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Altenburg Jugendweihe bleibt im Altenburger Land beliebt
Region Altenburg Jugendweihe bleibt im Altenburger Land beliebt
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20:01 01.04.2016
Viele Eltern entscheiden sich für ihr Kind für die Jugendweihe. Quelle: dpa-Zentralbild
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Altenburg

Stück für Stück ist die Zahl der Jugendweihe-Teilnehmer aus dem Altenburger Land zuletzt geklettert – von 458 vor zwei Jahren auf 468 im vorigen Jahr auf nun 483 in diesem Jahr. Damit ist die Jugendweihe hierzulande nach wie vor die beliebteste Form für den Schritt ins Erwachsenen-Dasein.

Wer sie feiern möchte, kommt am Verein Jugendweihe Ostthüringen mit Sitz in Gera wohl nicht vorbei. Er organisiert seit 2005 die Jugendweihe zwischen Altenburg und Zeulenroda. Regionalmitarbeiterin Anja Töpfer (35), deren Mutter zu den Gründungsmitgliedern zählt und noch immer im Vereinsvorstand aktiv ist, verantwortet die Region Gera und Altenburger Land und sieht in der „guten Qualität“ der Feiern einen Grund für den anhaltend hohen Zuspruch. „Wir haben durchweg positive Resonanzen.“ Allerdings kommen jetzt auch wieder Jahrgänge, in denen die Geburtenrate sich leicht erholte.

Die eigentliche Feier ist der krönende Abschluss eines Jugendweihejahres für die Achtklässler, in denen sie vom Regionalverein oder Landesverband angebotene Fahrten und Kurse nutzen können. Aus dem Altenburger Land beteilig(t)en sich Gymnasiasten, Regel- und Förderschüler dieses Mal an Reisen nach Paris, Ungarn und Rügen sowie an Tagesausflüge nach Palm Beach und zum MDR nach Leipzig. Für den sogenannten Knigge-Kurs konnten sich 70 Jugendliche des Landkreises begeistern. Unter dem Motto „Das Einmalein der guten Manieren“ lernen sie in einem Lokal, wie man sich bei Tisch korrekt benimmt. Dabei können auch Eltern mit dem kleinen Geldbeutel ihren Sprössling auf die eine oder andere Tour schicken. Die Paris-Reise vom 5. bis zum 8. Mai etwa kostet laut Töpfer 215 Euro pro Schüler. Im Preis seien unter anderem die Übernachtungen, der Eintritt zum Euro-Disney und die Stadtrundfahrten enthalten. Töpfer: „Wir sind nicht gewinnorientiert.“

Für die eigentliche Jugendweihe müssen die Eltern 95 Euro auf den Tisch legen. Für Familien, die sich das nicht leisten können, werde auf Antrag ein Rabatt von 30 Euro gewährt. „Darüber muss der Vorstand befinden“, erklärt Töpfer. Wer von Hartz IV lebe, könne das Bildungs- und Teilhabepaket beanspruchen.

Die Jugendweihe sei ein Ritual, um die Kinder ins Erwachsenenleben zu begleiten, so die 35-Jährige Töpfer. Die Jugendlichen würden mehr Freiheiten erhalten, aber auch mehr Verantwortung tragen. Die Angebote im Jugendweihejahr unterstreichen diese Intention. So steht die Gedenkstätte Buchenwald ebenso im Programm wie der Landtag in Erfurt, das BMW-Werk in Leipzig und der Filmpark in Babelsberg. Und wenn die Fotos von der Jugendweihe längst ausgewertet sind, kann man über den Landesverband sogar noch in den Sommerferien zwölf Tage ins Feriencamp nach Ungarn.

Die ersten Jugendweihe-Feiern in Altenburg finden in diesem Jahr am 23. April im Logenhaus statt. Weitere sind am 28. Mai im Landestheater, am 4. Juni für die Schmöllner Schüler im Theater Gera und am 18. Juni noch einmal in der Altenburger Spielstätte. „Das Theater passt vom Ambiente her zu unserer Feier“, sagt Töpfer. Im Logenhaus wird die A-capella-Truppe „Notendealer“ auftreten, während es im Theater die Sängerin Michelle Bourvé ist. Die Achtklässler sehen dann eine emotionale Präsentation namens „Der Zug des Lebens“ und blicken in ihre eigenen Gesichter – die Eltern stellen zuvor Kinderbilder zur Verfügung. Neben der Urkunde gibt es für die Jugendweihlinge in diesem Jahr ein neu aufgelegtes Buch. Als Festredner, so Töpfer, seien fürs Altenburger Land Arne Lund vom Jugendweiheverband Hamburg sowie die hiesigen Linken-Politiker Frank Tempel und Ute Lukasch gewonnen worden.

In ganz Ostthüringen nehmen 3000 Jugendliche an der Jugendweihe teil und lassen mit diesem symbolischen Schritt die Kindheit hinter sich.

Von Frank Prenzel

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