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Altenburg Jetzt wird’s ernst: Sozialauswahl für Kündigungen am Theater beginnt
Region Altenburg Jetzt wird’s ernst: Sozialauswahl für Kündigungen am Theater beginnt
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19:48 20.07.2012

Zum Ausklang der Spielzeit wurde am Donnerstagabend im Anschluss an die ausverkaufte "Anatevka"-Vorstellung auf der Bühne im Großen Haus Gera der aktuelle Stand der geleisteten Unterschriften unter die Petition zum Erhalt des Fünf-Sparten-Theaters bekannt gegeben: 28 404. Die Online-Petition ist damit abgeschlossen, aber die Unterschriftenaktion auf Listen wird fortgesetzt. Alle Unterschriften sollen am 13. September dem Petitionsausschuss des Thüringer Landtages in Erfurt übergeben werden.

Während nach "Anatevka" in Gera auf dem Balkon Lichter entzündet worden, stiegen gestern in Altenburg nach dem Ballettabend "Freaks" Ballons der Hoffnung auf. Notwendig ist dies allemal, denn die Verhandlungen um die Finanzierung dauern an und die Ergebnisse sind noch nicht abzusehen. Die Sprecher der Sparten und der Betriebsrat haben sich deshalb mit einem Offenen Brief an die Thüringer Landesregierung gewandt und sie aufgefordert, ihren Worten Taten folgen zu lassen und die voreilig geschlossene Finanzierungsvereinbarung zu ändern.

Und auch bei den Tarifverhandlungen gibt es nach wie vor kein greifbares Ergebnis. Wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) gestern vor dem Stadtrat erklärte, werden sie am 18. oder 20. September fortgesetzt. Inzwischen sitzt Verdi als vierte Gewerkschaft wieder mit am Verhandlungstisch und es besteht Einvernehmen darüber, dass nur mit einem neuen Haustarifvertrag das Theater erhalten werden könne. Doch die Gewerkschaften haben Forderungen aufgemacht, die nur zu erfüllen sind, wenn das Land und die Gesellschafter ihre Zuschüsse über die bislang gemachten Zusagen hinaus erhöhen. Wolf, der im Zusammenhang mit der Theaterfinanzierung von einer "völlig übersäuerten Zitrone" sprach, in die man beißen müsse, hat deshalb schon mehrfach in Erfurt, zuletzt gemeinsam mit Landrätin Michaele Sojka (Linke), im Kulturministerium vorgesprochen.

Inzwischen läuft den Verhandlungspartnern aber offensichtlich die Zeit davon. Denn wenn die Tarifverhandlungen scheitern, müssen wie angekündigt Sparten geschlossen und Personal abgebaut werden. Dafür gibt es Kündigungsfristen. "Wir beginnen deshalb noch vor der nächsten Tarifverhandlung mit der Sozialauswahl", erklärte der OB. Für den Fall, dass das Orchester von 78 auf 59 Musiker abgebaut werden muss, werden allein für Abfindungen 3,1 Millionen Euro gebraucht. Ellen Paul

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