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Altenburg Jugendförderplan: Gemischtes Fazit in der Nordregion
Region Altenburg Jugendförderplan: Gemischtes Fazit in der Nordregion
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16:14 16.02.2018
Bei der Jugendarbeit gibt es in der Nordregion des Kreises noch Baustellen. Quelle: dpa
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Meuselwitz

Es war eine der Nachrichten des vergangenen Jahres: Mit dem neuen Jugendförderplan floß ab dem Sommer nicht nur mehr Geld in die Jugendhilfe im Kreis, auch die Strukturen wurden kräftig umgekrempelt. Das machte sich besonders in der Nordregion des Kreises bemerkbar, wo etwa mit der Villa Kunterbunt in Lucka eine zentrale Anlaufstelle für Jugendliche wegfiel (OVZ berichtete). Ein halbes Jahr später wurde nun am Dienstagabend im Meuselwitzer Kulturausschuss eine erste Zwischenbilanz gezogen.

„Mit den Sozialräumen hat sich auch die Schwerpunktsetzung geändert“, erläuterte Johanniter-Regionalvorstand Uwe Werner zunächst den Ausschussmitgliedern. So stehe inzwischen pro Planungsraum noch ein Schwerpunkt-Haus zur Verfügung – im Fall der Nordregion das Schüler-Jugend-Freizeit-Zentrum (SJFZ) in Meuselwitz. Damit seien die Umstrukturierungen hinsichtlich der Standorte weitgehend abgeschlossen. Allerdings, schob Werner hinterher, überlege man derzeit noch, die Villa Kunterbunt in Lucka ganz zu schließen und das dortige Kontaktbüro in die Innenstadt zu verlagern.

Vierköpfiges Team mit Start zufrieden

Trotz einiger Umgewöhnungen sei man insgesamt gut ins erste halbe Jahr gestartet, konnte im Anschluss Sozialarbeiter Bernd Barchfeld berichten. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten an den Schulen und Verwaltungen der Region vorgestellt, erste tiefergehende Kontakte mit den Jugendlichen geknüpft, zeigen regelmäßig auf den Schulhöfen Präsenz“, zählte er auf. Innerhalb des vierköpfigen Teams – zwei Mitarbeiter sind über die Johanniter Unfallhilfe, zwei über die Stadt Meuselwitz beschäftigt – habe man eine funktionierende Aufgabenverteilung gefunden. So ist Barchfeld gemeinsam mit Kollegin Jessica Lehnert vornehmlich auf der Straße unterwegs, Paul Berger und Lydia Vanheiden Gomes de Sousa kümmern sich um die Angebote im SJFZ. „Wir haben hier ein gutes Vertretungssystem etabliert, sodass eigentlich immer alles abgedeckt ist.“

Baustellen drohen im Personalbereich

Mit der Betonung auf eigentlich. Denn wie lange dieses System noch Bestand haben kann, scheint derzeit nicht ausgemacht. „Eine Kollegin ist schwanger, hat derzeit deswegen ein Beschäftigungsverbot“, so Barchfeld. Mittelfristig gehe zudem auch Paul Berger in Elternzeit. „Noch sind die Aufgaben für uns zu stemmen, künftig könnte es aber Einschränkungen geben.“ Das sei vor allem bei den Kontakten zu Jugendlichen auf der Straße ein Problem, zumal man hier gerade erste Erfolge verzeichnen könne.

Man wirke dem Problem bereits entgegen, erklärte Denise Zeuke, Ordnungsamtschefin im Meuselwitzer Rathaus. „Wir haben die Stelle seit Bekanntwerden ausgeschrieben, bislang jedoch ohne Erfolg. Der Markt gibt das derzeit nicht her“, betonte sie. Man wolle die Ausschreibung, die bisher nur über das Amtsblatt und die Arbeitsagentur erfolgt sei, nun weiter fassen, kündigte sie an.

Auch auf Seiten der Träger arbeite man an Lösungen, unterstrich Jugendamtsleiter Dirk Nowosatko. „Wir sind bereit, von den ganz harten Kriterien bei Bewerbern abzuweichen. Bei entsprechender Motivation können auch Erzieher angelernt werden.“ Das Wichtigste sei letztlich, die nur mit vier Mitarbeitern zu haltenden Qualitätsstandards nicht zu unterschreiten.

Von Bastian Fischer

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