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Altenburg „Jugend rezitiert und musiziert“ feiert in Altenburg Jubiläum
Region Altenburg „Jugend rezitiert und musiziert“ feiert in Altenburg Jubiläum
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18:02 25.04.2018
Flinke Finger: Leonore Puhl bewies bei „Jugend rezitiert und musiziert“ ihr Können an den sechs Saiten. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Die Gala „Jugend rezitiert und musiziert“ feiert Jubiläum. Am vergangenen Sonntag ging sie zum 20. Mal über die Bühne. Bei solch einem Jubiläum atmet man andernorts durch und sagt: Zwanzigmal reicht. Nicht jedoch bei den Altenburger Theaterfreunden, den vielen Schülerinnen und Schülern, den Deutschfachleuten an den Schulen und den Verantwortlichen der Musikschule Altenburger Land. Da beginnen bald die Planungen für den 21. Wettbewerb.

Goethe als Initialzündung

Ausgangspunkt dieser in ganz Thüringen einmaligen literarischen Bewegung war die vom hiesigen Theaterverein 1999 veranstaltete Jugendtheaterwoche anlässlich des 250. Geburtstages Johann Wolfgang von Goethes. Eine Woche lang gab es im Theater, im Heizhaus und im Residenzschloss Veranstaltungen mit dem „Urfaust“, dem „Torquato Tasso“, mit Theatergruppen aus Schulen, ein Goethefest im Schlosshof und eben auch eine durch Schüler gestaltete literarisch-musikalische Soiree mit Goethetexten.

Diese fand so großen Zuspruch, dass man auf Wiederholung drängte. Ein Jahr später stand ein zweigeteilter Wettbewerb für die Klassen 5 bis 8 und 9 bis 12 mit vorgegebener Thematik. Bei nun 20 Wettbewerben kann auf weit über 1000 Teilnehmer zurückgeblickt werden.

Kultur bleibt wichtig

Von Anfang an fand diese literarische Bewegung Unterstützung durch das Theater, sowohl durch die Bereitstellung der Räumlichkeiten für Wettbewerbe und Gala als auch personell durch die Mithilfe von Ensemblemitgliedern in der Jury und bei Workshops für die Schüler. Das hat sich auch in diesem Jahr ausgezahlt.

Lena Köhler rezitierte „Sommer“ aus „Ronja Räubertochter“. Quelle: Mario Jahn

Barbara Grubitzsch, die Vorsitzende des Theatervereins, konnte am Sonntag eine erfreuliche Anzahl Besucher, die Schirmherren der Veranstaltung, Landrätin Michaele Sojka und Oberbürgermeister Michael Wolf sowie Generalintendant Kay Kuntze begrüßen.

Sojka und Wolf hoben dabei in kulturpolitischen Statements die große Rolle der hiesigen Kulturlandschaft hervor. Angesichts einer Reihe wie „Jugend rezitiert und musiziert“ sei es berechtigt, vom Altenburger Land als „kulturvollem Kreis“ zu sprechen, so Sojka. Und Wolf, der letztmalig in diesem Rahmen vertreten war, betonte, dass Kultur einen Wert an sich habe, Menschen zusammenbringe und zum Austausch ermuntere. Einen wichtigen Gedanken äußerte zudem Kay Kuntze: Wer hier auf der Bühne stehe und eine Gitarre in die Hand nähme, um daraus Musik zu schlagen, nähme keinen anderen Gegenstand zur Hand, um damit andere zu schlagen, führte er aus.

Wenig Klassik, viel Aktuelles

Die musikalischen Beiträge mit Akkordeon, Gitarre, Blockflöte und Violine kamen im Anschluss alle von erfolgreichen Teilnehmern an überregionalen Wettbewerben und zeugten von der außerordentlich guten Ausbildung an den zwei Standorten der Musikschule in Altenburg und Schmölln.

Justus Bubiger gab „Die polyglotte Katze“ zum Besten. Quelle: Mario Jahn

Die insgesamt 18 Rezitatoren sprachen Texte unterschiedlichster Art. Die größte inhaltliche Veränderung in der 20-jährigen Geschichte des Rezitationswettbewerbs ist die stetige Abnahme von Gedichten der klassischen Literatur zugunsten moderner Lyrik bis hin zur Slam-Poetry, den selbst geschriebenen Gedichten mit einem eigenen Vortragsstil.

Mit Goethes „Prometheus“ war die Klassik nur einmal vertreten. Thematisch sparten die Schüler aktuell-politische Themen wie auch allgemein gesellschaftsrelevante nicht aus. So wurde sich der Situation von Flüchtlingen ebenso gewidmet wie der in den vergangenen Monaten immer wieder geführten Debatte um den Einfluss von Fake News auf das öffentliche Meinungsbild.

Engagierte Beteiligte

Das musikalische wie auch das literarisch-vortragstechnische Niveau war erfreulich gut und zeugte von einer intensiven Vorbereitung auf die Wettbewerbe und die Gala selbst. Dafür gilt es, die Mitwirkenden zu loben, die Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen einschließlich der Musikschulen und natürlich die Eltern.

Ein Name muss dabei indes gesondert hervorgehoben werden: Gudrun Rieß, Deutschlehrerin am Friedrichgymnasium und Vorbereiterin sowie langjährige Verantwortliche der Rezitationswettbewerbe und der aktuellen Gala. Ihr ist ganz herzlich zu danken.

Von Manfred Hainich

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