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Altenburg Jüngster Film „Das Erzgebirge“ aus der Reihe wildes Deutschland auf Arte
Region Altenburg Jüngster Film „Das Erzgebirge“ aus der Reihe wildes Deutschland auf Arte
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12:20 20.04.2018
Der Tierfilmer Uwe Müller lebt in Langenleuba-Niederhain und arbeitet für BBC, ARD, ZDF, National Geographic und andere. Quelle: Jörg Reuter
Langenleuba-Niederhain

Uwe Müller ist beziehungsweise war viele Jahre so etwas wie ein Globetrotter. Die Antarktis, Feuerland, Argentinien oder die Kalahari-Wüste, Japan und natürlich Deutschland von Nord nach Süd und Ost nach West hat er in den vergangenen 20 Jahren durchstreift. Immer mit dabei: seine Kamera-Ausrüstung. Denn Müller reist nicht nur gern und schaut sich die Welt an, er tut dies auch und vor allem beruflich, denn Uwe Müller ist Tierfilmer. Ein ziemlich erfolgreicher sogar, wovon nicht nur die zahlreichen Preise in seinem Zuhause in Langenleuba-Niederhain zeugen, sondern auch die Liste seiner Auftraggeber. Dazu gehören BBC, National Geographics, ZDF und ARD – um nur einige zu nennen.

Letztere hatte ihn auch beauftragt, im Erzgebirge für eine Folge der Reihe „Wildes Deutschland“ zu drehen. Mittwochabend hatte der 45-minütige Streifen 18.35 Uhr auf Arte Premiere. Unter anderem spielen die Wasserspitzmaus, die Wasserspinne und das 0,04 Millimeter kleine Bärtierchen eine Hauptrolle. Einige Szenen habe er sogar in Langenleuba-Niederhain gedreht, verrät er. Denn mit dem Bauch im Sumpfwasser liegend, lasse sich natürlich keine Wasserspitzmaus filmreif in Szene setzen. „Dafür baue ich hier in meinen Garten Habitate“, sagt Müller.

Natürlich reicht das nicht aus. Meist dreht er die Tiere in freier Wildbahn, bastelt Verstecke und Kamerafernauslöser und verbringt Stunden mit Warten. So gelingen ihm spektakuläre Aufnahmen – etwa von Pumas. Die Dokumentation über die großen Raubkatzen gehört zu seien weltweit am meisten gezeigten Filmen. Drei Jahre lang stellte Müller den Tieren in ihren riesigen Revieren in der Wildnis Feuerlands nach. „Ich war der erste, dem die Aufnahme von einem jagenden Puma gelungen ist“, erzählt er stolz. Fast zehn Jahre hat der Niederhainer ganz unten in Südamerika gelebt. Seit 2010 ist er wieder zurück im Wieratal und arbeitet, wenn es geht, gern in der näheren Umgebung.

Im Augenblick sogar direkt vor seiner Haustür. Im neuen ARD-Projekt mit dem Titel „Die Wilde Nacht“ will Müller zeigen, was auf dem Dorf passiert, wenn die Menschen schlafen. Den Marderpfad kennt er schon, der verläuft quer durch den Garten. „Eigentlich geht es immer damit los, die Tiere zu beobachten, um deren Gewohnheiten kennenzulernen“, beschreibt Müller seine Arbeitsweise.

Nichtsdestotrotz ist er auf Hilfe angewiesen. Auch aktuell ruft er die Bürger auf, ihm Tipps zugeben, wo Waschbären oder Dachse jagen, wo Bruthöhlen oder Nester sind, wo Siebenschläfer oder Fledermäuse leben. „Ich komme langsam in die heiße Phase der Produktion. Am 15. Oktober muss der Film fertig sein“, sagt Uwe Müller.

Zum Filmen sei der gelernte Klempner und studierte Maschinenbauer mehr zufällig als Autodidakt über die Lust am Reisen gekommen. Ende der 1980er-Jahre stellte der Niederhainer – getrieben vom Fernweh – einen Ausreiseantrag. Als er dann 1988 endlich drüben war, erfüllte er sich den langgehegten Wunsch. „Damals kamen Videokameras groß in Mode. Ich habe mir natürlich auch gleich eine geholt und dann Reisefilme gedreht – mit allen Fehlern.“ Wahrscheinlich waren es gerade die Fehler, die letzten Endes aus dem Hobby-Kameramann eine renommierten Tierfilmer gemacht haben. Denn Müller erzählt, die Fehler hätten mächtig genervt. So wollte seine Streifen niemand sehen – und auch er hatte wenig Spaß daran.

Daraufhin befasste er sich mit Kameraführung, Schnitt, Vertonung und Texten. Offensichtlich richtig gut, denn nun rieten ihm Freunde, so einen Streifen mal bei einem Wettbewerb zu zeigen. „Und ich habe auf Anhieb gewonnen.“ 1996 bei einem Festival für Amateure und Profis in Düsseldorf – Müller gewann im Amateurbereich – wurden die Fernsehmacher auf ihn aufmerksam. Und langsam kam er ins Geschäft. Ging der erste Fernsehdreh noch auf eigenes Risiko, kamen bald Aufträge für Tierfilme auf der ganzen Welt. Für eine Dokumentation über das Ende der Gletscher wurde Müller ausgezeichnet. Und er wurde ein enger Freund von Peter Lustig, der etlichen seiner Filme die Stimme des Sprechers lieh.

Kontakt für Tipps 034497 720062

Von Jörg Reuter

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