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Altenburg Jugendblasorchester lässt es beim Oktoberfest richtig krachen
Region Altenburg Jugendblasorchester lässt es beim Oktoberfest richtig krachen
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15:59 24.10.2017
Moderatorin Grit Reinhold und Dirigent André Taube singen gemeinsam, begleitet vom Jugendblasorchester, die Polka „Heut’ spielt die Blasmusik“. Quelle: Mario Jahn
Lucka

„Ein Prosit der Gemütlichkeit“ tönte es am Sonnabend in Lucka. Dort lud nämlich der ortsansässige Orchesterverein erstmals zum Oktoberfest und traf damit ins Schwarze. Im ausverkauften Saal des Deutschen Hauses feierten knapp 250 Besucher ausgelassen mit.

Fast wie in einem Biergarten wähnte man sich, angesichts des ganz im bayerischen Stil geschmückten Saales. Und ebenso zeigte sich auch das Blasorchester Lucka. Nicht in der Vereinsuniform, sondern in Dirndl und Lederhose präsentierten sich Dirigent André Taube und seine Musikanten. „Zu einem zünftigen Fest gehören natürlich auch zünftige musikalische Schmankerl“, begrüßte Moderatorin Grit Reinhold – die Studentin spielt seit vielen Jahren Trompete im Orchester – das feierwütige Publikum. „Und genau die wollen wir heute präsentieren.“

So ging es denn auch los mit dem Bayerischen Defiliermarsch. Dieser darf bei einem Oktoberfest genauso wenig fehlen wie der Bierfassanstich, den die Luckaer Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos) und André Taube gemeinsam mit nur zwei Schlägen bravourös meisterten. Einem fröhlichen Festabend bei frisch gezapftem Bier im Maßkrug sowie Schweinshaxe und Weißwurst stand nichts mehr im Wege.

Die Musikanten ließen sich nicht lange bitten und waren in ihrer Spielfreude kaum zu bremsen. Ein Gute-Laune-Hit nach dem anderen folgte. Das Walzer-Potpourri „Bauernhochzeit“, die Polka „Von Freund zu Freund“ mit Susann Gaida und Anne Siegert als Solisten oder der Marsch „Gruß aus Klingenthal“ – genau diese traditionelle Blasmusik gehört zu einem Oktoberfest. Deswegen gab es an diesem Abend gleich mehrere Polkas und Walzer zu hören.

Doch egal, ob „Böhmischer Traum“ oder Saragossa-Band-Medley, Bierwalzer oder Roberto-Blanco-Hit, das Publikum feierte ausgelassen mit und erwies sich als textsicher. Sein Vorbild schien es dabei in der Moderatorin höchst selbst gefunden zu haben. Denn Grit Reinhold führte nicht nur professionell, locker und gewitzt durchs Programm. Nein, sie überzeugte auch als Sängerin, zum Teil sogar im Duett mit dem Dirigent André Taube. Gemeinsam mit dem Orchester war das Unterhaltung fast schon auf dem Niveau der Fernsehshows mit Florian Silbereisen – natürlich ein paar Nummern kleiner.

Doch die Musikerinnen und Musiker konnten auch anders. Und trafen damit ebenso den Geschmack der Gäste. Mit der „80er Kult-Tour“ streifte das Orchester nämlich musikalisch die 1980er-Jahre und setzte damit einen ersten Höhepunkt: „Skandal im Sperrbezirk“, „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“, „1000 und 1 Nacht“, „Sternenhimmel“ und „Rock me Amadeus“. Spätestens jetzt hielt es kaum jemanden noch auf seinem Sitz. In Lucka ging wahrlich die Post ab und der Saal bebte. Eine bessere Steilvorlage als diese konnte der Musikverein der Serviceband Altenburg gar nicht liefern. Sie setzte hier für eine erste Tanzrunde ein und überbrückte die Pause der Bläser.

„Seid ihr alle gut drauf?“ Selbstredend war das nur eine rhetorische Frage von Grit Reinhold an das Publikum. Die Stimmung war im zweiten Teil ebenso bombig wie im ersten. Nur, dass die Musikerinnen und Musiker jetzt noch eins draufsetzten. Donikkls „Fliegerlied“, „YMCA“ von den Village People, Pharrell Williams’ „Happy“ und der Partyschlager „Atemlos“ von Helene Fischer waren nur einige ihrer Kracher. Bei Letzterem bewies die Moderatorin erneut, was sie drauf hat. Einen fulminanten Schlusspunkt des Live-Spektakel setzten die Musiker schließlich mit „Tage wie dieser“ von den Toten Hosen. Ja, auch Rockmusik kann das Blasorchester Lucka, das sich unter donnerndem Beifall, Jubel- und Zugabe-Rufen verabschiedete.

Weiter ging die Riesen-Gaudi dann mit der Serviceband bis in den frühen Morgen. Und auch hier hielt die Super-Stimmung an. „Schee“ war’s, würde der Bayer sagen und hoffentlich nicht das letzte Mal, waren sich Besucher und Musiker einig.

Von Patrick Kowalczyk

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