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Jugendzupforchester überrascht mit ungewöhnlichen musikalischen Effekten

Altenburger Musikfestival Jugendzupforchester überrascht mit ungewöhnlichen musikalischen Effekten

Das Landesjugendzupforchester mit seinen 30 jungen Musikerinnen und Musikern, brachte mit seinem Konzert am Freitagabend neue Klänge in das Altenburger Musikfestival. Damit setzte die Traditionsveranstaltung ihren Anspruch um, Neues zu offerieren. Leider blieben die Besucherzahlen im Festsaal des Schlosses hinter den Erwartungen zurück.

Das Landesjugendzupforchester sorgt zum Altenburger Musikfestival für neue Klänge. Der Besuch des Konzertes im Festsaal des Schlosses bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Was in aller Welt ist ein Zupforchester? Das wird sich mancher beim Lesen des umfangreichen Programms des Altenburger Musikfestivals gefragt haben. Die Frage ist berechtigt. Antwort darauf konnte man sich am vergangenen Freitagabend im Festsaal des Residenzschlosses holen. Dort gastierte das Landesjugendzupforchester Thüringens und brachte einen ganz neuen Klang in die musikalische Palette des Festivals.

Leider nutzten das nur wenige, und die Enttäuschung darüber war den Verantwortlichen ins Gesicht geschrieben. Die Schauspielerin Antje Arpe, die jahrelang die Veranstaltungen des Musikfestivals anmoderiert und das Publikum begrüßt hatte, sprach dabei immer wieder den einen wichtigen Satz: Das Musikfestival möchte Altes bewahren und Neues, noch Unbekanntes, offerieren. Dieser Satz gilt nach wie vor, und das jährlich Neue im Festival ist meistens das Interessanteste.

So auch am Freitagabend. Auf der Bühne saßen über 30 jugendliche Mädchen und Jungen mit ihren Mandolinen, Mandolas und Gitarren, unterstützt von Contrabässen und Schlagwerk, wo notwendig. Deren Spiel ergibt einen einmaligen Klang, der mit keinem anderen vergleichbar ist. Und dieses Einmalige wird unterstützt durch die virtuose Meisterschaft und sichtbare Begeisterung der jungen Musikerinnen und Musiker. Sie sind die Besten Thüringens an diesen Instrumenten und erfolgreiche Teilnehmer an den jährlichen Wettbewerben „Jugend musiziert“. Sie brachten ein Programm, das im ersten Teil kammermusikalisch geprägt war und am Anfang und Ende umrahmt war von zwei Orchesterwerken.

Das waren zum einen Variationen zu dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ von Ralph Paulsen-Bahnsen, in guter Harmonik passend zur Abendstimmung und dem Orchester Gelegenheit gebend, alle Klangmöglichkeiten und musikalischen Effekte der Zupfinstrumente vorzuführen – und zum anderen das Allegro aus dem Concerto Cappriccioso von Herbert Baumann, in dem Nico Sanack, quasi der 1. Konzertmeister des Orchesters, wie vorher im Duo hier als Solist glänzte.

Dazwischen konnten sich die besten Instrumentalisten im Duett wie im impressionistisch gefärbten „Morgendlicher Fluß“ oder wie in Bachs Orgelfuge BWV 539 und in drei konzertanten Duetten von Carlo Munier beweisen. So wie es Streichquartette gibt, so gibt es auch Gitarrenquartette. Zwei wurden dargeboten: fünf kleine Tänze von Michael Praetorius mit wunderbarem Wohlklang und ein Werk von Andrew York, genannt „Lotus Eaters“.

Angekündigt war ein Programm mit Musik Thüringer Komponisten. Das wurde geändert zugunsten der Gesamtaufführung des großen sinfonischen Oratoriums „The Magic Lute“ (der Zauber der Laute) von Robert Hartung, Komponist, Instrumentallehrer, selbst Gitarrist im Orchester und Buchautor über „Gehirngerechtes Musiklernen im Instrumentalunterricht“.

Das sind sechs Teile in ausgedehnter Länge mit Gesangssolistin, Chor, Sprecher und Sprechchor, mit Solobassgitarre, Flöte und Solosaxophon, eine umfangreiche Auswahl an Schlaginstrumenten im Hintergrund, mehr rhythmisch denn melodisch angelegt und mit durchaus beeindruckendem Ausdruck. Das Gesamtanliegen des Werkes erschloss sich einem nicht so recht, auch wegen des englischen Textes, der schlecht verständlich war. Der Komponist hätte eine kurze Einführung in sein Werk geben können, an dem er seit Jahren arbeitet. Das Orchester setzte sich mit Begeisterung für dieses ein. Am meisten aber die Leiterin dieses Orchesters, Daniela Heise, die die Einsätze für alle geben musste, auch Erläuterungen fürs Publikum, so dass eine gewisse Zerrissenheit in der Aufführung des Werkes nicht zu vermeiden war.

Es gab viel Beifall für alle Teilnehmer und Anerkennung für die künstlerische Bewältigung solch eines gewaltigen Werkes, das auch die amerikanischen Gäste aus Hickory beeindruckte, die anwesend waren und für die eine Spielerin ex tempore in einem guten Englisch über Arbeit und Aufgaben des Orchesters informierte.

Von Manfred Hainich

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