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Kampfansage an die Stänkerer

Kampfansage an die Stänkerer

Ute Lukasch soll als neue Kreisvorsitzende der Linkspartei neue Impulse geben. Die 52-Jährige erhielt auf einer Mitgliederversammlung am Sonnabend 94 Prozent der abgegebenen Stimmen.

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Quelle: Mario Jahn

Sie löst Frank Tempel ab, der sich stärker seiner Arbeit als Kreistagsfraktionschefs widmen und dort vor allem die unter Druck geratene Landrätin Michaele Sojka unterstützen will. Die Mitglieder diskutierten in der stellenweise turbulenten Versammlung auch das Kreiswahlprogramm 2014.

 

Von Jens Rosenkranz

 

Schlaflose Nächte habe sie gehabt, nachdem sie ihr Vorgänger gebeten hatte, für den Vorsitz zu kandidieren, verriet Ute Lukasch den 66 anwesenden Mitgliedern im Altenburger Parkhotel. Das war bereits im März 2013. Mittlerweile sieht die Landtagsabgeordnete realistische Chancen, dass die Linke unter ihrer Führung in diesem Jahr gute Ergebnisse bei den bevorstehenden Wahlen erzielt. Vorhandene Mandate verteidigen, neue hinzugewinnen und auch dort antreten, wo es bislang keine eigenen Bewerber gab - das nannte die neue Vorsitzende als ihre wichtigsten Ziele. Dabei will sie auf eine der Stärken ihres Kreisverbandes setzen, nämlich nicht nur zu Wahlkampfzeiten auf Straßen und Plätzen mit den Leuten zu reden, sondern auch dazwischen. Ute Lukasch sicherte der Landrätin die volle Unterstützung ihrer Partei zu. Hören konnte Michaele Sojka die Botschaft freilich nicht, weil sie zur Überraschung einiger Mitglieder nicht an der Versammlung teilnahm - aus terminlichen Gründen, wie die offizielle Begründung lautete.

 

Frank Tempel, der nach sechs Jahren den Staffelstab als Kreischef weiterreichte, hofft nun darauf, dass mit seiner Nachfolgerin die Partei neue Impulse und Ideen bekommt und eingefahrene Gleise verlässt. Er selbst will sich mehr um die Unterstützung der Landrätin kümmern, die "permanenten Angriffen und einer Total-Opposition ausgesetzt ist", wie Tempel meinte. Er kündigte "den Stänkerern und Blockierern im Kreistag" den Kampf an, die sich von einer konstruktiven Arbeit verabschiedet hätten. Auch die gesamte Fraktion müsse Sojka mehr unterstützen, deswegen sei es nötig und machbar, die Zahl der Mandate im Kreistag von momentan zehn auf 13 bis 15 zu erhöhen. Nach Ansicht von Kreistagsmitglied Klaus Hübschmann ist es sogar möglich, stärkste oder zweitstärkste Fraktion zu werden.

 

Bei der Wahl der einzigen Stellvertreterin von Ute Lukasch geriet der Fahrplan der Führung etwas durcheinander. Tempel hatte Jana Klaubert (34) als Vize vorgeschlagen, die an die Stelle der 66-jährigen Barbara Ebert treten und damit einen Generationswechsel vollziehen sollte. Zur Überraschung der Anwesenden wollte sich die langjährige Vize-Vorsitzende aber nicht abschieben lassen, trat gegen Klaubert an, verlor die Kampfabstimmung allerdings mit zwölf zu 53 Stimmen. Unbeeindruckt von dieser Niederlage schlug Ebert auch noch eine Gegenkandidatin zu Dieter Plötner für die Funktion des ehrenamtlichen Geschäftsführers vor. Da die Bewerberin allerdings nicht anwesend war, konnte sie auch nicht gewählt werden.

 

Für kleine Überraschungen sorgte ebenso das erstmals vorgestellte Wahlprogramm der Linken. Danach soll es künftig kostenlose Mittagessen für alle Kinder in Grundschulen und Kitas geben. Außerdem soll das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei sein. Auch sprechen sich die Linken für die Abschaffung der Abwasserbeiträge und gegen die Schließung vorhandener Schulstandorte aus. Heike Richter warnte jedoch davor, Versprechungen, wie kostenlose Mahlzeiten oder Kita-Besuche zu machen, wenn die Finanzierung nicht abgesichert sei. Umsetzen müssten es schließlich die Gemeinde- oder Stadträte vor Ort. Ebenso kritisch bewertete Richter das Festhalten an den Schulstandorten, womit sich die Linken Fußfesseln anlege. Hier und da müsse man auch den Realitäten ins Auge sehen. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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