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Altenburg Kampf gegen Depression: Mut-Tour-Team macht in Altenburg Station
Region Altenburg Kampf gegen Depression: Mut-Tour-Team macht in Altenburg Station
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11:01 15.06.2016
Machen sich und anderen Mut, um mit dem Thema Depression offener umzugehen: Christian, Christoph, Sebastian, Klaus, Christine und Maria auf dem Altenburger Markt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

„Ist schön hier“, sagt Sebastian Burger, als er auf dem Altenburger Markt einfährt. Der Teamleiter tut das am Montagmittag mit fünf Weggefährten auf Tandems. In der Nähe von Ronneburg war das Sextett knapp drei Stunden zuvor gestartet. Unterwegs sind sie als Mut-Tour-Team aber schon seit 4. Juni. Aus Heidelberg kommend, heißt ihr Ziel Leipzig. Wichtiger als das reine Radeln ist jedoch ihre Mission. Denn sie wollen zeigen, dass Depression kein Tabu mehr sein darf und werben für einen offeneren, differenzierteren Umgang mit der Krankheit und den Betroffenen.

Die Gruppe ist gemischt – nicht nur beim Geschlecht, sondern auch in Sachen betroffen oder nicht. Einen Bezug zu Depressionen haben sie aber alle. Sei es aus eigener Erfahrung, aus dem Leben mit betroffenen Verwandten oder einfach nur aus Interesse am Thema. Als Symbol für den aktuellen Umgang mit der Krankheit haben sie ein Smiley dabei. „Er steht für alle, die sich mit Depression nicht so gern in der Öffentlichkeit zeigen“, erklärt Tour-Teilnehmerin Christine, als sie ihr Gesicht dahinter verbirgt. „Für Millionen, die sich nicht trauen oder nicht trauen können, zu ihrer Krankheit zu stehen.“

Zudem soll der Smiley zeigen, dass Depression nicht automatisch ständiges Trübsal bedeutet. „Aber es ist eben auch nicht damit getan zu sagen: Jetzt reiß dich mal zusammen“, ergänzt Sebastian Burger. Er hat die Tour 2012 initiiert, damit die Krankheit und von ihr Betroffene entstigmatisiert werden. Auf der Reise erleben 52 Teilnehmer, wie leistungsdruckfreier Sport, Struktur, Natur und Gemeinschaft die Stimmung heben kann. Ihre Erfahrungen tragen sie nach außen. „Die Teams können den Menschen auf der Straße und Mitradlern ihren unverkrampften Umgang mit der Krankheit vorleben und damit Ängste und Vorurteile abbauen“, sagt Burger.

Das funktioniert, meinen die Teilnehmer in Altenburg. Schließlich schlafen sie im Zelt und fragen sich stets durch, wo sie ihre mobilen Unterkünfte aufschlagen dürfen. Das schafft Gelegenheiten für Gespräche über die Krankheit, die mehr Tote fordert als der Straßenverkehr und häufiger in die Frührente führt als Rückenleiden. Während für das Gros des Teams am Mittwoch in Leipzig Schluss ist, radeln andere bis 3. September weiter quer durch die Republik. Am Ende stehen in Bremen rund 7300 Kilometer im Kampf gegen das Tabu Depression.

Weitere Infos unter www.depressionsliga.de

Von Thomas Haegeler

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