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Kabelbrand in Verteilerstation legt in Altenburg Fernseher lahm

Tausende Haushalte betroffen Kabelbrand in Verteilerstation legt in Altenburg Fernseher lahm

Durch einen Brand in einer Verteilerstation der Primacom war Mittwochabend Altenburg beinahe komplett ohne Fernsehempfang. Ebenso waren auch das Telefon- sowie Internetnetz des Betreibers ausgefallen. Eine derart flächendeckenden Ausfall habe es nach Unternehmensangaben noch nie gegeben.

Die Feuerwehr musste zu einem Brand in einer Verteilerstation ausrücken. (Symbolfoto)

Quelle: dpa-tmn

Altenburg. Mittwochabend zur besten Sendezeit gegen 18.15 Uhr wurden in fast ganz Altenburg plötzlich die Fernsehbildschirme schwarz. Und auch wildes Zappen durch die Weiten der Fernsehkanäle nutzte den Kunden des Kabelbetreibers Primacom überhaupt nichts: Die Bildschirme blieben rabenschwarz. Damit nicht genug: Auch die Telefon- sowie Internetanschlüsse des Betreibers waren spätestens ab 19.30 Uhr tot.

Der Grund: In der für die komplette Netzversorgung verantwortlichen Kopfstation war es – vermutlich durch einen technischen Defekt – zu einem Brand gekommen, der die Stromversorgung der Einrichtung und damit auch das Netz lahm legte.

Ein wegen des Fernsehausfalls zur Reparatur herbeigeeilter Monteur bemerkte den Brand und rief die Feuerwehr. „Das ist kurz vor 19.30 Uhr passiert. Als wir aber vor Ort eintrafen, war das Feuer schon aus“, so ein Sprecher der Altenburger Berufsfeuerwehr, die bereits eine knappe Stunde nach dem Alarm wieder ins Gerätehaus abrückte.

Umso verheerender aber die Auswirkungen für die Primacom-Kunden. Der Anbieter betreibt in der Skatstadt das komplette Kabelnetz, an dem TV, aber auch Telefon und Internet hängen. „Mehrere tausend Kunden waren von dem Ausfall betroffen!“, sagte Unternehmenssprecher Hannes Lindhuber. De facto sei ganz Altenburg betroffen gewesen.

Was sich in diversen sozialen Medien wie Facebook eindrucksvoll widerspiegelt, in denen sich die Posts betroffener Kunden häufen.Und die Leitungen zum Störungsdienst des Anbieters glühten sprichwörtlich. Es brauchte einiges an Geduld, ehe man dort eine Verbindung bekam. Um dann immer ähnliches zu hören: An der Behebung der Störung werde fieberhaft gearbeitet, wann das abgeschlossen sei, kann keiner sagen. Und: So einen flächendeckenden Ausfall des Netzes in einer ganzen Stadt habe man noch nie erlebt...

Vor allem Fußballfans sahen in die sprichwörtliche Röhre, stand doch Mittwochabend im Free-TV die Champions-League-Partie der Bayern gegen Arsenal London an. „Sogar eine mobile Ersatzkopfstelle wurde bereits für den Einsatz in Altenburg aktiviert, dann aber glücklicherweise doch nicht benötigt“, so Lindhuber. Denn die Techniker schafften es tatsächlich bis 21.45 Uhr, das Netz wieder in Gang zu bringen. „Und deshalb konnten die Fußballfans wenigstens die zweite Halbzeit der Bayern erleben, in der ja dann auch die entscheidenden Tore fielen“, meinte Lindhuber mit der Bitte um Verständnis.

„Die entstandenen Unannehmlichkeiten für unsere Kunden bedauern wir selbstverständlich sehr“, hob der Sprecher aber hervor.

Unklar waren am Donnerstag noch die genaue Ursache für den Brand, die exakte Schadenshöhe – und wie viele Kunden genau ohne Versorgung waren. Aber ein dickes Kaliber sei die Sache in jedem Fall gewesen. Lindhuber räumte ein, so etwas in den zurückliegenden zehn Jahren noch nicht erlebt zu haben.

Am Donnerstag machten sich gegen 11 Uhr Monteure des Versorgers in der betroffenen Kopfstation daran, die vom Feuer beschädigten Elektroanschlüsse auszutauschen. „Dafür musste nochmals die Versorgung unterbrochen werden, längstens aber bis maximal 14 Uhr“, warb Lindhuber um nochmaliges Verständnis bei den Kunden. Und die reagierte auch entsprechend prompt: „Schon wieder kein Bild, kein Signal...“, postete einer genervt.

Für die Polizei bietet der Zwischenfall keinerlei Anlass zu Ermittlungen. „Wir gehen wie der Betreiber von einem technischen Defekt aus“, sagte die Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera, Marleen Wedel, auf Anfrage.

Von Jörg Wolf

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