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Jobcenter-Bilanz zwischen Eigenlob und Kritik

Jobcenter-Bilanz zwischen Eigenlob und Kritik

Der Start des neuen Jobcenters ist von seinen Verantwortlichen trotz leichter Probleme als sehr gut bezeichnet worden. Kritik an verspäteten oder immer noch überfälligen Auszahlungen der Sozialhilfe kam dagegen von Landrats-Kandidatin Michaele Sojka (Linke).

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Angelika Manig (l.) ist eine von 159 Mitarbeitern des neu geschaffenen Jobcenters, das sich seit Anfang um die Betreuung von rund 9000 Hartz-IV-Empfängern im Kreis kümmert.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Jens Rosenkranz

"Das Ziel, alle Leistungen für den Monat Februar pünktlich auszuzahlen, ist erreicht worden", sagte Sven Richter, stellvertretender Leiter des Jobcenters, das am 2. Januar seine Arbeit aufgenommen hatte. Voraussetzung sei jedoch gewesen, dass auch die Anträge rechtzeitig gestellt wurden. Richter räumte allerdings ein, dass die ersten 14 Tage schwierig gewesen seien, da sich viele Mitarbeiter trotz der Vorbereitung in die komplett neuen Aufgaben einarbeiten mussten. Um die Bewilligung und Auszahlung aller Sozialleistungen, wie die Hartz-IV-Grundsicherung, Kosten der Unterkunft und Hilfen über das Bildungspaket des Bundes sowie um die Arbeitsvermittlung für den jeweiligen Betroffenen kümmert sich jeweils nur noch ein Mitarbeiter des Centers. Bis Ende Dezember lag dies in mehreren Händen und in zwei Behörden - der Agentur für Arbeit und dem Landratsamt.

Die Umstellung habe die Mitarbeiter gestresst, jedoch auch beflügelt, sagte Richter. Viele von ihnen hätten sich selbst unter Druck gesetzt und auch freiwillige Überstunden geleistet, um die neue Arbeit zu bewältigen. Zusätzliche Anforderungen habe ebenso der Umstieg auf eine neue Internet-Plattform mit sich gebracht.

Der im Januar vorherrschende erhöhte Kundenandrang habe allerdings auch zu längeren Wartezeiten in der Eingangszone geführt, die sich von durchschnittlich sechs auf 13 Minuten erhöhten. Auch sei es bei der Postbearbeitung zu Verzögerungen gekommen. Das sei im Kauf genommen worden, da die pünktliche Auszahlung des Lebensunterhaltes und der Mieten erst einmal Vorrang gehabt habe. Im Januar seien 95 Erstanträge angenommen und nach durchschnittlich 3,4 Arbeitstagen bearbeitet worden. Der hierfür geltende Zeitraum liegt ansonsten bei 14,5 Tagen. Hinzu kamen 6206 zu bearbeitende Postvorgänge, 1140 Weiterbewilligungsanträge und 1200 Bewilligungen für das Bildungspaket. Im Jobcenter arbeiten 159 Mitarbeiter.

Von einem guten Start könne keine Rede sein, meinte dagegen die Landrats-Bewerberin Michaele Sojka. Zu dieser Einschätzung sei sie aufgrund zahlreicher Beschwerden von Betroffenen gelangt, die sich an sie gewandt hätten, sagte Sojka am Montag vor der Presse. Danach stehe für sie fest: "In vielen Fällen war das Jobcenter nicht in der Lage, die Monatsraten pünktlich zu überweisen." Es könne nicht angehen, dass diese Behörde nach einer derart langen Vorlaufzeit seine Arbeit nicht schafft und die Gelder für Strom und Miete nicht ausgezahlt werden. Schließlich gehe es um die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft, um Menschen, die nichts auf der hohen Kante haben, sagte Sojka. Viele Betroffene klagten außerdem darüber, dass ihre gewohnten Ansprechpartner nicht mehr da seien. Startprobleme seien selbstverständlich zu erwarten gewesen. Doch darauf hätte man sich besser vorbereiten und notfalls auch am Wochenende arbeiten müssen.

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