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Altenburg Kaiser Barbarossa zieht samt Gefolge aufs Schloss
Region Altenburg Kaiser Barbarossa zieht samt Gefolge aufs Schloss
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17:25 09.09.2018
Unter dem Jubel seiner „Untertanen“ zog Kaiser Friedrich I. Barbarossa auf dem Altenburger Residenzschloss ein. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die 5-Jährige Melina ist aufgeregt. Strategisch günstig hat sie ihr Laufrad direkt hinter dem Eingangstor der Roten Spitzen geparkt. Viele Pferde werden kommen, hat Papa Uwe Kinder versprochen, und ein Mann mit komischem Namen, der aber für das Mädchen in der Einhornjacke nicht so wichtig ist wie ihre Lieblingstiere.

Blick auf die Insignien

Das Horn ertönt und schon biegt die Kutsche des Kaisers Friedrich I. samt Gefolge hoch zu Ross um die Ecke. „Klappert in die Hände, Volk, der Kaiser kommt!“, ruft der Hofnarr und die herbei geeilten Untertanen folgen ergeben. Nach kurzem Zwischenstopp, einem Blick auf eine Kopie der „eigenen“ Insignien und Informationen über den gescheiterten Versuch, zumindest ein Stück toten Barbarossa nach seinem Ableben 1190 in die Skatstadt zu überführen, zieht der Tross weiter gen Schloss.

Widerspenstiges Banner

Dort werden die rund 30 Akteure vom Verein „Dorf-ART Kraschwitz“ bereits vom Volk erwartet, das zu Hunderten die Ankunft des Rotbarts ersehnt – und kurz darauf Zeuge wird, dass auch der Kaiser nur ein Mensch ist.

Denn das Banner „Wege zum Mittelalter“, das er zur Eröffnung des gleichnamigen Projekts mit seinem Schwert effektvoll zerteilen soll, zeigt sich herzlich unbeeindruckt von den kaiserlichen Schwerthieben. Sein wackerer Geleitschutz, Fürst Halgar von Reychenfels eilt zur Unterstützung und erreicht des widerspenstigen Zähmung.

Persönlichkeiten ohne Gesicht

Applaus brandet auf, das Volk lässt sich rund um den Hausmannsturm nieder und Klaus-Jürgen Kamprad fällt ein Stein vom Herzen. Mit Blick auf die Pferde, die vor eindrucksvoller Kulisse auf der Wiese im Agnesgarten grasen und die Menschentrauben überall, ist er sichtlich erleichtert: „Man kann noch so gut planen, aber letztlich weiß man nie, ob und wie viele kommen“, hat ihn die Erfahrung gelehrt.

Am Sonntag ist gefühlt ganz Altenburg hier. Auch, um eins von 1000 Exemplaren der Barbarossa-Skatspiels zu ergattern, das sein Kamprad-Verlag für die Barbarossa-Stiftung herausgibt. Die Illustration der einzelnen Karten erforderte unterdes viel Kreativität, wie Kamprad schmunzelnd erzählt. „Von vielen der dargestellten Personen dieser Zeit existierten keinerlei Bildnisse. Selbst von so beeindruckenden und einflussreichen Frauen wie Beatrix von Burgund nicht.“

So war es an ihm und seinen Mitstreitern von der „Barbarossa Stiftung“ bedeutenden Persönlichkeiten wie Konstanze von Aragón, Gertrud von Sulzbach oder Otto I. der Rotkopf ein Gesicht zu geben. Wem keiner dieser Namen etwas sagt, möge sich nicht grämen, sondern das kleine Begleitheft zu Rate ziehen, das einem Teil der Kartenspiele beigelegt ist. Wie man Skat spielt, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Von Maike Steuer

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