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Italienische Malerin stellt im Altenburger Lindenau-Museum aus

Marta Dal Sasso Italienische Malerin stellt im Altenburger Lindenau-Museum aus

Marta Dal Sasso heißt die diesjährige Preisträgerin des Stipendiats des Lindenau-Museums. Stil, Themen und handwerkliche Meisterschaft der 36-jährigen italienischen Malerin überzeugten die Jury – und zwar einhellig. Jetzt präsentiert das Museum in Altenburg eine Schau mit Werken der Künstlerin.

Interessiert betrachten Besucher der Ausstellungseröffnung Werke der Malerin Marta Dal Sasso.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.  Marta Dal Sasso, so heißt die Lindenau-Stipendiatin des Jahrgangs 2015. Sehr viel mehr als dieser Fakt, umrahmt von einigen Statements der Kuratoren zu dieser Entscheidung, war bislang nicht bekannt. Jetzt aber haben Interessierte die Gelegenheit, die Handschrift der Künstlerin kennenzulernen und eine exemplarische Auswahl aus ihrem bisherigen Oeuvre in Augenschein zu nehmen – im Lindenau-Museum. Hier wurde die Preisträgerschau eröffnet.

Ausdrucksstark, expressiv und kraftvoll, dynamisch und energiegeladen, so präsentieren sich jene großformatigen Exponate, die Marta dal Sasso teils erst in jüngster Zeit während eines Arbeitsaufenthaltes im Garbisdorfer Quellenhof erschaffen hat. Ihnen gegenüber gestellt begegnet der Besucher Kleingliedrigerem, das von filigraner Zartheit, fast von Zerbrechlichkeit gekennzeichnet ist und durch eine bestechende Akkuratesse in der technischen Ausführung dieser Arbeiten zu faszinieren versteht. Allein an der für diese Exposition getroffenen Auswahl wird deutlich: Marta Dal Sasso lässt sich nicht auf nur einen Stil oder Themenkreis festlegen, Marta Dal Sasso liebt die Vielfalt und die Veränderungen. „Ich möchte frei malen, entsprechend meinen Bedürfnissen“, sagt die Künstlerin in einem Gespräch mit der OVZ und ergänzt: „Die Malerei ändert sich wie das Leben, und man weiß nicht, wie das Leben geht.“ Derart offen, wie sie sich ihre künstlerische Entwicklung lässt, bleibt sie auch neugierig auf alles, was sich auf ihrem weiteren Weg ergeben wird, immer gespannt auf neue Begegnungen und Anregungen.

Marta Dal Sasso wurde 1979 im italienischen Schio geboren. Sie studierte zunächst an der Académie Royale des Beaux-Arts de Bruxelles in Belgien und beendete diesen ersten Teil ihrer Ausbildung mit einem Bachelor of Fine Arts. Im Anschluss daran nahm sie ein zweites Studium an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste bei Prof. Ralf Kerbach auf und erwarb hier im Sommer 2014 ihr Diplom. Die mit diesem Anlass verbundene Ausstellung von Arbeiten aller Diplomanden des Jahrgangs geriet für die 36-Jährige zu eben jenem Glücksfall, der sie nun nach Altenburg führt. In eben jenem Sommer des Vorjahres begaben sich die Juroren des Bernhard-August-von-Lindenau-Stipendiums an die Elbe, um unter 30 Absolventen ihren Favoriten für das Stipendium 2015 zu küren. Die Jury begründet ihre Wahl vor allem mit den ästhetischen Besonderheiten, die sich in Dal Sassos Werkschaffen zeigen. „Es waren die knalligen Farben und die Mischung von Malerei und Grafik, die mich für die Arbeiten der Künstlerin eingenommen haben“, umriss Maler und Grafiker Prof. Peter Schnürpel die Motivation für sein Votum. Es sei die „unangepasste Frische“, die die Spannung in Dal Sassos Arbeiten ausmache. Auch die weiteren Mitglieder des Kuratoriums, der Göpfersdorfer Bürgermeister Klaus Börngen, Ewa-Geschäftsführer Anton Geerlings, Kunstsammler und Mäzen Günter Lichtenstein, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Bernd Wannenwetsch sowie die Direktorin des Lindenau-Museums, Julia M. Nauhaus, brauchten nicht lange an jenem schicksalsträchtigen Tag, um für sich Klarheit zu erlangen. „Es bedurfte keiner Kampfabstimmung“, verweist Peter Schnürpel auf die Einhelligkeit der Meinungen des Sextetts.

Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und mit einem dreimonatigen Studienaufenthalt im Kulturhof Garbisdorf sowie einem Katalog und einer Ausstellung im Lindenau-Museum verbunden. Ermöglicht wird die – seit 2006 aller zwei Jahre, im Wechsel mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis erfolgende – Vergabe durch das Engagement der Gemeinde Göpfersdorf und zweier Wirtschaftspartner aus dem Landkreis. „Ganz im Sinne Bernhard August von Lindenaus wird seine Idee der Förderung junger Künstler durch uns in der Gegenwart fortgeführt“, umreißt Julia M. Nauhaus die Bedeutung der Auszeichnung, die im kontinuierlichen Bemühen um die Fortschreibung der Traditionen im Geiste des Museumsgründers stets neue Akzente setzt .

Nun also ist es die derzeit in Brüssel und Dresden lebende und arbeitende Marta Dal Sasso, die diesen Faden weiterspinnen darf. In ihren klassisch erscheinenden Ölmalereien liebt sie es, Grenzen zu überschreiten, sie zum Verschwimmen zu bringen und einstürzen zu lassen. Und auch, wenn sie sich auf ein zentrales Themenfeld nicht festlegen lassen will, so zeigen ihre derzeit offerierten Arbeiten vielfach ein wiederkehrendes Motiv: menschliche Figuren in unterschiedlichsten Aktionen zwischen Kampf und Tanz, Abwehr und Umarmung. „Ja, es geht um Beziehungen und um jene Entwicklungen, die die darin Beteiligten durchlaufen auf dem Weg zu einer veränderten Identität, auch darum, etwas von sich aufzugeben, um zueinander zu finden. Sonst bleibt man allein“, sagt die Preisträgerin, auf deren künftige Kunstkarriere man gespannt sein darf.

Von Frank Engelmann

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