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Kälteeinbruch: Chaotische Verhältnisse im Altenburger Land

Fast 100 Einsätze Kälteeinbruch: Chaotische Verhältnisse im Altenburger Land

Züge fahren nicht, der Strom fällt aus, Bäume brechen unter der Last und verstopfen Straßen – der am Mittwoch gefallene Schnee hat im Altenburger Land für einiges Chaos und reichlich Arbeit bei den Hilfsdiensten gesorgt.

Kälteeinbruch im Altenburger Land: Ein abgebrochener Zweig liegt am Stiftsgraben in Höhe der Zwickauer Straße.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Gegen sechs Uhr in der Frühe ging das los und zog sich teilweise den gesamten Tag über hin“, sagte Heiko Freyer vom Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt. Überall im Landkreis brachen die noch belaubten Bäume unter der Last des Nassschnees oder verloren Äste. „Um die 80 Einsätze haben kreisweit die Feuerwehren allein von der Geraer Rettungsleitstelle vermittelt bekommen. Aber oft arbeiteten die Kameraden vor Ort noch in Eigenregie weitere Einsätze ab, so dass wir locker auf über 100 kommen“, sagte Freyer.

Ein Kälteeinbruch sorgt im Altenburger Land für einiges Chaos und reichlich Arbeit bei Polizei und Feuerwehr.

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Fast immer mussten umgestürzte Bäume oder abgerissene Äste von Straßen und Wegen sowie aus Stromleitungen entfernt werden. „Vielerorts waren die Wehren über mehrere Stunden im Einsatz“, so Freyer, der stellvertretend jene aus Ponitz, Rositz, Meuselwitz, Altenburg, Langenleuba-Niederhain, Gößnitz und Schmölln nannte.

Noch am Mittag waren vier Kreisstraßen in Ponitz, Nischwitz, Hainichen und Mumsdorf wegen umgestürzter Bäume blockiert und damit voll gesperrt. „Das arbeiten die jeweiligen Feuerwehren Stück für Stück ab“, erklärte Freyer.

„Das Altenburger Land war einer der Schwerpunkte in unserem Netzgebiet“, sagte Claudia Anke vom Energieversorger Mitnetz. Gegen 4.30 Uhr sei es zu ersten Stromausfällen auf Grund des starken Schneefalls gekommen. „Besonders betroffen waren die Bereiche um Altenburg, Gößnitz und Meuselwitz. Leider kam es in kleineren Ortschaften wie zum Beispiel Altkirchen, Göhren, Nöbdenitz oder Posterstein wiederholt zu Stromausfällen. In der Spitze waren gegen 7.30 Uhr zeitgleich bis zu 10 000 Kunden unversorgt.“ Noch am gestrigen Nachmittag waren noch rund 2490 Abnehmer ohne Strom, vorrangig in Langenleuba-Niederhain und Sommeritz. „Die Last des sehr nassen Schnees sorgt dafür, dass Äste abbrechen und in die Leitungen fallen oder dass Bäume sich so stark neigen, dass sie die Leitungen berühren“, nannte Anke die Ursachen für die Ausfälle.

Gleiches musste die Bahn berichten. „Mehrer Äste sind auf die Stromleitung im Streckenabschnitt zwischen Lehndorf und Paditz gefallen und haben für eine Unterbrechung des Regional- und
S-Bahn-Verkehrs gesorgt“, teilte ein Sprecher der Bahn auf Anfrage mit. Die Reparaturarbeiten und die damit einhergehenden Zugausfälle auf der Strecke zwischen Leipzig und Zwickau zogen sich bis zum Nachmittag hin.
Wesentlich erfreulicher war die Aussage eines Polizeisprechers: „Witterungsbedingte Unfälle hat es im Altenburger Land nicht gegeben.“

Auch Personen kamen beispielsweise durch abstürzende Äste nicht zu Schaden. Damit es nicht so weit kommt, wurden Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So sperrte die Stadtverwaltung Altenburg den Schlosspark. „Nachdem dort einige Baumäste aufgrund der Last herabgefallen waren, haben wir uns dazu entschlossen“, informierte Rathaussprecher Christian Bettels. Mitarbeiter der Stadtverwaltung sperrten Zugänge mit Trassierband ab und stellten Schilder auf, die vor einem Betreten des Parks warnten. „Sobald Tauwetter einsetzt, werden wir diese Sperrung aber wieder aufheben“, sagte Bettels. „Andere baumreiche Gebiete sollten angesichts der Bruchgefahr gemieden werden.“

Der zeitige Schnee machte auch dem Winterdienst Beine: „Die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei waren seit 5 Uhr in voller Besetzung mit sieben Winterdienstfahrzeugen im Einsatz. Befahren wurden alle sieben Touren. Es wurde Schnee geschoben und auch Salz gestreut“, teilte die Sprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs, mit.

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