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Altenburg Ja oder Nein zur GroKo? Das sagen zwei Neumitglieder im Landkreis
Region Altenburg Ja oder Nein zur GroKo? Das sagen zwei Neumitglieder im Landkreis
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00:27 05.03.2018
So sieht der Wahlzettel der SPD bei der Abstimmung über die GroKo aus. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Meuselwitz

Seit dem 19. Februar und nur noch bis heute können die Mitglieder der SPD über den Koalitionsvertrag abstimmen. Auch im Altenburger Land ist die SPD in der Frage zerrissen, ob die Partei in eine neue Regierungskoalition mit der Union eintreten soll. Und seit feststeht, dass es eine Abstimmung gibt, verzeichnet die SPD im Landkreis, wie woanders ebenso, mehr Eintritte. Zwölf davon gab es seit Neujahr, was die Mitgliederzahl auf 132 hochschnellen ließ. Mit Zweien davon unterhielt sich die OVZ darüber, wie sie abstimmen und warum sie in diese Partei eintraten.

Thomas Hepprich. Quelle: Jens Rosenkranz

Einer von ihnen ist Thomas Hepprich, der am 5. Februar per Mausklick am Computer seinen Eintritt erklärte. Der 53-Jährige ist kein Neuling in der SPD, bereits in den 90er-Jahren war er schon einmal Mitglied, trat aber wieder aus, weil sich die Partei so wenig im Landkreis engagiert habe, sagt er der OVZ. Jetzt hofft der gelernte Schuhmacher bei seinem zweiten Versuch, dass sich das ändert – und zwar mit ihm selbst.

„In Meuselwitz geht viel zu wenig voran“, ärgert sich der Mumsdorfer. Deswegen will er bei der nächsten Wahl auch für den Stadtrat kandidieren. Damit erübrigt sich die Frage, ob er nur wegen der Abstimmung Mitglied wurde, um danach gleich wieder auszutreten. „Nein, zu denen gehöre ich nicht“, betont Hepprich.

Er habe bei der Befragung mit „Ja“ gestimmt, weil Neuwahlen für ihn keine Alternative sind und dann das gleiche Spiel wie im Herbst 2017 beginnt. Außerdem könne die SPD in der Regierung viel mehr umsetzen als in der Opposition. Dazu zählt er vor allem stabile Rentenbeiträge, eine bessere Absicherung im Alter durch die Grundrente, die Ganztagsbetreuung für Schüler und mehr Kindergeld. Hepprich rechnet deswegen mit einem Ja der Mitglieder, aber es werde knapp. Er hoffe, dass es klappt, weil es ansonsten mit der SPD noch mehr abwärts gehen würde.

Sebastian Eikemeier. Quelle: Mario Jahn

Ganz anders sieht dies Sebastian Eikemeier. Der 21-Jährige ist ebenso wie Hepprich erst Anfang Februar in die SPD eingetreten – und zwar genau deswegen, um bei der Abstimmung über die GroKo mitmachen zu können. Der Student fand es gut, dass Parteimitglieder an einer solch wichtigen Entscheidungen wie der über eine Regierungsbeteiligung und die Zukunft des Landes beteiligt werden, sagt der Gerstenberger der OVZ. Allerdings stimmen seine politischen Überzeugungen mit denen der SPD weitestgehend überein, weshalb er nach der Abstimmung nicht wieder austreten wird. Der junge Mann hat vor, sich in der Partei zu engagieren, irgendwann vielleicht auch mal bei einer Kommunalwahl.

Sein Kreuz bei der Abstimmung über die GroKo hat der gebürtige Altenburger bei „Nein“ gemacht. Ein Grund dafür war das Hick-Hack der Parteiführung nach der Bundestagswahl, das die SPD viel Vertrauen gekostet und die Mitglieder verunsichert habe. Das schlechte Wahlergebnis sah für die Partei eindeutig die Rolle in der Opposition vor. Eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU bedeute für ihn Stagnation.

Auch im Koalitionsvertrag sieht Eikemeier keine wirkliche Verbesserung des Lebens der Menschen. Für ihn stehe da zu viel Absicht und zu wenig konkrete Umsetzung drin. Der Fortschritt gehe zu langsam, vieles sei doch schneller möglich, meint er. Dennoch befürchtet er, dass sich am Ende eine knappe Mehrheit für die GroKo ausspricht. „Das aber wird dazu führen, dass die SPD bei den Wählern noch mehr Vertrauen und auch Zustimmung verlieren wird.“

Von Jens Rosenkranz

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