jumbo-Marktes nutzen, so sahen die überarbeiteten Pläne einen völligen Neubau auf dem jetzigen Parkplatz vor. Alle Handelseinrichtungen sollten räumlich voneinander getrennt und nach Art einer Shopping-Mall durch einen vorgelagerten Erschließungsgang miteinander verbunden werden, heißt es in einem Protokoll, das der OVZ vorliegt. Der alte Jumbo-Markt soll Parkhaus werden.

Dreh- und Angelpunkt für ein solch großes Vorhaben ist der Bebauungsplan für den amtlich als Sondergebiet bezeichneten Gewerbepark Fünfminutenweg. Der Plan dafür war am 26. März 1993 genehmigt und am 15. Juni des gleichen Jahres schon wieder geändert worden. Diese Änderung wurde damals als genehmigungsfreies Verfahren durchgeführt.

Nicht nur deswegen sträuben sich Stadtplanern heute die Haare. Denn das fast 20 Jahre alte Dokument lässt mit rund 27 300 Quadratmetern eine Verkaufsfläche unmittelbar am Stadtrand von Altenburg zu, die aus heutiger Sicht den Interessen der Kreisstadt zuwiderläuft. Zusammen mit den Gewerbegebieten Nobitz und Lödla sieht sich die Skatstadt an ihren Grenzen Verkaufsflächen von über 52 000 Quadratmetern ausgesetzt, die in einem krassen Missverhältnis zu den eigenen Angeboten stehen. "Große Märkte sind nur in großen Städten zulässig. Ein solcher Plan wie in Windischleuba würde deswegen heute nie und nimmer genehmigt werden", sagt ein Planungsexperte einer Behörde, der mit dieser Meinung lieber unerkannt bleiben möchte, der OVZ.

Die nun angestrebte Investition am Fünfminutenweg nutzt aus, dass der B-Plan ein Selbstbedienungs-Warenhaus mit 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorsieht. Diese exakte Bezeichnung könnte einer von ganz wenigen Gründen sein, das Vorhaben zu verhindern. Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes sahen schon bei der Besprechung im Juli zwei Merkmale als nicht erfüllt: Die Verkaufsfläche sei nicht supermarktmäßig weitläufig angeordnet, hieß es. Und: es werde nicht überwiegend auf Selbstbedienung gesetzt.

Seine nachgebesserten und leicht abgewandelten Pläne hat Saller in dieser Woche nun im Landratsamt eingereicht. Dabei handelt es sich um eine Art Bau-Voranfrage, bei dem die Behörde die Pläne prüft, bevor ein regelrechter Bauantrag gestellt wird. Dies könnte bis zu vier Monate dauern.

In dieser Zeit sollen Kompromisse ausgelotet werden, weil vor allem Altenburgs Oberbürgermeister gegen den Saller-Bau Sturm läuft. Den Informationen von Windischleubas Bürgermeister Gerd Reinboth (CDU) zufolge will CDU-Landtagsabgeordneter Christian Gumprecht vermitteln und ein Gespräch der Kontrahenten beim Bauminister Christian Carius (CDU) arrangieren. Entscheidend könnte sein, mit welchen Markt-Sortimenten Altenburg leben könnte und mit welchen nicht, wobei der Textilmarkt der strittigste Punkt sein dürfte. Reinboth gibt sich kompromissbereit. Seit der Lidl-Schließung liegt ihm vor allem ein neuer Lebensmittelmarkt am Herzen. Der Bürgermeister pocht jedoch auf den gültigen Bebauungplan und will natürlich auch sein Gewerbegebiet weiterentwickeln.

Ein Ziel dabei hat Reinboth erreicht. In das Gebäude des ehemaligen Tapeten- und Teppichmarktes gleich gegenüber vom Saller-Gebiet ist mittlerweile Intersport eingezogen - ebenso sehr zum Ärger von OB Wolf. Der Sportartikel-Markt öffnet am Donnerstag.

 

-Kommentar Seite 15

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