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Altenburg Junges Blut und ?alte? Instanz
Region Altenburg Junges Blut und ?alte? Instanz
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20:49 03.05.2013
Ulrich Gumpert am Piano - im Hintergrund seine Kollegen Ernst-Ludwig Petrowsky, Konrad Buer und Günter "Baby" Sommer. Quelle: Jens Paul Taubert
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Standen doch im ersten Teil mit dem Johannes-Bigge-Trio drei junge Musiker auf der Bühne des Bachsaals, die im zweiten Teil von den alten Hasen des Zentralquartetts mit einem Durchschnittsalter von runden 70 Jahren abgelöst wurden. Nun hat das im Jazz und allgemein in der Musik ja zum Glück überhaupt nichts zu bedeuten, zählt doch dort vor allem Professionalität, wobei seit jeher die generationsübergreifende Beeinflussung ein wichtiges Element musikalischer Vielfalt war.

So kam das junge Trio mit Johannes Bigge am Piano, Athina Kontou am Bass und Jan Roth am Schlagzeug auch mit einer gewissen aufgeregten Leichtigkeit daher. Sie präsentierten gute Popmusik in einfacher Schönheit, aber auch ausgefeilte Kompositionen in fast schon klassischer Art und waren damit mehr als eine Vorband.

Ab 21 Uhr starteten dann geschlagene 285 Jahre pure Lebens- und vor allem Musikererfahrung, um insbesondere die deutsche Folklore einer tiefgreifenden Analyse nebst anschließender Operation zu unterziehen. Dabei rückten die Herren Ernst-Ludwig Petrowsky (79), Konrad Bauer (69), Ulrich Gumpert (68) und Günther "Baby" Sommer (69) dem hiesigen Volksliedgut, welches so gut wie gar nicht jazzkompatibel erscheint und zu welchem die Deutschen im Gegensatz zu anderen Völkern ein doch recht merkwürdiges Verhältnis pflegen, gehörig auf die Pelle. Sie wechselten im gut gefüllten Bachsaal in einer Art Schlagabtausch zwischen Ansätzen von altbekannten Melodien heimatlicher Glückseligkeit, avantgardistischen Klangpassagen und fein improvisierten Soloeinlagen.

Das Zentralquartett als eine Instanz des deutschen Jazz zu sehen, liegt nahe, wurde im Laufe des fast anderthalbstündigen Klangmarathons doch überdeutlich, dass es sich bei den vier Protagonisten des Abends vor allem um Musiker handelt, denen es wie nur wenig anderen gelingt, ihren Meinungen, ihren Emotionen und ihrem Verhältnis zur Musik mit Souveränität in einem atemberaubenden Zusammenspiel Ausdruck zu verleihen.

Die nächsten Konzerte des Altenburger Jazzklubs lassen nicht lange auf sich warten. Am 8. Mai folgt mit der Kees-Schipper-Band ein bluesiger Abend im Weindepot Priem, gefolgt von einem Konzert mit dem Akkordeonisten Manfred Leuchter, der am 17. Mai in die Dorfkirche Mohlis zu Klängen "Zwischen Bach und Bagdad" einladen wird. J.N.

J.N.

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