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19:42 27.11.2013
Lys Schubert mit ihrer Kuh Rosmarie. Quelle: Stephan Walzl

Der oder die sagen die ganze Zeit, was besser getan oder gelassen werden soll, welche Hose man anziehen kann und welche nicht, und und und. Es gibt einfach Menschen, die wissen immer alles besser und meinen obendrein, das auch immer allen unbedingt mitteilen zu müssen.

So ein Typ ist eben auch die Kuh Rosmarie, die Titelheldin im Puppenspiel. Das Leben könnte so schön sein auf dem Bauernhof: Das Schwein planscht in der Schlammschubkarre, der Hund könnte sein Futter voller Freude herunterschlingen, das Huhn sich laut gackernd über ein Ei freuen, der Goldfisch nach Herzenslust im kalten Wasser springen, und der Bauer könnte sich den ganzen Tag die Zähne putzen. Also, jeder täte das, was ihm am meisten Spaß macht, was irgendwo in seiner Natur liegt. Eine echte Idylle wäre der Bauernhof mitten im Gebirge.

Aber da ist Rosmarie mit ihren recht eigenen und engen Ordnungsvorstellungen, die die ganze Zeit herummeckern muss. Kein Wunder, dass der Bauer irgendwann die Nase voll hat - Milch hin oder her -, der Kuh ein Flugticket kauft und sie nach Afrika schickt. Doch wer denkt, damit hätte sich die Sache erledigt, der irrt gewaltig. Denn auch dort leben ja Tiere, denen man zumindest versuchsweise die eigenen Vorstellungen aufdrängen kann: der Löwe, der sich plötzlich die Mähne kämmen und Haarschleifen tragen soll; die Giraffe, die endlich damit aufhören soll, immer von oben auf alle herabzusehen, oder der Elefant, der viel zu laut stampft.

Dass die alle die Flucht ergreifen und Asyl auf dem Rosmarie-freien Bauernhof suchen, ist nachvollziehbar. Aber eine Lösung ist es auch nicht, begreift der Bauer, und bevor die Kuh auch noch das Kamel dazu bewegt, sich einen Wasserhahn in den Höcker zu schrauben, holt er sie zurück. Jeder gehört schließlich irgendwo hin. Und am Ende wissen die Tiere, dass auch Rosmarie irgendwie dazugehört zu ihrem Leben. Schließlich kann sie ja mit ihren Erzählungen von Afrika nun auch eine Menge beitragen zur Unterhaltung und also zum Zusammenleben. So sitzen sie da, schauen in den Sternenhimmel und Rosmarie erzählt - so idyllisch kann das Miteinander sein.

Poesie pur mit wundervollen Figuren in einer bezaubernden Ausstattung: Puppenspielerin Lys Schubert erzählt und spielt die Geschichte vom Gebirgsbauernhof und fesselt ihr junges Publikum rundum. Regisseur Stefan Wey, der auch das Bühnenbild erdachte, lässt die Tiere quasi aus einem gigantischen Pop-up-Buch springen. Hier ein Türchen, da ein Fensterchen, überall etwas zu entdecken. Zweckmäßig und in sympathischem Maße detailverliebt ist die Bühnenwelt (Puppenbau und Kostüme: Maria-Elisabeth Wey), gleichermaßen gegenständlich und fantasievoll. Ein ebenso packendes wie unterhaltsames Gesamtkunstwerk für Kinder wird vervollständigt durch die pointierte und illustrative Musik von Udo Hemmann. Ein vergnüglicher Vormittag mit pädagogischem Mehrwert.

iNächste Vorstellung: morgen, 10 Uhr. Anmeldung von Gruppen im Besucherservice (Tel. 03447 585177).

Tatjana Böhme-Mehner

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