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KSB-Geschäftsführer nimmt Abschied

KSB-Geschäftsführer nimmt Abschied

Er scheut große Auftritte und schwingt auch keine großen Reden. Vielmehr macht Horst Gerth stets das, was er - immer im Sinne der Sache - für richtig hält. Das demonstrierte der scheidende Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Altenburger Land einmal mehr bei seinem Abschied.

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Horst Gerth kann die KSB-Akten aus der Hand legen. Montag ist sein letzter Tag als Geschäftsführer.

Quelle: Mario Jahn

Denn über seinen Ausstand informierte der 63-Jährige selbst langjährige Mitstreiter erst kurz vor knapp. Trotzdem kamen gut 60 Leute. Außerdem ließ Gerth, bevor er am Montag offiziell die Bühne des Arbeitslebens verlässt, anderen den Vortritt beim Beurteilen seines Schaffens.

 

"Er ist ein hoch verlässlicher Mensch, fachlich ausgesprochen fit und weiß, worüber er spricht", adelt etwa Rolf Beilschmidt seinen "lieben Freund Horst", den er seit seinem eigenen Amtsantritt als Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes 2001 nicht mehr aus den Augen ließ. "Er ist extrem zurückhaltend, fast schon zu bescheiden, weil sich der KSB im Altenburger Land in den letzten 20 Jahren blendend entwickelt und viele Themen besetzt hat."

 

Damit meint der Ex-Weltklasse-Hochspringer vor allem die Weiterbildung von Vereinsfunktionären und Trainern vor Ort, die Entwicklung des Gesundheitssports, die Zusammenarbeit von Vereinen, Kitas und Schulen, aber auch die legendären Sportpartys. Alles Dinge, die sich der seit über 40 Jahren im Sport engagierende Macher zu großen Teilen ans Revers heften darf. Der Bald-Ruheständler selbst sieht das naturgemäß anders, antwortet auf derlei Ehren eher: "Das ist immer Teamarbeit. Ohne verlässliche Partner und Helfer wäre es nicht zu leisten."

 

Apropos Team: Auf das konnte sich Gerth in über 20 Jahren KSB Altenburger Land immer verlassen. Ein Lohn für seine Liebe am Sport, für Vorschussvertrauen, für Offenheit und Loyalität. Das gilt auch umgekehrt. "Er ist immer für alle da, hat ein offenes Ohr", spricht die frühere Kreissportjugend-Koordinatorin Brigitte Dümmel aus eigener Erfahrung unzähliger gemeinsamer Arbeitsjahre. "Wir sind wie eine Familie, habe ich immer gesagt."

 

Damit bringt die Chefin des SV Medizin Altenburg viel auf den Punkt. Denn der frühere Radballer und Gelegenheitshandballer des SV Blau-Gelb Ehrenberg hat sich stets für die Sorgen und Nöte der Vereine interessiert, sie ernst genommen und an den entsprechenden Stellen vorgebracht. Sicher auch, weil er selbst lange Trainer und Vereinschef bei den Blau-Gelben war. Sein Ton dabei: diplomatisch, aber bestimmt und stets sachlich. So ließ er jedem die Chance, selbst im Streitfall oder bei Verfehlungen, das Gesicht zu wahren. "Ich habe nie Feindschaften gepflegt", schätzt er selbst ein.

 

"Er kennt den Sport im Altenburger Land und vor allem die Menschen, die ihn machen", urteilt Beilschmidt und erntet dafür Zustimmung von Harald Moritz. "Das hat Herr Beilschmidt gut beobachtet", sagt der KSB-Vorsitzende, der mit dem Geschäftsführer seit Gründung des heutigen KSB 1994 arbeitet. "Er hat nie auf die Uhr geschaut, ist auch abends immer zu Vereinen mitgefahren oder hat das Präsidium vertreten. Es gibt keine Sportart, die er sich nicht wenigstens angeschaut hat. Außerdem hat er nie gedickscht, wenn wir mal unterschiedlicher Meinung waren. Es ist ein großer Verlust, wenn er jetzt geht."

 

Dem Sport ganz den Rücken kehren wird Gerth, der einst Drucker lernte, ein Ingenieursstudium dran hing, elf Jahre in der Spielkartenfabrik arbeitete und 1981 zum Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) wechselte, aber nicht. Helfen will er vor allem bei seinem Stammclub SV Ehrenberg und beim TSV Nobitz, wo er Mitglied ist. Ein Amt braucht er dafür aber ebenso wenig wie im KSB. Dort wird er seinem Nachfolger Ulf Schnerrer - und jedem anderen, der ihn fragt, - mit Rat und Tat unterstützen. Dennoch sollte für den Familienmensch Horst Gerth mehr Zeit bleiben, die er neben seiner Frau Monika und seiner Tochter vor allem seinen beiden Enkeln widmen wird.

 

Daneben gibt's im Garten seines Elternhauses in Ehrenberg, das er nach der Wende Stück für Stück saniert hat, immer etwas zu tun. Und wenn es ihm doch einmal zu viel werden sollte, setzt sich der Ex-DTSB-Vize, der zu DDR-Zeiten schon für die Organisation der Turn- und Sportfeste in Leipzig zuständig war, einfach aufs Rad oder greift zum Badminton-Schläger. Dafür, dass es nicht zu ruhig wird, wird er aber schon selbst sorgen. Infrage kommen dafür unter anderem Schlager-Konzerte (Andrea Berg, Helene Fischer) oder Varieté- und Kabarett-Besuche.

 

Mit Sicherheit hat er dort auch Ideen und Inspiration für die zuweilen atemberaubende Artistik und die Momente des Augenzwinkerns bei den Sportpartys gefunden. "Ich war immer gern bei den Altenburger Partys und habe einige hochwertige Show-Elemente gleich für die LSB-Veranstaltungen eingekauft", gesteht Beilschmidt. Viel mehr Applaus kann es zum Abschied kaum geben. Das wird Horst Gerth freuen, auch wenn es ihm die eine oder andere Träne in die Augen treibt.

Thomas Haegeler

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